Die Zahl der verkauften Oper-Abos hat sich fast verdreifacht. Auch das Schauspiel vermeldet gute Zahlen. Und die Tanz-Abos sind bereits ausverkauft.
Neueröffnung am OffenbachplatzTicket-Boom bei der Kölner Oper

Die Imagekampagne für die sanierte Kölner Oper hat offensichtlich gewirkt.
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Das Publikumsinteresse an der ersten Spielzeit der Kölner Bühnen am Offenbachplatz übertrifft alle Erwartungen. Am 19. und 20. September sollen Oper und Schauspiel mit einer großen Eröffnungsfeier in ihre sanierten Häuser in der Innenstadt zurückkehren – nach 14 Jahren Bauzeit und reinen Baukosten von 798,6 Millionen Euro.
Der Abo-Verkauf für die Spielzeit 2026/27 läuft bereits seit Ende März. Vor allem die Oper hat hier kräftig zugelegt. Eine Verdopplung der Abo-Zahlen hatte sich Opernintendant Hein Mulders zum Ziel gesetzt, mittlerweile bewegt man sich auf eine Verdreifachung zu: 1629 Abos wurden bislang für die kommende Spielzeit abgeschlossen – der Abo-Verkauf läuft aber noch. In der gesamten Spielzeit 2025/26 waren es 649 Abos, eine Steigerung von 151 Prozent.
Viele haben den Sprung über den Rhein nicht geschafft
Grundsätzlich, sagt der Kölner Opernintendant Hein Mulders, spiele das klassische Abonnement nicht mehr eine so große Rolle wie früher. Die Menschen entscheiden sich kurzfristiger, ob sie abends in die Oper gehen wollen, kaufen direkt Karten oder haben ein Wahl-Abo. Deshalb waren im Staatenhaus die Abo-Zahlen relativ niedrig. Zwar sei, so Mulders, die Deutzer Interimsspielstätte sehr gut angenommen worden, man habe dort auch ein neues Publikum gewinnen können, „aber offenbar gab es noch eine ganze Menge Menschen, die den Sprung über den Rhein nicht geschafft haben“.
Dieses Traditionspublikum, das lieber warten wollte, bis sein altes Opernhaus wieder öffnet, scheint nun aber in Scharen an den Offenbachplatz zurückzukehren. „Das zeigt: Die Menschen haben Lust auf unser Programm und sie sind neugierig auf den Offenbachplatz! Bestätigt wurde uns diese Neugierde nach dem Start des Einzelkartenverkaufs für Oper und Tanz am vergangenen Montag: Nach dem ersten Verkaufstag sind bereits mehr als ein Drittel der verfügbaren Plätze der gesamten Spielzeit 2026/27 vergeben“, berichtet Mulders.
Leute, ihr müsst Gas geben.
Auch das Interesse an den neuen Bühnen-Cards sei groß: „Mit diesem neuen Angebot, Oper und Schauspiel an 365 Tagen zum ermäßigten Preis zu besuchen, haben die Bühnen Köln offenbar einen Nerv getroffen.“ Während für die großen Produktionen im Staatenhaus jeweils rund 800 Plätze zur Verfügung standen, gilt es ab September, 1300 Sitze zu füllen, also 500 Plätze mehr pro Abend. Daran, dass das gelingt, hat Mulders allerdings keine Zweifel mehr. Die Eröffnungspremiere, Richard Strauß’ „Der Rosenkavalier“, laufe besonders gut, doch das Interesse verteile sich heterogen auf alle Produktionen. Deshalb rät Mulders allen potenziellen Opern-Besuchern: „Leute, ihr müsst Gas geben.“
Auch das Schauspiel konnte seine Abo-Zahlen um 20 Prozent steigern, von 1402 für die laufende Spielzeit auf bislang 1683 verkaufte Abos für die Spielzeit 2026/27. „Unsere erste Spielzeit geht jetzt im Mai ins Finale und erreicht eine fantastische Auslastung“, sagt Kay Voges, der vergangenes Jahr als neuer Schauspiel-Intendant angetreten war. „Viele Produktionen, die während der ganzen Spielzeit ausverkauft waren, sind zum letzten Mal zu sehen. Wir freuen uns über den überwältigenden Zuspruch unseres Publikums, der sich für die nächste Saison schon jetzt in den Abos noch einmal steigert.“ Die durchschnittliche Auslastung von Oper und Schauspiel liegt derzeit bei 87 (Oper) beziehungsweise 89 Prozent (Schauspiel). Im Juni geht das Schauspiel Köln mit seinem gesamten Programm in den Vorverkauf.
Gleiches gilt für die Tanzgastspiele (700 auf 826 Abos), wobei deren Auslastung bereits seit vielen Jahren bei 100 Prozent liegt. Das Wahl-Abo, das sich für den Rückzug ins Opern- und Schauspielhaus noch einmal gesteigert hatte, ist laut Tanzkuratorin Hanna Koller, jetzt ausverkauft: „Mehr geht nicht! So ein Zuspruch spiegelt die enorme künstlerische Qualität der Companies wider.“
Erleichterung herrscht auch beim Kölner Kulturdezernenten Stefan Charles. Die Stadt hatte 3,5 Millionen Euro für die Kampagne zur Wiedereröffnung der Bühnen am Offenbachplatz bereitgestellt, davon 2,1 Millionen für eine Werbekampagne und 1,4 Millionen Euro für ein mehrtägiges Eröffnungsfest.
Die positive Entwicklung der Abonnementzahlen zeige nun, so Charles, wie groß die Vorfreude auf die Rückkehr der Oper an den Offenbachplatz sei: „Viele Menschen verbinden mit der Oper Köln nicht nur herausragende Kunst, sondern auch ein Stück kulturelle Identität unserer Stadt. Dieses Vertrauen und diese Begeisterung sind ein starkes Signal – für die Strahlkraft der Oper Köln und für die Bedeutung von Kultur in Köln insgesamt.“


