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MusicalNew York in 24 Stunden – „On the Town“ im Forum Leverkusen

3 min
„New York ist der Sammelbegriff für Großstadt, damals wie heute. Dieses schnelle, bunte, scharf Geschnittene hört man auch in Leonard Bernsteins Musik“, sagt Stephan Kanyar.

„New York ist der Sammelbegriff für Großstadt, damals wie heute. Dieses schnelle, bunte, scharf Geschnittene hört man auch in Leonard Bernsteins Musik“, sagt Stephan Kanyar.

Im Forum Leverkusen bringt Leonard Bernsteins Musical „On the Town“ eine energiegeladene Großstadtnacht voller Humor, Magie und Wehmut auf die Bühne.

„New York ist der Sammelbegriff für Großstadt, damals wie heute. Dieses schnelle, bunte, scharf Geschnittene hört man auch in Leonard Bernsteins Musik.“ Mit diesem Satz bringt der musikalische Leiter Stephan Kanyar die Klangwelt von Leonard Bernsteins Musical „On the Town“ auf den Punkt.

Zu Beginn ist die Spitze des Empire State Buildings auf der Bühne zu sehen, zeitgleich erklingt „New York, New York – it’s a wonderful town“. Blinkende Lichter erwecken eine pulsierende Metropole zum Leben. Im Mittelpunkt stehen drei Matrosen, die für 24 Stunden in New York Landgang haben. Gabey, Ozzie und Chip wollen ihre kurze Freiheit auskosten, bevor sie in den Krieg zurückkehren. Doch die ausgelassene Nacht wird immer wieder von Momenten durchbrochen, die ihre Zukunft infrage stellen.

Zusammenspiel von Hochschule, Orchester und Theater

Die Produktion ist in Kooperation zwischen dem Theater und Konzerthaus Solingen, den Bergischen Symphonikern und der Folkwang Universität der Künste entstanden. Rund 35 Musikerinnen und Musiker im Orchester sorgen für einen kräftigen Klang, dazu kommen 13 Studierende im letzten Studienjahr und zwei Gäste auf der Bühne.

Stephan Kanyar beschreibt das Werk als „Kern-DNA des Genres Musical“. „Ich bin damit aufgewachsen, dass Leonard Bernstein eine absolute Lichtgestalt der Musikkunst ist. ‚West Side Story‘ ist mein Herzensmusical, und ich freue mich immer darauf, mich mit dieser Musik auseinandersetzen zu dürfen.“

Über die Songs sagt er: „Die Kompositionen sind von so herausragender Qualität, dass sie absolut relevant sind.“ Die Musik lebt von starken Gegensätzen: schnelle, rhythmische Passagen treffen auf ruhigere, intime Momente. Außerdem schreibe Leonard Bernstein aus der handelnden Figur heraus: „So entstehen diese hochemotionalen, aufrichtigen Titel“, sagt Stephan Kanyar.

Die Inszenierung verwandelt die Bühne ständig in neue Orte: Naturkundemuseum, Nachtclub, U-Bahn oder Coney Island mit Riesenrad. Projektionen und Lichtwechsel verstärken den Eindruck einer Stadt, die niemals stillsteht.

Paarszene aus Leonard Bernsteins Musical „On the Town“.

„Für mich das Tolle an dem Stück ist, dass es trotzdem mit einer leichten Handschrift erzählt wird“, sagt Stephan Kanyar.

Ein Blick von den Wolkenkratzern

Auch Humor spielt eine große Rolle. Ein zum Leben erweckter Steinzeitmensch im Museum sorgt für Lacher beim Publikum, ebenso wiederkehrende Running Gags zwischen einer Sekretärin und ihrer Freundin. Besonders auffällig ist eine schrille, betrunkene Gesangslehrerin, die beim Publikum gut ankommt.

Im zweiten Akt rückt der Abschied immer näher, denn die Matrosen müssen zurück auf das Schiff, um in den Krieg zu ziehen. Das Quartett, in dem zwei Paare darüber singen, dass es noch so viel gibt, was sie nicht voneinander wissen, ist besonders berührend. Ob es ein Danach für die beiden geben wird, kann nicht beantwortet werden. „Für mich das Tolle an dem Stück ist, dass es trotzdem mit einer leichten Handschrift erzählt wird“, sagt Stephan Kanyar.

Das ist das Schöne an dem Musical. Es ist wie New York, jeder kann entscheiden, welches Gefühl er mit nach Hause nimmt.
Stephan Kanyar, musikalischer Leiter

Im Finale verbinden sich noch einmal Musik, Bühnenbild und Handlung ganz intensiv miteinander. Die Bühne zeigt im Hintergrund den Blick aus der Vogelperspektive von den Wolkenkratzern auf das Kriegsschiff hinunter. Der Satz „It’s a hell of a town“ schließt den Bogen zum Anfang.

Nach rund zwei Stunden endet der Abend mit begeistertem Beifall. „Das ist das Schöne an dem Musical. Es ist wie New York, jeder kann entscheiden, welches Gefühl er mit nach Hause nimmt“, sagt Stephan Kanyar.


Das Musical „On the Town“ wird am Samstag, den 16. Mai 2026, um 19.30 Uhr im Teo Otto Theater in Remscheid aufgeführt. Tickets sind an der Theaterkasse des Theaters sowie online über www.theaterticket.remscheid.de erhältlich. Die Preise liegen je nach Platzkategorie bei etwa 10 bis 40 Euro.