Neues teilte der Verbandsvorstand auch zur geplanten Kläranlage in Leverkusen mit.
JahresbilanzWupperverband schließt wichtige Projekte in Leichlingen ab

Der Wupperverband hat das Gelände am Murbach in Leichlingen aufgeweitet.
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Viel geschafft hat nach eigenen Angaben der Wupperverband im vergangenen und viel steht an im frisch angebrochenen Jahr für das öffentlich-rechtliche Unternehmen, das die Wasserwirtschaft im 813 Quadratkilometer großen Einzugsgebiet der Wupper betreut. Dazu zählen 14 Talsperren, elf Klärwerke, eine Schlammverbrennungsanlage sowie Hochwasserrückhalte- und Regenbecken. Insgesamt unterhält der Wupperverband, dem Städte, Gemeinden, Kreise, Wasserversorgungsunternehmen und anderes Gewerbe angehören, rund 2000 Kilometer Bäche und Flüsse.
Im Jahr 2025 feierte der Verband 95. Geburtstag. Vorstand Ingo Noppen blickte auf der letzten Versammlung im abgelaufenen Jahr zurück und voraus auf 2026. Im Frühjahr, vor allem im Februar und März 2025, hat es zu wenig geregnet. Dazu kamen weitere Trockenmonate im Jahresverlauf, heißt es vom Wupperverband. Der Verband reagierte, indem er seine Wasserabgabe an das Ökosystem Wupper anpasste, und weniger Wasser aus den Brauchwassertalsperren abgab, als eigentlich geplant, um einen bestimmten Pegel der Wupper zu halten. Zwar waren die Brauchwassertalsperren infolge der trockenen Monate leerer als sonst, aber man habe mit seiner Strategie Sauerstoffmangel und Fischsterben im Fluss verhindern können, teilt der Verband mit. Insgesamt habe man mit der geringeren Brauchwasserabgabe 9,2 Millionen Kubikmeter Wasser gespart und verhindert, dass vor allem Wupper- und Bever-Talsperre leerliefen.

Arbeiten zur Aufweitung des Murbachs im Juni 2025.
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Inzwischen begonnen haben die Arbeiten an der neuen Klärschlammverbrennungsanlage in Wuppertal-Buchenhofen. Die Anlage soll ab Ende 2028 schrittweise in Betrieb genommen werden: „Dort werden künftig die Klärschlämme aller Beteiligten verwertet.“ Sie sei ein Ersatz für die Verbandsanlage aus dem Jahr 1977.
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Leverkusen: Genehmigungsantrag für Kläranlage wird eingereicht
In Sachen neuer Kläranlage Leverkusen gab es ebenfalls Neuigkeiten: Die Planungen für die Anlage, die ab 2032 die Wasserreinigung unter anderem für Leverkusen und Leichlingen übernehmen soll, seien weit, im ersten Quartal 2026 soll der Genehmigungsantrag eingereicht werden.
Zum Hochwasserschutz hat der Wupperverband im vergangenen Jahr 21 neue Messsensoren installiert. Am Pastorat in Leichlingen gibt es eine neue Messstation, „die sowohl Daten zur Wassermenge als auch zur Gewässergüte der Wupper liefern wird“. Und durch den Meldepegel in Leichlingen werde die Vorwarnzeit für potenzielle Hochwasserlagen in Leichlingen und Leverkusen verbessert.

Die Bevertalsperre war im August nur zum Teil mit Wasser gefüllt.
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60 Pegel, 97 Sensoren und 48 Klima- und Niederschlagsstationen hat der Wupperverband inzwischen, deren Daten fließen ins Bergische Hochwassermeldesystem 4.0. Dafür gibt es auch ein eigenes Forschungsteam, das ein System entwickeln soll, „das mithilfe von Künstlicher Intelligenz lokale Überflutungen konkreter voraussagen kann“, so der Wupperverband. Der Prototyp für die Überwachungsübersicht sei bereits online, im Sommer 2026 soll es dafür zusätzlich eine App geben.
Ein weiteres Projekt des Wupperverbands war die Aufweitung des Murbachs am Sinneswald in Leichlingen. Dadurch kann bei Starkregen mehr Wasser abfließen und versickern. Und dadurch, dass das Team Hindernisse im Bach entfernt oder versetzt hat, habe man die Durchgängigkeit für Fische und Kleinstlebewesen geschaffen.

