Zwei Azubis aus einem Leichlinger Betrieb haben sich den Sieg beim Landschaftsgärtner-Cup NRW 2026 geholt.
NRW-MeisterschaftLeichlinger Azubis sind die besten Nachwuchs-Gartenbauer

Marvin Mühlhoff (l.) und Leon Keller mit ihrer stolzen Chefin Petra Lüttge
Copyright: Charlotte Breidohr
Sie teilen dieselbe Leidenschaft für den Beruf, dieselbe Arbeitsmoral und sie verstehen sich ohne viele Worte: Genau dieses Zusammenspiel hat die beiden Nachwuchs-Landschaftsgärtner Leon Keller (19) und Marvin Mühlhoff (20) bis an die Spitze gebracht. Beim diesjährigen Landschaftsgärtner-Cup NRW des Verbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau NRW e. V. holten die Auszubildenden des Leichlinger Betriebs Gartenplan Esken & Hinrichs jetzt den ersten Platz und setzten sich gegen 130 Teams aus ganz Nordrhein-Westfalen durch.
„Ob wir gewinnen, waren wir uns bis zum Schluss überhaupt nicht sicher“, sagt Leon bescheiden. Er hatte die Vorbereitung auf den Wettbewerb praktisch als Vorbereitung auf die kommende Abschlussprüfung gesehen. Als schließlich die Sieger verkündet wurden, brauchte es erst einen Moment, bis die Nachricht richtig angekommen sei. „Danach haben wir uns natürlich gefreut“, ergänzt Marvin. Im Westfalenpark Dortmund wartete auf die Teilnehmer ein Wettbewerb aus Prüfung, Teamarbeit und Stresstest vor einer Jury und Publikum.
Zwischen Pflanzenkunde und Präzisionsarbeit
Zwei Tage lang mussten die Teams zeigen, was sie während ihrer Ausbildung gelernt haben: Die Aufgaben reichten von Pflanzenkenntnissen über Baustellenarbeiten bis zu theoretischem Wissen. „Wir mussten mit Schnüren eine Fläche einmessen und 25 Pflanzen bestimmen, mit deutschem und botanischem Namen“, erklärt Leon. „Dann gab es Bilder von Schäden an Pflanzen und wir mussten erkennen, welche Krankheiten oder Schädlinge dahinterstecken.“ Besonders knifflig wurde es bei einer Aufgabe mit einem Minibagger: Einer der beiden saß am Steuer, allerdings ohne Sicht auf die Baustelle. Der andere durfte nur mündliche Anweisungen geben, damit Steine exakt gestapelt werden konnten.

Marvin Mühlhoff und Leon Keller mit dem Siegerpokal
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Über Monate hatten sich die beiden Solinger auf den Wettbewerb vorbereitet. Im Betrieb, der Berufsschule und auch nach Feierabend. „Wir haben viel geübt“, sagt Marvin. „Vor allem Pflanzenbestimmung und praktische Sachen.“ Die beiden waren nicht von Anfang an ein eingespieltes Team. „Während der Ausbildung haben wir oft auf unterschiedlichen Baustellen gearbeitet“, sagt Leon. „Aber über die Zeit sind wir Freunde geworden.“
Diesen Eindruck hatte auch ihre Chefin Petra Lüttge. Gemeinsam mit ihrem Mann Heiko führt sie den Leichlinger Betrieb, der zu der Genossenschaft „Gärtner von Eden“ mit rund 30 Mitarbeitenden und sieben Auszubildenden gehört. Für den Wettbewerb war nicht nur die Familie der beiden jungen Männer angereist, sondern auch die Lüttges mit ihren Kindern.
Nach dem Pokal wartet die nächste Herausforderung
„Wir sind sehr stolz und es war schön, die beiden bei der Prüfung zu beobachten. Jeder hat seine Stärken eingebracht und sie sind ein super Team“, sagt Petra Lüttge. Leon liege eher der Bereich Bautechnik, Naturstein und Betonarbeiten. Marvin ist stärker bei Pflanzen und Pflege. Für sie sei der Wettbewerb ihrer Auszubildenden unabhängig von der Platzierung wichtig gewesen. „Junge Leute verlassen dabei ihre gewohnte Umgebung und messen sich mit anderen. Das ist eine tolle Erfahrung“, so die Chefin.
Viel Zeit, den Sieg ausgiebig zu feiern, bleibt allerdings nicht: Beide müssen noch einen Tag Berufsschule und kommende Woche die Abschlussprüfungen hinter sich bringen, um ihre Ausbildung abzuschließen. Wie es für sie weitergeht, wissen sie auch schon: Neben der Übernahme im Leichlinger Betrieb stehen im September die Deutschen Meisterschaften in Nürnberg an. „Man braucht ja Herausforderungen“, sagt Marvin cool. Stillstehen passt eben nicht besonders gut zu Landschaftsgärtnern.
Beim Landschaftsgärtner-Cup NRW treten Auszubildende des Garten- und Landschaftsbaus in Zweierteams gegeneinander an. In diesem Jahr nahmen 130 Teams teil, so viele wie noch nie. Gefragt sind Pflanzenwissen, handwerkliches Können, Präzision und Teamarbeit. Die Sieger qualifizieren sich für die Deutschen Meisterschaften.

