Der Klub ist dabei, mit dem Kopf durch die Wand rennen zu wollen, findet unser Autor.
Campus in MonheimBayer 04 Leverkusen sollte diesen Plan aufgeben


Eine Visualisierung des Bayer-04-Campus in Monheim in der Version aus Mai 2026.
Copyright: rendertaxi GmbH Alexander Pfeiffer und Felix Volland
„Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab“: Diese sprichwörtliche Indianerweisheit sollte sich Bayer 04 angesichts des von ihnen gewünschten Trainingszentrums in Monheim zu Eigen machen. Der Leverkusener Klub ist nämlich derzeit dabei, mit dem Kopf durch die Wand rennen zu wollen, also das Trainingszentrum in dieser Größe an diesem Platz gegen den erklärten Willen der Mehrheit in der Monheimer Politik durchzuboxen, einschließlich der Bürgermeisterin. Die Bündnisparteien sind bei der vergangenen Kommunalwahl unter anderem dafür gewählt worden, dass sie den Erhalt des Grünzugs garantiert haben. Das muss man auch mal akzeptieren.
Bürger, Politik und Stadtgesellschaft auseinanderzudividieren, um an sein Ziel zu kommen, ist nicht richtig. Ob es stimmt, was auf der Versammlung am Montag gesagt wurde, dass nämlich Bayer 04 keine Alternative habe, wenn der Plan in Monheim nicht umgesetzt wird? Das ist eigentlich kaum vorstellbar – bei der Fußball-GmbH, die den Bayer-Konzern im Rücken hat. Wenn es so wäre, müssten sich Angestellte des Klubs Sorgen machen, weil der jetzige Plan in Monheim nämlich tot ist.
Vielleicht geht es doch etwas kleiner und vielleicht doch in Leverkusen? Schließlich hat es der Bayer geschafft, auch ohne großes Trainingszentrum Meister zu werden. Über Grundstücke, die südlich der Stadtgrenze in der Seveso-Zone liegen, kann man noch mal nachdenken; in dieser Zone konnten vor wenigen Jahren schließlich auch zwei Kindergärten genehmigt werden.
Gänzlich unbeachtet blieb bisher übrigens die große Werferanlage des TSV am Mutzbach zwischen Flugplatz und Autobahn im Kurtekotten. Da sind jetzt schon Sportflächen, geworfen wird heute auch weniger als früher, es gibt keine Anwohner und keine Seveso-Zone und die A3 ist dort auch schon ausgebaut worden. Neu nachdenken wäre gut – und feststellen, dass mit dem Monheimer Pferd etwas nicht stimmt.

