Die Gruppe Kerk & Baend trat im Rahmen des Projekts „Uns Sproch es Heimat!“ im Kulturhof Velbrück in Weilerswist-Metternich auf.
Kulturhof VelbrückRockige Mundart-Songs aus Hellenthal kommen in Weilerswist gut an

Mit rund 170 Besuchern war das Konzert von Kerk & Baend im Rahmen des Projekts „Uns Sproch es Heimat!“ sehr gut besucht.
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Der Kulturhof Velbrück ist voll an diesem Abend. Etwa 170 Gäste haben sich angemeldet, um im zweiten Anlauf Kerk & Baend zu erleben. Ein Abend mit rockiger Mundartmusik und im Vorprogramm mit sanften, melancholischen, kölschen Tönen von Jörg Schnabel.
Das Konzert ist Teil des Projekts „Uns Sproch es Heimat!“, das von der Leader-Region bis Februar 2027 gefördert und von Sparkassen der Region mitgesponsert wird. Annika Esch, die Projektleiterin, freut sich über die gute Resonanz. Seit einem Jahr begleitet sie die vielfältigen Angebote zum Erhalt der Mundart: „Wir haben in einigen Orten der Zülpicher Börde Dorfführungen durchgeführt. Und wir hatten fast immer passendes Wetter.“
Für ein Hörspielprojekt werden noch Menschen gesucht, die Platt sprechen
Momentan ist Esch auf der Suche nach Heimatsprachlern in zwei Projekten. Zum einen sucht sie Menschen, die Geschichten auf Platt erzählen oder niederschreiben können. Zum anderen wirbt sie am Abend um Interessierte, die sich für eine kleine Hörspielproduktion begeistern. An zwei Samstagen im Oktober soll ein Hörspiel einstudiert und vorgeführt werden. Professionelle Unterstützung ist garantiert.
Der volle Hof an diesem Abend freut Esch offensichtlich. Sie strahlt. Und auch die Zuschauer sehen zufrieden aus. Als Jörg Schnabel mit seiner dunklen Gitarre erscheint und zu singen beginnt, kann man eine Stecknadel fallen hören. Früher hat er Lieder für Gruppen wie die Black Fööss oder die Höhner geschrieben. An diesem Abend präsentiert er eher besinnliche Songs über die Liebe zu Familie und Freunden und über das Vermissen. Ohne Mühe bewegt er das Publikum zum Mitsingen und erntet starken Applaus. Offensichtlich reichen ein gutes Gitarrenspiel und eine schöne Stimme, um Menschen durch Musik zu fesseln.

Im Kulturhof Velbrück schufen Oliver Kerk (M.) und seine Musiker in Verbindung mit einer schönen Beleuchtung eine besondere Atmosphäre.
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Eigentlich hätte der Abend schon im Juni stattfinden sollen, doch bei knapp 40 Grad entschieden sich alle Beteiligten für eine Verlegung. Das hat sich gelohnt. Das Klima ist bei rund 24 Grad angenehm, und die Zuschauer sind nicht zu müde zum Klatschen und Mitsingen. Kerk & Baend waren zuletzt ins Blickfeld gerückt, als sie eine Mitmachwanderung von der Eifel nach Köln organisiert hatten.
Bis auf den jungen Schlagzeuger Robin Dick ist keiner in der Band Berufsmusiker. Da aber alle schon von Kindesbeinen an Musik machen, spielen sie auf höchstem Niveau. Oliver Kerk, Bandleader und Songwriter, berichtet: „Wir haben zwischen 15 und 30 Auftritten pro Jahr. Vom Kulturhof hatten wir gehört und uns für einen Auftritt beworben.“ Zum ersten Mal war die Gruppe im Winter 2024 dort zu Gast. Damals spielten sie drinnen.
Wir sind da frei, was den Stil anbelangt.
Im Kulturhof präsentiert die Gruppe geballt ihre rockigen Songs über das Leben. Manchmal sind auch ein Blues oder eine Ballade im Songwriter-Stil dabei. „Wir sind da frei, was den Stil anbelangt“, bestätigt Kerk, der alle Songs selbst geschrieben hat. Mal schildert sein Text ruhige Momente vor seinem Haus in Hellenthal, mal regt er sich über das unverständliche Verhalten von Mitmenschen auf. Stets aber bleiben die Themen nachvollziehbar.
Vor der bunt beleuchteten Backsteinfassade der ehemaligen Scheune finden die fünf Musiker genügend Platz für die zahlreichen Instrumente. Schon für die Atmosphäre hat sich der Besuch gelohnt. Der Hof bietet eine gute Akustik.
Ob Claus Connet am Bass, Lutz Meißner am Keyboard oder Hermann Heuser an der Gitarre – alle scheinen ganz in der Musik aufzugehen. Robin, dem Schlagzeuger, gelingt es, mit Mimik und Gestik das überwiegend ältere Publikum in Schwung zu bringen. Obwohl das Konzert länger dauert als geplant, bleiben die meisten bis zum Schluss.
Bis zum Ende des Mundartprojektes werden noch einige Veranstaltungen und musikalische Highlights im Kulturhof zu erleben sein. Das Fazit dieses Abends: Gelungen!
