Abo

TheatervereinDas verlassene Haus der Nemmenicher ist erstaunlich bevölkert

3 min
Zwei als Einbrecher verkleidete Schauspieler gehen maskiert über die abgedunkelte Bühne, eine Taschenlampe spendet Licht.

Im Glauben, ein verlassenes Haus vorzufinden, machen sich die Einbrecher Alexander Schlau und Bubi Dümmlich ans Werk.

Die Nemmenicher Schauspieler zünden noch dreimal ein Pointengewitter. Im Frühjahr feiert die Jugend mit „Zirkus Paroli“ Premiere.

Dem Alltag im Urlaub am Strand oder beim Wandern zu entfliehen, bringt in der Regel die erwünschte Entspannung. In ihrem aktuellen Stück „Eine Sprachbox namens Alessa“ zeigen die Mitglieder des Theatervereins Eintracht Nemmenich jedoch, dass der Plan auch gehörig schief gehen kann. Sechs Abende lang begleiten die Hobbyschauspieler ihr Publikum im Ülpenicher Saal Bohn ins Wohnzimmer der Eheleute Hoppenstedt, das sich mit unvorhergesehenen Wendungen herumschlagen muss.

Seit 25 Jahren sind die Protagonisten Elmar (gespielt von Harry Schaeben) und Edith Hoppenstedt (Jenny Bohn) verheiratet. Statt ihr silbernes Ehejubiläum zusammen zu verbringen, haben sie sich zu einem getrennten Urlaub entschieden. Schließlich liebt Elmar lange Wanderungen in den Bergen, während Edith ihre freie Zeit viel lieber auf Sylt verbringt. Der ungewohnte Kleidungsstil, den beide für den Tag ihrer Abreise gewählt hatten, ließ das Publikum bereits vermuten, dass der Schein trügen könnte.

Für Lucys Bühnenpremiere wurde eine Rolle hinzugefügt

Tatsächlich stellte sich heraus, dass keiner wirklich eine Reise geplant hatte, sondern die Abwesenheit des Partners für entspannte Stunden mit der heimlichen Liebschaft nutzen wollte. Da auch die Einbrecher Alexander Schlau (Andreas Goldau) und Bubi Dümmlich (Bodo Mann) von dem vermeintlich leerstehenden Gebäude erfahren hatten, entwickelte sich schnell ein wildes Chaos, an dem alle Beteiligten nicht ganz unschuldig waren.

Ein Gruppenbild des Ensembles des Theatervereins Nemmenich.

Mit dem Dreiakter „Eine Sprachbox namens Alessa“ begeistern die Mitglieder des Theatervereins Nemmenich ihr Publikum.

„Wir hatten schon bei den Proben wieder sehr viel Grund zu lachen und freuen uns, wenn das Publikum das genauso sieht“, erklärte Spielleiterin Claudia Wanasek, die zu dem Dreiakter aus der Feder von Beate Irmisch auch zwei neue Gesichter auf und neben der Bühne begrüßte. „Unsere Jüngste, Lucy, hat ihre Mutter schon früher gerne zu den Proben begleitet. Dabei hatte sie immer so viel Spaß, dass wir ihr dieses Mal eine eigene kleine Rolle gegeben haben.“ Die habe die Autorin nach Anfrage des Theatervereins sogar extra für Lucys Bühnenpremiere dem Stück hinzugefügt.

Die Sprachbox Alessa amüsiert mit immer frecheren Sprüchen

Martina Huthmacher, die der Sprachbox Alessa ihre Stimme lieh, sorgte zudem aus dem Hintergrund für zahlreiche Lacher. „Die Rolle der Sprachbox hat uns auch riesigen Spaß gemacht“, so Claudia Wanasek. Mit frechen Sprüchen sorgte sie dafür, das Chaos, in das die Akteure geraten waren, zu verstärken. „Alessa wird im Laufe des Stücks immer frecher und plappert fröhlich die vorher belauschten Geheimnisse weiter. Sie ahmt sogar das Stottern eines Einbrechers nach, um ihn zu ärgern.“ Während die skurrilen Begegnungen in dem Haus, das alle Beteiligten verlassen vorzufinden hofften, die Akteure verzweifeln lassen, erleben die Zuschauer ein anhaltendes Pointengewitter.

Die Freude am Spiel übertrug sich schnell aufs Publikum, das sich künftig über noch häufigere Wiedersehen mit den Hobbyschauspielern freuen darf. „Wie man am Beispiel von Lucy sehen kann, begeistert sich auch der Nachwuchs immer mehr für das Theater“, so Wanasek. Darum wurde ein Kindertheater ins Leben gerufen. Am Samstag, 13. März 2027, und Sonntag, 14. März, jeweils 15 Uhr, werden die Kinder im Saal Bohn mit dem Stück „Zirkus Paroli“ von Michael Wempner zu sehen sein. „Wir sind alle sehr stolz auf unsere kleinen Schauspieler und freuen uns, dass auch sie unser großartiges Hobby teilen.“

Zuvor ist „Eine Sprachbox namens Alessa“ noch dreimal zu sehen: Am Freitag und Samstag, 18. und 19. September, startet die Aufführung um 20 Uhr, am Sonntag, 20. September, um 15 Uhr. Tickets kosten 13 Euro, Bestellung per E-Mail.