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Angebliche Whatsapp von TochterLeverkusener Paar von Betrügern abgezockt – und warnt

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Symbolbild

Leverkusen – Der Lützenkirchener schöpfte lange keinen Verdacht: Als am Dienstagmorgen eine Whatsapp der Tochter eintrudelte mit dem Inhalt, ihr Handy sei kaputt und ob er nicht mal eben eine dringende Überweisung tätigen könne, dachte sich Peter Müller (alle Namen von der Redaktion geändert) nichts dabei.

Der 85-Jährige lebt mit seiner 80-jährigen Frau in Leverkusen, die Tochter wohnt in Bergisch Gladbach. Die Nachricht war mit keinem Namen unterzeichnet, aber das mache man bei Whatsapp ja sowieso nicht, findet Peter Müller. Auch, dass es eine fremde Nummer gewesen war, machte ihn nicht misstrauisch: Die Erklärung, dass das Smartphone der Tochter kaputt sei, schien plausibel. Müller überwies den Betrag, 1900 Euro waren es.

Einige Stunden später fielen er und seine Frau aus allen Wolken, als die echte Tochter anrief. „Wie, ist Dein Handy doch nicht kaputt?“, fragte das Paar. Die Tochter: verwundert, was sollte denn mit ihrem Smartphone sein? Dann dämmerte es dem Paar aus Lützenkirchen – und es hatte großes Glück. „Wir sind zur Bank gerannt“, sagt Ehefrau Sigrid Müller: Das Geld sei zurückgegangen, offenbar sei das Konto bereits gesperrt gewesen, vermutet sie. Vielleicht hatte jemand zuvor den Betrug aufgedeckt. 

Sorgen kommen im Nachgang

Die Müllers riefen bei der Polizei an. „Da wurde uns gesagt: Es ist ja nichts passiert. Wenden Sie sich an die Zeitung“, zitiert Sigrid Müller. Und griff dann tatsächlich zum Hörer, um beim „Leverkusener Anzeiger“ anzurufen. „Dass es so etwas gibt! Das kann doch nicht wahr sein.“ Da müsse man doch die anderen Menschen warnen, findet sie.

Der Fast-Betrug hat sie verunsichert, sie überlegt sogar, ihre Telefonnummer zu wechseln. Macht sich Gedanken, ob das Handy möglicherweise gehackt sein könne. Sorgt sich, ob vielleicht die Bank mit der Betrugsmasche etwas zu tun haben könnte. Dass sie auf einen Betrüger reinfallen, scheint immer noch unglaublich für sie. „Wenn eine SMS von jemandem kommt, der Ihnen nahe steht, denken Sie doch nicht daran.“

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Doch die Müllers sind in bester Gesellschaft: Telefonbetrüger, Schockanrufer, falsche Polizisten, Verwandte oder Bankangestellte – eine Welle von Straftaten, bei denen vor allem gutgläubige Seniorinnen und Senioren unter Druck gesetzt und um ihre Ersparnisse gebracht werden, sorgt seit Wochen und Monaten für Anzeigen bei der Polizei. Ein Rentner-Paar aus Odenthal händigte Betrügern Ende März zwei Goldbarren im Wert von 27.000 Euro aus. Am Telefon hatte sich eine weinende Frau als ihre Tochter und eine Frau als Polizeibeamtin ausgegeben und gelogen, dass es einen schweren Verkehrsunfall gegeben habe und eine Kaution in Höhe von 140.000 Euro hinterlegt werden müsse um einer Haftstrafe zu entgehen.

Oder wie der Fall vor dem Landgericht Köln zeigt: Dort wurde kürzlich ein 34-Jährige verurteilt, der zusammen mit einer professionellen Betrügerbande zwischen April und August 2021 mit dem sogenannten Enkel-Trick 200.000 Euro in insgesamt zehn Fällen erbeutet hatte, unter anderem in Leverkusen, Burscheid, Bergheim und Kerpen. Erst am Montag wurde ein Mann aus Burscheid um einen vierstelligen Betrag betrogen.