Die Werke des in Köln geborenen Komponisten zeichnen sich durch satirische Elemente und Anspielungen auf Personen und Ereignisse aus.
150 aus 150Jacques Offenbach prägte die Operette als eigenständige Gattung

Jacques Offenbach wurde durch Werke wie „Orpheus in der Unterwelt“ und „Hoffmanns Erzählungen“ berühmt.
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Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 19. Teil der Serie geht es um den Komponisten Jacques Offenbach.
Bedeutung
Die Operette als eigenständige Musikrichtung ist eng mit dem Namen Jacques Offenbach verbunden. Der Sohn Isaac Offenbachs, Kantor der Synagoge, wuchs in Köln auf und siedelte als Vierzehnjähriger nach Paris über, wo der Vater ihm eine bessere Ausbildung gewährleisten wollte. Offenbach machte dort schnell Karriere als Cellist. Seit 1836 komponierte er zunächst kleinere Stücke, seit 1855 führte er in einem eigenen Theater längere Werke auf. Das bedeutendste, „Orpheus in der Unterwelt“, hatte im Oktober 1859 Premiere.
Offenbachs Stücke zeichneten sich durch satirische Elemente sowie zahlreiche Anspielungen auf Personen und Ereignisse aus. Insgesamt komponierte Offenbach 75 Werke für Violoncello und 105 Bühnenwerke wie „Pariser Leben“ (1866). Nach dem deutsch-französischen Krieg 1870/71, in dem Offenbach von beiden Seiten beschimpft wurde, sank sein Ruhm. Der Musikgeschmack änderte sich. Eine Tour durch die USA verbesserte die finanzielle Lage des Vaters von fünf Kindern.
Jacques Offenbach
Geboren: 20. Juni 1819 in Köln
Gestorben: 5. Oktober 1880 in Paris
Wirken in Köln
Als Elfjähriger trat Offenbach am Cello mit zwei Geschwistern im Gymnischen Hof auf, um zum Unterhalt der Familie beizutragen. Immer wieder führten ihn seine Wege von Paris zurück ins heimische Köln. 1839 würdigte die „Kölnische Zeitung“ anlässlich eines Besuchs von Offenbach, dass seine Kompositionen „Reichtum und Tiefe der Phantasie“ sowie „Originalität“ verrieten. In der Revolutionszeit 1848/49 lebte Offenbach mit seiner Familie in Köln, wo am 7. Januar 1849 unter seiner Leitung die Komische Oper „Marielle“ uraufgeführt wurde.
Bemerkenswert
1850 bis 1856 war Offenbach musikalischer Leiter der bedeutendsten französischen Sprechbühne, der Comédie-Française. Den größten Erfolg erzielte Offenbach mit der Oper „Hoffmanns Erzählungen“, deren Uraufführung 1881 er aber nicht mehr erlebte.
Spuren in der Stadt
Eine Figur am Ratsturm, der Platz vor der Oper und eine Straße in Pesch erinnern an Offenbach. An der Stelle des 1870 abgerissenen Geburtshauses, Großer Griechenmarkt Nr. 1, hängt eine Gedenktafel. Das Historische Archiv der Stadt Köln begann Anfang der 1960er Jahre, durch Ankäufe einen bedeutenden Nachlass zusammenzustellen. Im Jahr seines 200. Geburtstages organisierte die Kölner Offenbach-Gesellschaft zahlreiche Veranstaltungen.
Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.
