Vier tonnenschwere Elemente sind eingesetzt, bis Ende des Jahres soll die 2,7 Millionen Euro teure Sanierung in Kall fertig sein.
Straße noch lange gesperrtDie neue Brücke über den Kallbach in Kall nimmt Gestalt an

Mit Muskelkraft und Erfahrung wird das Brückenteil an seinen Platz geschoben. Insgesamt vier 20 bis 25 Tonnen schwere Bauteile wurden eingesetzt.
Copyright: Stephan Everling
Ein kleiner Schritt auf der Baustelle, aber ein großer Schritt für die Kaller, die auf das Ende der Sperrung der Hindenburgstraße hoffen. Am Freitag wurden die Fertigbauteile der Brücke über den Kallbach auf ihren Platz auf den Widerlagern eingesetzt. Vier Betonteile, zwischen 20 und 25 Tonnen schwer, 2,50 Meter breit und rund 10 Meter lang, schwebten nacheinander an den Ketten des Baukrans über der Baustelle, bevor die Arbeiter sie passgenau einsetzten.
„Wir sind so langsam aus dem Dreck raus, heißt es im Hausbau, wenn der Keller fertig ist“, sagte Roman Schumacher, als Ingenieur bei der Aachener Firma Thormählen-Peuckert die Brücke geplant hat und den Bau überwacht. Für ihn sei es immer ein besonderer Moment, wenn das von ihm geplante Bauwerk schließlich über dem Bachbett errichtet werde. „Wenn die Brückenteile über dem Bachbett liegen, wird es darunter wieder dunkel“, beschrieb er seine Wahrnehmung.
Die Sanierung der Brücke in Kall wurde schon vor der Flut geplant
Keine ganz unkomplizierte Angelegenheit stellt die Sanierung der Hindenburgstraße dar, denn Schumacher hat es gleich mit zwei Bauherren zu tun. Zum einen steht die Straße als Landesstraße in der Verantwortung des Landesbetriebs Straßen NRW, zum anderen ist es die Gemeinde, in deren Aufgabenbereich die Nebenanlagen liegen. „Es ist eine Vereinbarung für das ganze Projekt über die Zusammenarbeit getroffen worden“, so der Ingenieur.
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Was jetzt in Kall umgesetzt wird, war schon lange fällig. „Die Sanierung der Brücke war bereits vor der Flut geplant“, sagte Schumacher. Bei der Katastrophe 2021 seien auch die Stützwände und Widerlager massiv beschädigt worden, so dass der gesamte Bau neu geplant werden musste.

Mit einem Schwerlastkran wurden die vorgefertigten Brückenteile auf die neuen Widerlager gesetzt.
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Den Fortschritt der Bauarbeiten verfolgten Roman Schumacher (v.l.), Patrick Nosbers, Günter Margraff und Emmanuel Kunz.
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„Das ist ein zentrales Projekt in Kall“, sagte Bürgermeister Emmanuel Kunz, der gespannt verfolgte, wie die Arbeiter der Firma Balter aus Losheim die tonnenschweren Fertigbauteile in die richtige Position ruckelten. Die Sperrung der zentralen Durchfahrtstraße bedeute Einschränkungen für die Bürger.
Doch auch wenn der Unterbau der Brücke nun steht, sind die Arbeiten längst nicht abgeschlossen. Denn auf diese in Andernach hergestellten Fertigteile werden zunächst noch 22 Zentimeter Beton gegossen. Erst dann wird abschließend die Fahrbahn gebaut. Anschließend werden die Versorgungsleitungen an der Brücke angebracht, wie Günter Margraff vom Tiefbauamt der Gemeinde Kall ausführte.
Die gesamte Baumaßnahme kostet 2,7 Millionen Euro
2,7 Millionen Euro sind insgesamt für das Projekt veranschlagt. Auch das Bachbett muss wiederhergestellt werden, erläuterte Schumacher: „Die Sohle wird in Absprache mit der unteren Naturschutzbehörde komplett in Beton mit einer Rinne hergestellt, so dass der Kallbach wieder durchgängig die Bachbewohner wird.“ Die haben es zur Zeit schwer, da der Bach in einer Röhre an der Baustelle vorbeigeführt wird.
Auch wenn der zeitliche Ablauf durch den Winter und Hochwasser im Kallbach ins Stocken geraten sei, sei der Kostenrahmen bisher im Soll, so Patrick Nosbers von Straßen NRW. „Bei Straßenbauprojekten gibt es in der Regel nicht solche Kostensteigerungen wie bei der Oper in Köln oder der Hamburger Elbphilharmonie“, erklärte Schumacher.
Bis Ende des Jahres soll das Projekt abgeschlossen sein, so Kunz. Es ist nicht die letzte Baustelle, die mit Sperrungen einhergeht: Als nächstes steht die Sanierung der Aachener Straße an. Die Details dazu stehen jedoch laut Kunz noch nicht fest.


