Es ist ein leidiges Thema der technisierten Gesellschaft: Gerade eben hatte man sich noch über den köstlichen Geschmack einer frisch gebrühten Tasse Kaffee gefreut, da wischen hektisch blinkende Warnsymbole am Kaffeeautomaten diese Freude nur wenige Augenblicke später beiseite. Schon ein kleiner Defekt kann die weitere Benutzung der Maschine verhindern und technisch ungeschulte Benutzer vor große Probleme stellen. Um das Gerät nicht entsorgen und ein neues kaufen zu müssen, hatte Patrick Kisselmann vom Repair-Café Zülpich am Samstag, dem Internationalen Tag der Reparatur, zu einem „Repair-Day“ in das evangelische Jugendheim eingeladen.
Protest gegen die Wegwerfgesellschaft
„Uns hat es einfach nicht gefallen, in was für einer Wegwerfgesellschaft wir leben. Darum haben wir uns vor zweieinhalb Jahren dazu entschlossen, dem entgegenzuwirken“, erklärte der Gemeindepädagoge.
Dies sei in den meisten Fällen nicht nur deutlich schonender für die Geldbörse, sondern käme auch der Nachhaltigkeit und dem Umweltschutz zugute. „Aktuell ist in einer Supermarktkette beispielsweise ein Toaster für 7,99 Euro im Angebot. Da fragen viele Kunden nicht lange nach und legen sich lieber ein neues Gerät zu. Trotzdem wollen wir deutlich machen, dass oft mit nur ein paar Handgriffen alte Geräte wieder flottgemacht werden können, ohne dabei zusätzlichen Müll zu produzieren.“
Hilfe für die teure Kaffeemaschine
Zu den Besuchern des Zülpicher „Repair-Days“ zählte am Samstag auch Faek Khuelil, der mit einer großen Tasche zum Jugendheim gekommen war. „Die Kaffeemaschine war richtig teuer und ich kann es mir nicht leisten, schon wieder eine neue zu kaufen.“ Die Garantie des Geräts sei gerade erst abgelaufen und daher sei er froh, fachkundige Hilfe bekommen zu können.
Weltrekordversuch in ganz NRW
„In der Zeitung haben wir gelesen, dass heute sogar ein Weltrekord aufgestellt werden soll, das wollten wir uns nicht entgehen lassen“, fügte Begleiter Marian Mollek lachend hinzu. In ganz NRW haben sich für diesen Rekordversuch Reparaturexpertinnen und -experten zusammengetan, um die 2024 aufgestellte Summe von 3177 in einem Monat reparierten Teilen zu überbieten, erklärte Kisselmann.
Geselligkeit bei Kaffee und Schraubendreher
„Während im Hintergrund geschraubt wird, haben die Gäste außerdem die Möglichkeit, sich bei einer Tasse Kaffee auszutauschen und die Geselligkeit zu genießen, für die unser Repair-Café genauso bekannt ist“, so Kisselmann. (arn)

