Für „Es war einmal ... ganz anders“ hat die Theatergruppe „The Bäm“ das Märchen „Frau Holle“ bearbeitet. Vier Auftritte sind noch geplant.
Angelehnt an Frau HolleTheatergruppe „The Bäm“ feiert gelungene Premiere in Euskirchen

21.03.2026 Nicht einmal Aladins Wunderlampe scheint mehr auf die übliche Weise zu funktionieren.
Copyright: Cedric Arndt
Eine Grundschulklasse auf ein bevorstehendes Theaterstück vorzubereiten, ist mit zahlreichen Herausforderungen verbunden. Jedem Kind innerhalb einer bestehenden Geschichte genau die Rolle zuzuschreiben, die sich der Nachwuchs wünscht, erscheint dabei wie ein kaum zu erreichendes Ziel. Schon früh hat Uschi Gruß daher begonnen, die Stücke für die Bedürfnisse der Jungen und Mädchen umzuschreiben, und auch für die Theatergruppe „The Bäm“ hält sie bis heute an diesem Konzept fest.
„Es macht mir ganz großen Spaß, bekannte Charaktere noch einmal neu zu erfinden“, erklärte die Lehrerin und Theater-AG-Leiterin. Besonders Kindermärchen eignen sich für dieses Vorhaben, da immer wieder Erwartungen der Zuschauer aufgebrochen und durch humorvolle Änderungen ersetzt werden können. „Vor dreieinhalb Jahren haben wir auf diese Weise ‚Schneewittchen‘ aufgeführt, eine Geschichte, die jeder kennt. Die überraschten und lachenden Gesichter zu sehen, wenn sich eine Szene plötzlich doch ganz anders abspielt, war für uns alle großartig“, so Uschi Gruß.
Autorin schlüpft in die Rolle der Märchenmalerin Malwine
Für das neue Stück „Es war einmal ... ganz anders“, mit dem sie am vergangenen Wochenende im Office-Park in Euskirchen Premiere feierten, haben sich die Hobbyschauspieler mit „Frau Holle“ einem vergleichbaren Projekt gewidmet, und die Gäste durften sich dabei sogar über ein Wiedersehen mit einigen Figuren freuen.

21.03.2026 Statt selbst die Regentschaft übernehmen zu dürfen, müssen Aladin und Jasmin ihrem Sohn MIlad den Thron überlassen.
Copyright: Cedric Arndt
Als Erzählerin der Geschichte schlüpfte die Autorin selbst in die Rolle der Märchenmalerin Malwine, die alle Szenen live vor Publikum malen und dabei mit Leben füllen wollte. Fehlende Farben und insbesondere die freche Klara (gespielt von Josy Janssen), die in Abwesenheit der Malerin alle Leinwände mit eigenen Ideen füllte, sorgten schon bald für einige skurrile Begegnungen.
Während die ersten Minuten zwischen Annerose (Sabine Gruß) und ihrer bösen Stiefschwester Drusella (Manuela Ly) noch ihren gewohnten Gang gingen, tauchten schon bald andere Charaktere auf der Bühne auf, die eigentlich gar nichts mit der Geschichte rund um Frau Holle zu tun haben.
Überschneidungen von Märchenwelten sorgten für Chaos
So fand sich das Publikum plötzlich mitten in der Diskussion zwischen Aladin (Marc Ingenhaag), Jasmin (Susanna Janssen) und ihrem gemeinsamen Sohn Milad (Jonas Kuley) wieder, die um die Thronnachfolge stritten. Kaum war diese Frage geklärt, sollte der Sieger mit „des Kaisers neuen Kleidern“ ausgestattet werden, und erneut erfuhr die Handlung eine unerwartete Wendung.
All diese Überschneidungen unterschiedlicher Märchenwelten sorgten zwar für eine Menge Chaos, schafften jedoch auch Raum für neue Charakterzüge der Figuren und viele humorvolle Begebenheiten. Wütend über den Verlust der bereits sicher geglaubten Herrscherrolle, verfiel Aladin wieder in seine alte Rolle als Taschendieb, musste jedoch schnell feststellen, dass er einen Großteil seines Geschicks im Laufe der Jahre eingebüßt hatte.
Stets mit einem Augenzwinkern schufen die Akteure einen neuen Blickwinkel auf liebgewonnene Märchenhelden und -schurken, denen Theaterfreunde in den kommenden Wochen noch einige weitere Male begegnen können.
Am Samstag, 18. April, ab 18 Uhr und Sonntag, 19. April, ab 15 Uhr werden die Hobbyschauspieler der Theatergruppe „The Bäm“ erneut in Aktion treten. Im Dodo-Treff, Zum Sportplatz 9, in Firmenich/Obergartzem, wollen sie dann ihr spaßiges Chaos verbreiten.
Am Samstag, 25. April, und Sonntag, 26. April, öffnet sich zu den gleichen Uhrzeiten der Vorhang in der evangelischen Kirche in Bad Münstereifel, Langenhecke 33, ein weiteres Mal, um Goldmarie und Pechmarie auf ihren ungewohnten Pfaden zu begleiten.

