Die Bühnen stehen in Köln vor allem wegen der teuren Sanierung im Fokus. Bald sollen sie eröffnen. Und ab 2027 soll ein neuer Chef die Geschäfte führen.
„Erfahrener Kulturmanager“Kornacki soll Geschäfte der Kölner Bühnen führen

Andreas Kornacki soll sich unter anderem um die Finanzen der Bühnen Köln kümmern.
Copyright: Jörg Walter
Ein gutes halbes Jahr nach dem Abschied des früheren geschäftsführenden Direktor Patrick Wasserbauer nach München haben die städtischen Kölner Bühnen einen Nachfolger gefunden: Andreas Kornacki soll seinen Job zum 1. Januar 2027 antreten, seit 2022 arbeitet Kornacki als kaufmännischer Geschäftsführer des Düsseldorfer Schauspielhauses.

Patrick Wasserbauer verließ die Bühnen 2025.
Copyright: Max Grönert
Noch braucht es aber die Zustimmung des Hauptausschusses und des Betriebsausschusses Bühnen des Stadtrates. Die Gremien tagen jeweils am 8. und 25. Juni.
Kornacki soll Übergangsdirektor Fülle ablösen
Nach Wasserbauers Abschied zum 1. November des Vorjahres hatte übergangsweise Bernd Fülle den Job in Köln übernommen, er war schon einmal 16 Jahre bis 2002 Direktor der Kölner Bühnen. Seinen Vertrag verlängerte Fülle nun noch einmal bis Ende Oktober, so bleibt der Posten für zwei Monate bis zu Kornackis geplantem Beginn vakant.
Kornacki hat bisher unter anderem für das Deutsche Schauspielhaus Hamburg, die Kampnagel Internationale Kulturfabrik sowie das Theater Neumarkt in Zürich in leitenden Funktionen gearbeitet.

Bernd Fülle ist derzeit geschäftsführender Direktor der Bühnen der Stadt Köln.
Copyright: Imago
In ihrer Mitteilung schreibt die Stadt Köln: „Seine Laufbahn verbindet künstlerisches Verständnis mit fundierter Expertise in der Steuerung komplexer Kulturbetriebe.“
Das wird es auch brauchen. Denn die Bühnen stehen angesichts der Finanzlage durch die rund 1,465 Milliarden Euro teure Sanierung (Planung, Bau, Interimsspielstätten und Kredite) vor großen Herausforderungen. Als eigenbetriebsähnliche Einrichtung der Stadt erhalten die Bühnen einen Zuschuss, um ihren Betrieb und die Sanierung zu finanzieren.
50 Millionen Euro jährlich für Zinsen und Abschreibungen
Und erst nach dem Abschluss der 14-jährigen Bauzeit und der bevorstehenden Wiedereröffnung der vier Häuser (Oper, Schauspiel, Kleines Haus, Kinderoper) am Offenbachplatz im September schlagen die Kosten der Sanierung sich sofort in der Bilanz wieder.
Allein für Zinsen und Abschreibungen der Sanierung sind etwa für die Spielzeit 2026/27 insgesamt rund 49,7 Millionen Euro vorgesehen. Das wirkt sich massiv auf den Betriebskostenzuschuss aus, den die Stadt aus ihrem Haushalt an die Bühnen zahlt.
Stadt zieht Kostendeckel ein
Aus 68,5 Millionen Euro für 2018/2019 sind für 2025/2026 insgesamt knapp 125 Millionen Euro geworden. Im Wirtschaftsplan aus dem Juni 2025 heißt es: „Dieser Betrag stellt grundsätzlich die maximale Finanzierung durch die Stadt Köln dar.“
Bleibt es angesichts der laut Kämmerin Dörte Diemert „dramatischen“ Haushaltslage der Stadt bei diesem Maximal-Betrag, müssen die Bühnen-Verantwortlichen schauen, wie sie mit diesem Kostendeckel umgehen. Im Wirtschaftsplan gehen sie von „erheblichen Defiziten“ für die nächsten Jahre aus.
Ticket-Boom bei der Oper
Zuletzt hatten die Bühnen mitgeteilt, dass der Abonnement-Vorverkauf für Oper und Schauspiel die Erwartungen übertreffe, die Oper beispielsweise hat die Zahl verdreifacht. Die Verantwortlichen hatten vor allem für die erste Spielzeit 2026/2027 vergleichsweise konservativ geplant und gingen im Wirtschaftsplan von weniger Einnahmen durch Ticketverkäufe aus im Vergleich zu ersten Analysen.
Das hätte auch Folgen für die gerade frisch sanierten Spielstätten: „Gemäß dem Grundsatz ‚Mindererlöse führen zu Minderaufwendungen‘ planen die Bühnen entsprechende Einsparungen im Aufwand, unter anderem in den Bereichen Marketing und Bauunterhalt.“
