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Sanierung fast fertigWasser kehrt ins Burscheider Vitalbad zurück

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Das Vitalbad in Burscheid war seit August 2023 geschlossen, am Freitag wurde begonnen, das größte Mehrzweckbecken mit Wasser zu füllen.

Das Vitalbad in Burscheid war seit August 2023 geschlossen, am Freitag wurde begonnen, das größte Mehrzweckbecken mit Wasser zu füllen.

Die Becken im Burscheider Vitalbad werden derzeit mit Wasser gefüllt. Bald soll das Schwimmbad wieder eröffnet werden.

Langsam steigt der Wasserstand im großen Schwimmbecken. Noch sieht es im Burscheider Vitalbad nach Baustelle aus, einige Fliesen wurden noch nicht verlegt und Handwerker laufen durch die Halle. Doch nach fast drei Jahren auf dem Trockenen passiert das, worauf viele in Burscheid gewartet haben: Das Wasser kommt zurück.

„Endlich können wir etwas Positives berichten, ab sofort werden die Becken wieder mit Wasser gefüllt“, sagt Geschäftsführer Christian Meuthen (61) bei einem Pressetermin am Freitagmorgen. Für die Verantwortlichen ist das mehr als ein technischer Schritt. Nach jahrelanger Baustelle gilt die Befüllung als sichtbares Zeichen dafür, dass sich die Sanierung des beliebten Schwimmbads tatsächlich dem Ende nähert.

Aus einem Jahr Sanierung wurden fast drei

Eigentlich sollte das Vitalbad nur rund zwölf Monate geschlossen bleiben. Doch aus der geplanten Sanierung wurde ein Großprojekt. Seit August 2023 wird das Bad grundlegend modernisiert. Besonders problematisch war der marode Beton rund um die Becken und den Dusch- und WC-Bereich. Im Außenbecken hatte das Solewasser über Jahre Schäden verursacht, Armierungen rosteten, Teile des Betons platzten ab.

Geschäftsführer Christian Meuthen (l) und Bad-Betriebsleiter Karsten Baum

Geschäftsführer Christian Meuthen (l) und Bad-Betriebsleiter Karsten Baum freuen sich über die baldige Eröffnung

Viele Schwimmbäder aus den 1970er-Jahren kämpfen mit genau diesen Problemen. Auch in Burscheid habe man früh gewusst, dass umfangreiche Arbeiten nötig werden würden. Bereits 2015 wurden die Schäden erstmals dokumentiert. Für Besucher bedeutete das: Das beliebte Bad musste schließen. Besonders bitter nach den schwierigen Corona-Jahren, gerade als sich die Besucherzahlen wieder stabilisiert hatten. Rund 230.000 Gäste kamen zuletzt jährlich ins Vitalbad.

Möglich wurde die Sanierung schließlich durch Fördermittel aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“. Mehr als 1,7 Millionen Euro flossen dadurch nach Burscheid. Die letztendlichen Kosten laut Geschäftsführung: 4,5 bis 5 Millionen Euro und somit zehn Prozent mehr als ursprünglich veranschlagt.

Barrierefreiheit und neue Technik

Bei der Sanierung ging es nicht nur um nötige Reparaturen. Das Bad wurde gleichzeitig modernisiert und technisch erneuert. Besonders sichtbar: die neue Barrierefreiheit. Hubplattformen verbinden künftig verschiedene Ebenen, hinzu kommen eine barrierefreie Einzelumkleide sowie taktile Leitsysteme für sehbehinderte Menschen. Auch hinter den Kulissen wurde viel gearbeitet. Große Teile der technischen Anlagen und Steuerungssysteme wurden modernisiert, um den Betrieb künftig energiesparender und wirtschaftlicher zu machen.

Alle Becken sind fertig gefliest und werden nach und nach mit Wasser gefüllt

Alle Becken sind fertig gefliest und werden nach und nach mit Wasser gefüllt

Und auch optisch verändert sich das Vitalbad. Gäste erwartet künftig ein moderneres Farbkonzept und neue Spielmöglichkeiten für Kinder, aber auch ein neues Kassen- und Tarifsystem. Die neuen Eintrittspreise sollen kurz vor der Eröffnung mitgeteilt werden.

Eröffnung diesen Sommer geplant

Trotz der sichtbaren Fortschritte bleibt eine Frage: Wann genau öffnet das Bad wieder? Einen festen Termin wollen die Verantwortlichen noch nicht nennen. Zunächst müsse die gesamte Technik nach zweieinhalb Jahren Stillstand getestet werden, wenn alle Becken mit Wasser gefüllt sind. Außerdem brauche das Wasser Zeit, um die vorgeschriebenen Qualitätswerte zu erreichen.

Die Hoffnung bleibt dennoch klar formuliert: Noch in diesem Sommer soll wieder geschwommen werden. Das Personal aus sieben fest angestellten Fachkräften und Schwimmmeistern sowie Aushilfskräften stehe schon parat.