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Flutkatastrophe„Wir haben eine neue Heimat gefunden“

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Susanne und Holger Eich haben bei der Flut in Erftstadt-Blessem ihr Haus verloren. Mittlerweile wohnen sie in einem neuen Haus.

Susanne und Holger Eich haben bei der Flut in Erftstadt-Blessem ihr Haus verloren. Mittlerweile wohnen sie in einem neuen Haus.

Susanne und Holger Eich aus Blessem verloren ihr Haus – und bauten ein neues.

Im neuen Haus von Susanne und Holger Eich ist es still. Kein bedrohliches Rauschen mehr, kein Krachen im Keller, kein Blick auf Erde, die plötzlich verschwindet. Draußen liegt Grün, drinnen der vorsichtige Versuch, wieder anzukommen. „Wir haben eine neue Heimat gefunden“, sagt Susanne Eich.

Die Grube, in der das Haus der Familie Eich versunken ist.

Die Grube, in der das Haus der Familie Eich versunken ist.

Im Juli 2021 hatten die Eichs in Blessem alles verloren. Erst stieg das Wasser, dann brach es ins Haus, dann kam die Strömung. Sofas schwammen durchs Wohnzimmer. Am Fenster im ersten Stock sah Holger Eich, wie die Abbruchkante der Kiesgrube näher rückte. Das Weizenfeld vor dem Haus verschwand im Nichts.

Dramatische Minuten

Susanne Eich rief die Polizei an: „Wenn Sie uns nicht spätestens in einer Stunde abholen, könnte es sein, dass unser Haus mit uns versinkt.“ Im Schlafzimmer überlegte sie mit ihrem Mann, welcher Tod wohl der erträglichere wäre: „Ertrinken oder von den Haustrümmern erschlagen werden?“ Eine Viertelstunde später kam der Hubschrauber. Nur eine kleine blaue Tasche durfte mit. Als Susanne Eich am Seil nach oben gezogen wurde, sah sie die Verwüstung unter sich. Als auch ihr Mann im Hubschrauber war, blieb nur ein Gedanke: „Wir leben, wir haben uns noch.“ Das Haus, ihr Grundstück, ihr Besitz – alles versank.

Geblieben sind Schlüssel ohne Tür und Erinnerungen, die nachts wiederkehren. Susanne Eich träumte anfangs vom alten Hausrat. Sie sah Schubladen, Fotoalben, Tagebücher, ein Gebetbuch von 1895. Dinge, die keinen Preis hatten, aber ein Leben hielten. Holger Eich zittert, hat Panikattacken, wenn ihn die Erinnerungen überwältigen. Dies alles sei mittlerweile besser geworden, sagt sie: „Nicht mehr so dramatisch und überwältigend.“ Jetzt steht in Erftstadt-Erp ihr neues Haus. Es ersetzt nicht, was verloren ist. „Aber es fühlt sich wie Zukunft an“, sagt Susanne Eich.