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FestivalInto the Madness: 13.000 Hardstyler feierten im Seepark Zülpich

5 min
Die Bühne, vor der Tausende Fans stehen, ist in rotes und blaues Licht getaucht.

50 Meter breit und mit einer Lightshow in Szene gesetzt, ist die Main-Stage Herzstück des Festivals und ein echter Blickfang.

Das Festival für elektronische Musik wächst Jahr für Jahr. Die Zuschauerzahl hat sich seit der Premiere 2022 fast verdoppelt.

Sobald die Natur nach dem Winter erwacht, erstrahlen auch die Blumenwiesen im Seepark in Zülpich in den schönsten Farben: in den Showgärten, die seit der Landesgartenschau 2014 gepflegt werden, auf dem gesamten Gelände – und der Sandstrand mit den Palmen ist ohnehin ein Hingucker. Doch einmal im Jahr wird alles noch üppiger, noch bunter – und auch ganz schön laut.

Beim „Into the Madness“-Festival ist Zülpich ein Treffpunkt für Freunde der elektronischen Musik, der in seiner Größe und Vielfalt seinesgleichen sucht. „Das ist in ganz Deutschland einmalig. Außer uns gibt es hier kein Hardstyle-Festival dieser Größenordnung“, sagt Veranstalter Benjamin „Benny“ Reichert, der „Into the Madness“ 2022 ins Leben gerufen hat.

75 Künstlerinnen und Künstler legten in Zülpich auf fünf Bühnen auf

Mit 25 Akteuren auf zwei Bühnen und rund 7000 Gästen feierten die Verantwortlichen eine erfolgreiche Premiere. Jahr für Jahr sollte das Madness-Fest immer weiter ausgebaut werden. Nun, zur fünften Ausgabe, strömen am Samstag 13.000 Fans aufs Gelände. Das Line-up hat sich mit 75 Künstlerinnen und Künstlern inzwischen verdreifacht. Sie legen auf fünf Bühnen auf, so dass laut Benny Reichert keine Wünsche offen bleiben sollten: „Wir haben unsere raw-Bühne aus dem letzten Jahr dieses Mal in raw und x-tra-raw aufgeteilt. So können sich alle genau den Style raussuchen, auf den sie gerade Bock haben.“

Mehr als eine Woche bestimmt das „Into the Madness“-Festival vom Beginn der Aufbauarbeiten bis zur Beseitigung der letzten Spuren das Geschehen im Seepark. Die Besucher bekommen von diesem Kraftakt, den das etwa 70-köpfige Team stemmt, jedoch nichts mit – sie sollen feiern und genießen. Nach den letzten technischen Proben am Vorabend dürfen die Gäste erneut die aufwendig und mit viel Liebe zum Detail gestalteten Konstruktionen bewundern.

Ein Blick auf das Festivalgelände und die große Bühne.

13.000 Hardstyler feierten in Zülpich, 75 Künstler und Künstlerinnen legten auf.

Joel Thienelt, mit Sonnenbrille und weißer Kappe, animiert das Publikum zum Tanzen.

Dem Publikum heizt hier Joel Thienelt von Broken Element ein.

Das Publikum steht in Nebelschwaden. Mehrere Frauen und Männer recken feiernd die Arme in die Höhe.

Dank Beleuchtung und Nebelmaschinen herrscht in den beiden Zelten schon am Tag Clubatmosphäre.

Zuschauerinnen und Zuschauer reißen jubelnd die Arme nach oben.

Zwölf Stunden herrschte im Publikum Partystimmung

Auf dem Festival-Gelände in Zülpich sind auch zahlreiche Hängematten gespannt, in denen die Besucher entspannen können.

Augen zu und den Moment genießen: Orte der Ruhe und zum Entspannen gibt’s in den Hängematten.

Natürlich ist die Main-Stage, Herzstück des Geschehens, mit den beiden in den Himmel ragenden Türmen und der Breite eines halben Fußballfeldes der Blickfang schlechthin. All das hat Zülpich zu einem klangvollen Namen in der Szene verholfen. „Bis vor kurzem habe ich den Namen Zülpich höchstens auf dem Bildschirm des Navis vorbeiziehen sehen, wenn ich Freunde in der Nähe besucht habe“, berichtet Max Leitner lachend: „Ich hätte nie gedacht, dass ich mich mal das ganze Jahr darüber freuen würde, endlich wieder nach Zülpich fahren zu können. Denn was hier geboten wird, möchte ich wirklich nicht mehr verpassen.“

Überall geile Musik und alle sind gut drauf.
Vince, Festival-Besucher

Trotz der beeindruckenden Bühnen geht’s in erster Linie um die Musik. Szenegrößen wie Rebellion, Radical Redemption und Yoshiko b2b Pinotello sind in Zülpich vertreten. Doch Into the Madness bietet auch aufstrebenden Talenten die Chance, vor ganz großem Publikum aufzulegen. So entsteht eine große Vielfalt von harten Core-Elementen bis hin zu zeitlosen Klassikern auf drei Open-Air-Bühnen und in zwei Zelten. Dort konnte sich die Clubatmosphäre schon früh am Tag voll entfalten.

2027 findet Into the Madness in Zülpich am 4. September statt

„Das ist einfach der Wahnsinn“, schwärmt Festivalbesucher Vince: „Überall geile Musik und alle sind gut drauf.“ Die Stimmung zieht auch Kilian Kleinertz immer wieder nach Zülpich: „Wir sind mit dem Junggesellenverein aus Freisheim schon zum dritten Mal dabei, weil es einfach genau unsere Musik ist. Bei der Menge an Leuten kennt man natürlich nur wenige, aber trotzdem ist es immer wie eine große Familienfeier, bei der alle miteinander Spaß haben.“ Das Ambiente im Park hinterlasse auch einen sehr guten Eindruck: „Es ist wie ein kurzer Urlaub auf Ibiza mit einem tollen Blick auf den See.“

Der See und die zahlreichen Grünflächen sind dabei nicht nur Beiwerk. In den ruhigeren Augenblicken rücken sie immer wieder in den Fokus, wie Veranstalter Benny Reichert erklärt: „Der Park eignet sich auch deshalb so gut für das Madness-Festival, weil das Gelände mit seinen vielen Ebenen und Bäumen für Schatten und Entspannung sorgt.“ Neben zahlreichen Sitzmöglichkeiten soll dazu auch ein besonderes Areal dienen: „Zum Relaxen haben wir eine ganze Reihe Hängematten aufgestellt. Da kann man einfach mal die Augen zumachen und den Augenblick genießen.“

Während sich weite Teile des Parks – und das längst nicht nur unmittelbar vor den Bühnen – in große Tanzflächen verwandeln, bleiben so Orte der Ruhe, an denen die Besucherinnen und Besucher Kräfte für das nächste musikalische Highlight sammeln können. Auch die zahlreichen Imbissbuden, deren kulinarische Vielfalt mit dem breiten musikalischen Angebot mithalten kann, tragen zum Gelingen des Konzepts bei, das durch aufladbare Bezahlchips in Form eines Armbandes auf bargeldlose Zahlungen setzt.

Frisch gestärkt zurück im Festivaltrubel, entfaltet die aufwendige Lichtershow nach Sonnenuntergang ihre volle Pracht. Starke Strahler, die wie auch die Musik bis in die benachbarten Ortschaften wahrnehmbar sind, erhellen den Himmel. Ganze Lichtbatterien lassen die Besucher in eine andere Welt abtauchen. „Das ist unser Ziel“, betont Reichert: „Wenn unsere Besucher einfach eine gute Zeit erleben und für einige Momente dem stressigen Alltag entfliehen können, haben wir vieles richtig gemacht.“

Die stetig wachsenden Besucherzahlen, nicht nur von eingefleischten Hardstylern, sondern auch immer häufiger von Musikfreunden aus der Region, zeigten, dass dieser Ansatz von vielen geschätzt werde. „Den größten Anstieg von Gästen haben wir tatsächlich aus dem näheren Umfeld. Wie wir gehofft haben, hat sich die gute Stimmung hier schnell rumgesprochen“, so Reichert.

Pünktlich um Mitternacht, nachdem das   Feuerwerk für einen letzten Höhepunkt gesorgt hat, geht das fünfte Into the Madness zu Ende. Angesichts des Erfolges und der Stimmung sind sich Benny Reichert und die Besucher schnell einig, auch 2027 mit der sechsten Ausgabe des Festivals wieder für unvergessliche Augenblicke zu sorgen. Der Termin steht schon fest: Am 4. September ist der Seepark wieder in Hardstyle-Hand.