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Festscheune in Burscheid eröffnetAm Rittergut gibt es jetzt Pizza, Brezeln und Kuchen

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Links der Pizzaofen, rechts die Eisbude: Die neue Festscheune von Gut Landscheid mit ihrem Biergarten.

Burscheid – Es ist fast wie auf einer Almhütte. Es gibt bäuerliches Fachwerk und rustikale Holztische, eine Sonnenterrasse mit Bruchsteinmauern zwischen grünen Hügeln, Thekenbetrieb, Brezeln und frischen Obstkuchen vom Blech. Sicher, die Alpen fehlen, das Gebimmel von Kuhglocken und der Ausblick auf hohe Gipfel, denn sie liegt zwischen grünen Hügeln und Weiden im Tal, die Festscheune von Gut Landscheid, die am 1. Mai neben dem Hotel-Restaurant eröffnet wurde.

Aber die neue Raststation wird Wanderfreunde, Spaziergänger, Radfahrende und andere Ausflügler, die nicht im Gourmet-Restaurant „13null1“der edlen Herberge einkehren möchten, mit Sicherheit anlocken. Denn sie ergänzt das gastronomische Angebot des Anwesens ideal.

Alpakas auf der Weide

Und die ersten Tiere sind auch schon da, wenn auch nicht mit Kuhglocken: Sechs Alpakas stehen auf einer Weide oberhalb. Kurt Lammert, Inhaber von Gut Landscheid und der Klinik Wersbach, hat die bislang landwirtschaftlich genutzte Scheune mit der Hausnummer 3, die bisher noch nicht zu dem unter Denkmalschutz stehenden Anwesen gehörte, vor einem guten Jahr gekauft, um sie als niederschwelliges Angebot in das Portfolio des Rittergutes einzufügen.

„Wir sind in einer für die Gastronomie schwierigen Zeit in die Offensive gegangen“, erklärt er, „anstatt zu sparen, haben wir investiert.“ Eine halbe Million Euro hat der Unternehmer in den vergangenen Monaten in das Gut gesteckt. Nicht nur für Umbau und Einrichtung der alten Scheune und den Bau und die Bepflanzung der Außenanlagen. Auch für die Erweiterung der Kapazität des Haupthauses: Es sind sieben zusätzliche Hotel-Zimmer geschaffen worden, die ab sofort buchbar sind, insgesamt sind es nun 25 (Einzelzimmer kosten ab 95, Suiten ab 179 Euro).

Neun neue Arbeitsplätze sind im Scheunenbetrieb geschaffen worden. Das Imbissangebot ist rustikal und bewegt sich über Pommes-Buden-Niveau: Es gibt zwar auch Frikadellen, Chicken Nuggets und die klassische Currywurst, aber daneben Wraps, Veggie-Burger und Pulled-Chicken, Wildkräutersalat und Tagliarini Aglio e Olio. Draußen wartet ein neapolitanischer Pizza-Ofen auf seine Einweihung. Auf der Terrasse gibt es eine separate Eisbude.

Und wenn sich der Betrieb und das neue Serviceteam eingespielt haben, soll es auch Abende mit Livemusik und Craft-Bier geben. Neu sind auf einem zusätzlich angelegten Parkplatz vier Ladesäulen für Elektro-Autos und zwölf Steckdosen für E-Bikes.

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Sieben bis acht Hektar Land hat Kurt Lammert jüngst hinzu gekauft. Das möchte er in Zukunft auch nutzen, um im Landschaftsschutzgebiet weitere Tierarten in einem parkähnlichen Gelände anzusiedeln. Gut Landscheid, wo er auch Corona-Tests und eine Impfstation angeboten hatte, sei gut durch die schwere Pandemie-Zeit gekommen, ist Lammert erleichtert. „Wenn du im Vorfeld vernünftig gearbeitet hast, dann hast du auch den Support durch den Staat“, erklärt der erfolgreiche Geschäftsmann, dass Gut Landscheid durch die Nothilfen gut unterstützt worden sei.

60 Angestellte gehalten

„Wir waren ja doppelt betroffen: Erst durch die Pandemie und dann durch das Hochwasser“, erinnert er an die Zeit, als das Hotel komplett geschlossen werden musste. Jetzt herrscht offenkundig wieder Aufbruchstimmung im Tal. Alle 60 Angestellten konnte Lammert durch die Krise retten und behalten – manche seien halt vom Restaurant auf die Baustelle der Festscheune gewechselt, um dort die Ärmel aufzukrempeln und zu helfen.

Öffnungszeiten: Die Landscheider Festscheune ist im Probebetrieb zunächst mittwochs bis samstags ab 15 Uhr und sonntags ab 11 Uhr bis zur Abenddämmerung geöffnet.

www.gut-landscheid-de

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