Das marode Brückenbauwerk über die Sülz ist noch bis 18. Juni in Betrieb. Bis die neue Sülzbrücke fertig ist, dauert es noch bis Anfang 2027.
RösrathKran hievt tonnenschwere Behelfsbrücke Lehmbach in Position

Die Behelfskonstruktion ist erst ab dem 18. Juni befahrbar. Dann kann auch mit dem Abbruch der alten Brücke begonnen werden. Anschließend kann der Neubau starten.
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Straßen NRW hat den ersten wichtigen Schritt beim Ersatz der Sülzbrücke in Lehmbach geschafft. Die Behelfsbrücke über die Sülz ist an Ort und Stelle. „Termingerecht“ sei die 54 Tonnen schwere Konstruktion eingehoben worden, meldet der Landesbetrieb Straßenbau NRW. Dafür sorgte ein Kran, er hievte die 26 Meter lange Behelfsbrücke in die vorgesehene Position.
Die Konstruktion besteht laut Straßen NRW aus mehr als 5000 Einzelkomponenten. Die wurden in den vergangenen drei Wochen vor Ort vormontiert. Seit Mittwoch ist die Behelfsbrücke inklusive Fahrbahnplatten an ihrem Platz. Sobald auf beiden Seiten auch die Anschlüsse zu Straße und Gehweg fertig seien und alles nach „ausführlicher Bauwerksprüfung“ freigegeben ist, folgt am 18. Juni der nächste Schritt, kündigt Straßen NRW weiter an.
Für die Verkehrsteilnehmenden ändert sich mit Behelfsbrücke erstmal wenig
Denn erst ab diesem Tag kommt die Behelfsbrücke tatsächlich zum Einsatz, und die bestehende marode Brücke wird gesperrt und für den Abbruch vorbereitet. Für die Verkehrsteilnehmenden ändert das erstmal wenig: Auch die Behelfsbrücke hat nur eine Fahrspur und einen Gehweg. Der Verkehr wird deshalb weiterhin – wie schon seit Beginn der Bauarbeiten – per Baustellenampel geregelt. Radfahrende sind gehalten, ihr Fahrrad über den Gehweg zu schieben.
Wie aktuell bereits die marode alte Brücke,darf auch die Behelfsquerung nur von Fahrzeugen bis maximal 30 Tonnen genutzt werden, informiert Straßen NRW. Schwerlastverkehr über 30 Tonnen wird weiter wie bisher großräumig umgeleitet, entsprechende Schilder sind inzwischen aufgestellt: Aus Richtung Norden ab Untereschbach über Heiligenhaus Richtung Dahlhaus, aus Richtung Süden ab Hoffnungsthal über Dahlhaus Richtung Heiligenhaus. Und was passiert im Notfall? Für Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei schalten die Ampeln im Einsatzfall automatisch auf Rot, informiert Straßen NRW. So könnten Einsatzkräfte die Brücke jederzeit ohne Zeitverlust passieren.
Die neue Sülzbrücke soll Ende des ersten Quartals 2027 fertig sein
Die neue Sülzbrücke soll schließlich ab Sommer 2026 nach und nach Gestalt annehmen und Ende des ersten Quartals 2027 fertig sein. Weil dafür zunächst das marode Bauwerk aus dem Jahr 1953 abgebrochen werden muss, bleibt die Behelfsbrücke bis zum Abschluss der Arbeiten im Einsatz.
Die künftige neue Sülzbrücke ist als Plattenbalkenbrücke in Spannbetonbauweise mit Fertigteilen vorgesehen. Dabei wird die Fahrbahnplatte von einem oder mehreren Längsträgern, Balken, gehalten. Sie wird mit 18,50 Metern (bisher: 23,80 Meter) die Sülz überspannen. Die Fahrbahn ist beidseitig jeweils 3,50 Meter breit. Auf einer Seite wird ein kombinierter Rad- und Gehweg entstehen, auf der anderen Seite ein Gehweg – jeweils mit einer Breite von jeweils 2,50 Metern.
Verein Lebenswertes Sülztal kritisiert hydraulische Berechnungen
Von Beginn an war das Projekt beim Verein Lebenswertes Sülztal auf Kritik gestoßen. Er monierte, dass den hydraulischen Berechnungen im Auftrag von Straßen NRW zwar geltende - aber bereits veraltete - Hochwasserwerte zugrunde lägen. Zudem seien in Gutachten die Verklausungsgefahren, also Überflutungsrisiken durch ineinander verkeiltes Treibgut, nicht hinreichend berücksichtigt.
Straßen NRW betont indes: „Die Brücke ist so geplant, dass sie den Wasserfluss nahezu nicht beeinflusst und ein 100-jährliches Hochwasser zuverlässig bewältigen kann.“ Die Berechnungen stützten sich auf die zum Planungsstand amtlich verfügbaren hydrologischen Datensätze: „Die Abflüsse wurden mit Stand 2019 amtlich bestätigt. Dabei wurden alle Einflüsse, wie um Beispiel auch die seitlichen Zuflüsse berücksichtigt.“ Beim Neubau werde zudem der Freibord – der Sicherheitsabstand zwischen Wasseroberfläche und Brückenunterkante – von 30 auf 50 Zentimeter erhöht, was das Verklausungsrisiko vermindere. Dafür wird die Straße um 20 Zentimeter angehoben.

