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Kurzweilige InszenierungMusiktheater brachte Pariser Flair nach Euskirchen

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Zwei Männer und zwei Frauen tanzen vor einem Bühnenbild, das eine Pariser Straße darstellt.

Die Produzentin des Stücks, Stefanie Hertel (2.v.l.), spielt in der Musikkomödie selbst eine der Hauptrollen.

Stefanie Hertel hatte das Musiktheater „Ganz Paris träumt von der Liebe“ produziert und spielte die Hauptrolle in der unterhaltsamen Inszenierung. 

In nahezu allen Aufzählungen von Städten, die für ihr besonders romantisches Ambiente bekannt und beliebt sind, landet Paris meist ganz oben auf der Liste. Ein Spaziergang entlang der Seine und natürlich der unverzichtbare Besuch des Eiffelturms zählen zu den touristischen Höhepunkten. Auch die Musiktheater-Aufführung, die am Sonntagnachmittag in der Aula der Marienschule Euskirchen präsentiert wurde, trug nicht nur den Namen von Frankreichs Hauptstadt im Titel, sondern versetzte mit ihrer Handlung das Publikum direkt in die „Stadt der Liebe“.

„Ganz Paris träumt von der Liebe“ lautete der Titel der romantischen Musikkomödie, die nicht nur mit stimmungsvollen Bühnenbildern, sondern auch mit zahlreichen Klassikern der jüngeren Musikgeschichte Pariser Ambiente einfing.

Urlaubsstimmung unter den Besuchern

Bereits die mit passenden Klängen unterlegte kurze Einweisung der Theatergäste, die mit französischem Akzent gebeten wurden, ihre Mobiltelefone abzuschalten, da andernfalls „le Président“ persönlich erscheinen würde, um die klingelnden Handys zu konfiszieren, versetzte die Zuschauer in Urlaubsstimmung.

Diese Stimmung wurde schon in den ersten Minuten durch die in der Kulisse abgebildeten kleinen Straßencafés noch verstärkt, bis der erste Auftritt von Protagonistin Gaby (gespielt von der Sängerin und Produzentin des Stücks, Stefanie Hertel) diesen friedlichen Eindruck schnell zunichte machte.

Liebesgeschichte mit großem Ausmaß

Ganz unromantisch wurde ihre Zugfahrt durch einen aufdringlichen Mitreisenden gestört, der letztlich sogar die Weiterreise verhinderte. Die Tragweite dieses verlängerten Aufenthaltes in Paris präsentierte sich dem Publikum in jeder Szene erst Schritt für Schritt, nachdem sich Gaby als Verlobte des Präsidenten (Sascha Hödl) entpuppte, die vor ihrer geplanten Hochzeit geflohen war.

Ihr erstes Aufeinandertreffen mit Andrew (Stuart Sumner), einem amerikanischen Geschäftsmann, den es aufgrund der High-Society-Karriere seiner Frau Nathalie (Stefanie Wesser) ebenfalls nach Paris verschlagen hatte, machte jedoch schnell deutlich, dass die Verstrickungen aufgrund der sich anbahnenden Liebesgeschichte noch deutlich größere Ausmaße annehmen könnten.

Inmitten von Missverständnissen, die schon bald in ganz Paris für Aufsehen sorgen sollten, gelang es den Akteuren schnell, Sympathie und Ablehnung gegenüber ihren Rollen im Publikum zu wecken. Im Wechsel mit den kurzen Schauspielszenen waren es jedoch insbesondere die Musikstücke, die die Theatergäste zum Mitsingen und Mitfühlen anstifteten.

Angefangen bei Mireille Mathieus Klassiker „Hinter den Kulissen von Paris“ bis hin zu Joe Dassins „Les Champs-Elysées“, erschufen sie ein lebendiges Bild der für das Stück als Kulisse dienenden Hauptstadt. Trotz der Achterbahnfahrt der Gefühle, die Akteure und Publikum in Atem hielt, sorgten auch humorvolle Einlagen der Schauspieler regelmäßig für Lacher, die den turbulenten Kurzurlaub in der Stadt der Liebe für alle Beteiligten noch kurzweiliger ausfallen ließen.