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Liebeserklärung an LeverkusenVioletta weiß mehr als der Kulturdezernent

3 min
Leverkusen / Forum: Theaterstück „Berlin kann jeder. Leverkusen muss man wollen“.

Violetta gewinnt am Buzzer gegen Kulturdezernent Marc Adomat (l.): Das Theaterstück „Berlin kann jeder. Leverkusen muss man wollen“, überzeugte im Forum. 

Im Forum wird „Berlin kann jeder. Leverkusen muss man wollen“ – und überzeugt mit Witz, Anarchie und Lokalkolorit.

Es ist Violetta, die will. Aber sowas von. Das Theaterstück, in dem sie plötzlich für ein paar Minuten zur Hauptdarstellerin wird, trägt den Titel „Berlin kann jeder, Leverkusen muss man wollen“. Und sie, die sich mit einer hörbaren Selbstverständlichkeit als gebürtige Opladenerin ausweist, ist es, die dem Titel ein dickes, imaginäres Ausrufezeichen beschert. Ihre Waffen: Charme und ein unerschütterliches Wissen um ihre Heimatstadt.

Genau damit passt Violetta ja so perfekt in dieses Stück. Auch wenn sie streng genommen ja nur eine Zuschauerin im großen Saal des Forums ist, die plötzlich von Jan Exner, Schauspieler der für diese Aufführung zuständigen Burghofbühne Dinslaken, auf die Bühne gebeten und mit einem Mikrofon ausgestattet wurde. Die Aufgabe: Violetta soll gegen den Leverkusener Kuturdezernenten Marc Adomat vor einem Buzzer stehend antreten und Fragen zur Stadt beantworten: Was ist das größte Leverkusener Ereignis im Jahr?

Wer ist der beste Bäcker? Wie heißt das beste Eiscafé? Und sie weiß alles. Kennt sich aus. Ist am schnellsten.  Und zeigt, dass Berlin ihr bei aller Schönheit und weltstädtischem Flair gestohlen bleiben kann. Es gibt Besseres. Es gibt Leverkusen. Oder Opladen, um ganz genau zu sein.

Bühnenbild im Leverkusener Forum

Das Bühnenbild zeigt, worum es geht: Das fabulöse Leverkusen.

Viele Facetten und eine zeternde Nordhild

Und um nichts Anderes geht es ja in diesem Stück, das derzeit auf Tour durchs Land ist und mit einer Vielzahl an Facetten besticht: Es ist seltsam, rasant, kurios, irgendwie verrückt und will die unbedingte Schönheiten der jeweiligen Stadt, in der es gastiert und gespielt wird, aufzeigen. Manchmal artet das in darstellerische Anarchie aus – etwa wenn die resolut überzeugte Berlinerin Nordhild zeternd und brabbelnd per Videoanruf zugeschaltet und gezeigt wird, wie sie auf der Suche nach dem Forum gerade durch die Wiesdorfer City und die Kolonie irrt. Wenn die Darstellenden des Ensembles über die Bühne tanzen oder im Glitzeranzug zu völlig überkandidelten Moderatorinnen und Moderatoren werden.

Doch den Hauptteil  – das, was am Ende zählt – macht das mit viel Herzblut zusammengesuchte Lokalkolorit aus. Es wird über zwei Stunden lang geradezu genüsslich und immer wieder spontan wie improvisiert auf die Bühne gebracht zelebriert. Es gibt ein Stadtquiz, in dessen Rahmen die Deponie der Bayer-Altlasten unterm Neulandpark kurzerhand zum Mythos Leverkusens erklärt und verklärt wird.

Tänzerinnern der Jugendkunstgruppe.

Sie waren mit dabei: Die Mitglieder der Tanztruppe der Jugendkunstgruppen.

Jugendkunstgruppe und Musikschule

Ein Synchronisationskünstler quasselt Interviews nach, in denen Menschen aus Leverkusen zuvor ihre Lieblingsplätze genannt und beschrieben haben. Zwischendurch werden Personen aus der Stadt – wie etwa Adomat – zu ihrem täglichen Leben zwischen Rhein und Bergischem berfragt. Die Mitglieder der Tanztruppe der Jugendkunstgruppen tanzen.

Trommler auf der Bühne des Leverkusener Forums

Die Schlagwerker der Musikschule war ebenfalls zu Gast.

Die Trommlerinnen und Trommler der Musikschule hauen auf Tonnen und Felle. Und Violetta? Eben. Die buzzert, wenn man so will, die ultimative Ode auf Leverkusen. Oder Opladen. Auf ihre Stadt jedenfalls. Durchgeknallter und schöner kann Theater nicht sein.