Leichlinger QuartierstreffDie Stadt als letzte Hoffnung zum Überleben

Sie hoffen auf Geldgeber, sonst droht das Aus nach drei Jahren: Sabine Rauh, Beatrix Gölzenleuchter und Hilde Cordes (von links) vom Leichlinger Quartierstreff an der Gartenstraße.
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- Die Förderung durch die Stiftung Wohlfahrtspflege ist ausgelaufen.
- Ein Rettungsschirm der Stadt reicht nur bis zum Jahresende.
- Es soll versucht werden, neue Partner zu finden.
Leichlingen – Stanislaus Stegemann wirkt nicht mutlos, aber immer noch ein wenig verzweifelt. Kein Wunder: Kürzlich erst erfuhr der Leiter des Altenzentrums Hasensprungmühle, dass für den Leichlinger Quartierstreff ab dem 1. Januar 2021 kein Geld mehr zur Verfügung stehen wird. Die unter der Trägerschaft des von Stegemann geleiteten Altenzentrum Hasensprungmühle stehende Institution in der Gartenstraße war bis zum 1. Juni dieses Jahres drei Jahre lang hauptsächlich von der Stiftung Wohlfahrtspflege finanziert worden. Der Vertrag lief aus. Die Stadt Leichlingen bewilligte zwar einen Rettungsschirm. Aber der gilt nur bis Jahresende.
Dann droht eben das Aus. Vor allem weil der Antrag auf zukünftige Förderung bei der Stiftung des Deutschen Hilfswerkes, zuletzt abgelehnt wurde. „Ohne Begründung“, wie Stegemann sagt. „Und nachdem wir eigentlich ganz optimistisch gewesen waren, dass wir einen positiven Bescheid bekommen“, betont Sabine Rauh, die den Treff leitet.
Auf Hauptamtler angewiesen
An ihr und ihrer Kollegin Hilde Cordes hängt die ganze bedauernswerte Angelegenheit letztendlich auch. Schließlich sind die beiden Frauen hauptamtlich angestellt, betreuen den Quartierstreff seit dessen Eröffnung 2017 und teilen sich dafür eine Vollzeitstelle. Die anfallenden Personalkosten – Stegemann spricht von 80 000 Euro im Jahr – wurden bislang durch die Stiftung gedeckt und werden ohne diese Unterstützer nicht gezahlt werden können.
„Wir sind aber auf hauptamtliche Mitarbeiter angewiesen. Das, was hier geleistet wird, kann nicht allein von ehrenamtlichen Menschen erbracht werden“, sagt Stegemann. Es geht um zahlreiche Freizeitangebote, Seminare, Kurse, die sich mittlerweile nicht mehr nur wie anfangs an alte Menschen richten, sondern auch an junge. An Menschen mit und ohne Behinderung. An Frauen und Männer. An Mütter und Väter. „Bis zu 400 Besucher haben wir vor Corona im Monat gehabt“, sagt Beatrix Gölzenleuchter, die ehrenamtlich dabei ist.
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Die letzte Hoffnung ruht nun auf der Stadt und Bürgermeister Frank Steffes. Mit dem hat Stegemann zuletzt gesprochen – und die Zusicherung bekommen, dass man den Quartierstreff erhalten wolle. Gleichwohl bedeutet auch das noch lange nicht das Überleben, denn laut Stegemann sei man ja nicht die einzige Institution, die Hilfe benötige. Steffes regt an, „Partner mit ins Boot zu holen, um zu helfen.“ Das sei unerlässlich. Welche das sind, steht noch nicht fest, soll aber alsbald geklärt werden.



