Der ökumenische Hospizdienst Leichlingen begleitet seit 25 Jahren sterbende Menschen und ihre Angehörigen.
JubiläumLeichlinger Hospizdienst feiert 25. Geburtstag

Inka Stirl, Christine Schwung, Nicola Albanus vom ökumenischen Hospizdienst Leichlingen
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„Zeit für die Menschen haben“, antwortet Christine Schwung auf die Frage, mit welcher Motivation sie den Hospizdienst in Leichlingen leite. „Wir sind da für Sterbende, und wenn wir mehrere Stunden bei ihnen bleiben. Wir haben keinen Stress.“ Genau dafür habe Initiatorin Ute Schmidt vor 25 Jahren den Hospizdienst ins Leben gerufen.
Die „Gründungsmutter“, so nennt sie Schwung lachend, sei Krankenschwester gewesen und habe mit ihrem Pflegedienst Menschen zu Hause versorgt. „Sie fand es ganz furchtbar, wenn sie die Sterbenden wieder verlassen musste, weil sie keine Zeit mehr hatte.“ Also habe Schmidt ihre Freundinnen gebeten, sich zu den Betroffenen zu setzen und ihnen Gesellschaft zu leisten. „Mit dieser Idee im Kopf hat sie sich sehr für die Entstehung des Hospizdienstes eingesetzt“, erzählt Schwung.
Die Lebensgeschichten sind vielfältig
Heute engagieren sich neben drei hauptamtlichen Koordinatorinnen 65 Ehrenamtliche, hauptsächlich Frauen, beim Hospizdienst und begleiten sterbende Menschen zu Hause. Die Ehrenamtler, zu denen auch einige Rentner gehören, haben oder hatten die verschiedensten Berufe. Koordinatorin Nicola Albanus hält das für wichtig: „So finden wir immer eine passende Begleitung für den jeweiligen sterbenden Menschen.“ Die Freiwilligen kommen als Laien zum Hospizdienst, machen vor ihrem Einstieg dort aber eine sechsmonatige, von den Krankenkassen geförderte Ausbildung.
Albanus sagt, dem Hospizdienst gehe es darum, das Thema Sterben zu enttabuisieren. „Es gehört einfach zum Leben dazu, und es ist wichtig, über Trauer zu sprechen.“ Am meisten zählt aber für alle drei Koordinatorinnen das Interesse am Menschen. „Man muss gut zuhören können“, sagt Koordinatorin Inka Stirl. „Wir bekommen so vielfältige Lebensgeschichten mit, das ist sehr wertvoll.“
Auch junge Menschen haben schon mitgeholfen
Deshalb, betont Christine Schwung, freue sich der Hospizdienst auch über junge Menschen, die sich engagieren wollen. Die meisten Ehrenamtler seien zwar älter oder schon in Rente, aber es hätten auch schon eine 22- und eine 30-Jährige mitgeholfen. „Die Arbeit kann sehr bereichernd sein und die persönliche Entwicklung fördern“, sagt Schwung.
Am Samstag feiert die Einrichtung ihr Jubiläum, zu Gast sind auch Herbert Reul und Bürgermeister Frank Steffes. Um 17 Uhr soll es in der Christuskirche in Weltersbach losgehen. „Das Fest“, sagt Albanus, „ist für die Ehrenamtler“. Denn ohne sie könnte der Hospizdienst nicht gestemmt werden.