Die Schulpflegschaft und die Schülervertretung der Gesamtschule Weilerswist wollen die Situation auf den Toiletten dringend verbessern. Der Zustand sei unzumutbar.
VandalismusToiletten an der Gesamtschule Weilerswist sollen digitalen Zugang erhalten

An manchen Schulen erhalten Schüler bereits Zugang zu den Toiletten nur über ein Pfandsystem. Das könnte bald auch in Weilerswist der Fall sein.
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Die Schulpflegschaft und die Schülervertretung der Gesamtschule Weilerswist machen Druck: In einem umfangreichen Schreiben an den Rat der Gemeinde, das der Redaktion vorliegt, fordern sie kurzfristige Maßnahmen, um die Situation auf den Schultoiletten nachhaltig zu verbessern. Kern des Vorschlags ist die Einführung eines digitalen Zugangssystems mit persönlichen Transpondern, das den Vandalismus eindämmen und die Sanitäranlagen wieder in einen akzeptablen Zustand versetzen soll.
Nach Darstellung der Eltern- und Schülervertreter seien die Zustände auf den Toiletten seit Jahren unzumutbar. Beschmierte Wände, beschädigte Türen und Schlösser, fehlendes Toilettenpapier, leere Seifenspender, verstopfte Toiletten und fehlende Mülleimer führten dazu, dass viele Schülerinnen und Schüler den Toilettengang bewusst vermeiden würden. Das könne gesundheitliche Folgen wie Konzentrationsprobleme, Blasenentzündungen oder Bauchschmerzen nach sich ziehen.
Schulträger ist nach Ansicht der Schulpflegschaft in der Pflicht
In dem Schreiben verweisen die Initiatoren auf wissenschaftliche Studien sowie auf Vorschriften der gesetzlichen Unfallversicherung und des Infektionsschutzes. Sie sehen den Schulträger, also die Gemeinde Weilerswist, in der Pflicht, für sichere und hygienische Sanitäranlagen zu sorgen.
Kritisiert werden unter anderem beschädigte Kabinentüren mit Sichtmöglichkeiten, eine offen installierte Steckdose im Waschbereich sowie rutschige Böden
Schüler könnten gegen ein Pfand einen persönlichen Transponder erhalten
Als Lösung schlagen Schulpflegschaft und Schülervertretung ein freiwilliges RFID-Zugangssystem vor. Jede Schülerin und jeder Schüler könnte gegen ein Pfand einen persönlichen Transponder erhalten, mit dem sich die Toiletten öffnen lassen. Im Fall von Vandalismus ließe sich nachvollziehen, wer die jeweilige Anlage genutzt habe.
Eine Videoüberwachung oder die Erstellung von Bewegungsprofilen sei ausdrücklich nicht vorgesehen. Die gespeicherten Daten sollen ausschließlich zur Aufklärung erheblicher Sachbeschädigungen und nur für einen kurzen Zeitraum vorgehalten werden.
Eltern und Schüler wollen sich an Renovierungsarbeiten beteiligen
Die Kosten für die Transponder sollen über ein Pfandsystem gedeckt werden. Für die technische Ausstattung der sechs Toilettenanlagen rechnen die Initiatoren mit Einbaukosten von mindestens 500 Euro pro Anlage, hinzukommen Server- und Wartungskosten. Die Schule wolle sich nach eigenen Angaben mit Spendenaktionen an der Finanzierung beteiligen. Auch Eltern und Schülerinnen und Schüler seien bereit, sich bei anschließenden Renovierungsarbeiten einzubringen.
Mit Blick auf die bevorstehenden Sommerferien appellieren Schulpflegschaft und Schülervertretung an den Rat, noch vor Ferienbeginn die finanziellen Voraussetzungen für das Projekt zu schaffen. So könne die Installation während der unterrichtsfreien Zeit erfolgen und bereits zum neuen Schuljahr abgeschlossen sein.
In ihrem Antrag bitten die Vertreter außerdem darum, die Elternvertretung in die weitere Planung und insbesondere in die Ausgestaltung des Datenschutzkonzepts einzubeziehen. Sollte der Rat dies wünschen, wollen Schulpflegschaft und Schülervertretung ihr Konzept auch persönlich in einer Ratssitzung vorstellen. Eine Fotodokumentation der aktuellen Zustände auf den Schultoiletten wurde dem Schreiben beigefügt.
