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EntscheidungHöchste Instanz gibt Burscheid Recht im Streit um Thiel-Gelände

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Udo Helling von Urban Pro mit Marc Baack und Sebsatian Nocon von der Stadt Burscheid

Verhärtete Fronten: Im Herbst 2022 beharkten sich auf dem Thiel-Gelände Udo Helling, Chef von Urban Pro (links), auf der einen sowie Marc Baack, von der Stadtverwaltung und Sebastian Nocon von den Technische Betrieben Burscheid.

Das Oberverwaltungsgericht in Münster hat den Erschließungsvertrag mit dem Investor Urban Pro bestätigt. Eine Revision wurde ausgeschlossen.

Es hat sich gelohnt, ins Risiko zu gehen und zunächst auf eigene Rechnung Straßen auszubauen auf dem Thiel-Gelände: Der Erschließungsvertrag, den die Stadt Burscheid mit dem Investor Urban Pro geschlossen hat, gilt. Das habe das Oberverwaltungsgericht Münster bestätigt, hieß es am Dienstag aus dem Rathaus. Die Entscheidung ist endgültig, eine Revision sei nicht zugelassen worden, ergänzte Ann-Kathrin Gusowski, Sprecherin im Rathaus.

Der Erschließungsfirma „bleibt nun lediglich die Möglichkeit, eine sogenannte Nichtzulassungsbeschwerde beim Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen einzureichen. Lässt das OVG die Revision trotz der Beschwerde weiterhin nicht zu, entscheidet letztlich das Bundesverwaltungsgericht“, beschrieb Gusowski den letzten denkbaren juristischen Ausweg, den Urban Pro beschreiten könnte.

Der Herforder Bauträger hat den Vertrag, den er einst mit der Stadt Burscheid schloss, schon vor Jahren infrage gestellt. Und, als man sich nicht einigen konnte, den Rechtsweg eingeschlagen. Aber schon vor dem Kölner Verwaltungsgericht kassierte die Urban Pro mit ihrem Geschäftsführer Udo Helling eine Niederlage: Das Unternehmen muss das Neubaugebiet, durch das die Talstraße und die Rosendelle führen, vollständig erschließen, „einschließlich des Straßenendausbaus“, so die Mitteilung der Stadtverwaltung vom Dienstag.  

Das Thiel-Gelände im September 2022

So sah das Thiel-Gelände über Jahre aus.

Doch während die Juristen stritten, tat sich erst einmal gar nichts in der Hilgener Siedlung. Die Straßen wurden nicht fertig; noch nicht einmal eine Straßenbeleuchtung wurde installiert. Vom versprochenen Spielplatz ganz zu schweigen. Krisentreffen wie etwa im September 2022 brachten kaum zählbare Ergebnisse: Urban-Pro-Chef Udo Helling und Burscheids Beigeordneter Marc Baack beharkten sich im Angesicht der Anwohner. Die konnten sich nur als Opfer fühlen, auf deren Rücken ein juristischer Streit ausgefochten wurde.

Die brauchten weiterhin sehr viel Geduld: Im Mai 2025, nach sechs Jahren Streiterei, ging die Stadt in Vorleistung und begann mit dem Endausbau der Straßen. Das geschah auf eigene Rechnung, „um weitere Verzögerungen zu vermeiden“, hieß es am Dienstag. 

In diesem Jahr sollen die restlichen Arbeiten auf dem Thiel-Gelände erledigt werden, so das Versprechen aus dem Rathaus. Und das alles, ohne die Häuslebauer – oft junge Familien – doch noch ungeplant finanziell in Anspruch zu nehmen, so Stadt-Sprecherin Gusowski. „Für die Anwohnerinnen und Anwohner bedeutet die Entscheidung: Sollte die Nichtzulassungsbeschwerde keinen Erfolg haben, ist der Rechtsstreit abgeschlossen. Die Abrechnung der Kosten für die von der Stadt durchgeführten Arbeiten erfolgt in diesem Fall ausschließlich zwischen der Stadt Burscheid und der Urban Pro.“