- Das Ensemble des Deutschen Theaters Berlin spielte im Erholungshaus „Tropfen auf heiße Steine“.
- Regisseur des Stückes ist Philipp Arnold - ein gebürtiger Leverkusener.
- Die Inszenierung überzeugte durch emotionale Dichte, tolles Mimenspiel sowie ein großartiges Bühnenbild.
Leverkusen – Dass dieses Stück Theater in Leverkusen aufgeführt wird, ist ein in doppelter Hinsicht erwähnenswerter Vorgang. Zum einen ist es schlichtweg immer etwas Besonderes, wenn das Ensemble des renommierten Deutschen Theaters Berlin zu Gast ist.
Zum anderen – und das wiegt im Falle von „Tropfen auf heiße Steine“ sogar noch schwerer – handelt es sich um eine von einem Sohn der Stadt erdachte Inszenierung: Regisseur Philipp Arnold wurde in Leverkusen geboren. Seine Mutter Roswitha ist vielen als kommunalpolitische Akteurin der Grünen bekannt.
Großartige Momente
Und wegen Corona ein knappes halbes Jahr verspätet und nun nachgeholt, beschert der Sohn den Gästen im Erholungshaus einige großartige Momente. Die Geschichte um Leopold, der den jungen Franz zu sich nach Hause mitnimmt, dort verführt und in eine Beziehung drängt, ist ein Meisterwerk der Klaustrophobie. Angelehnt an den gleichnamigen Film Rainer Werner Fassbinders zwar – aber um Längen düsterer als dieser Streifen.
Leopold – gespielt von Bernd Moss – kommt bleich geschminkt und mit reptilienartigen, lauernden Bewegungen maximal bedrohlich daher. Als kühler, berechnender Ausnutzer seiner Macht, die ihm durch eine entsprechende Ausstrahlung gegeben wurde und durch die er dem Partner am Ende eine im Tode endende Hölle bereitet. Franz (Daniel Hoevels) ist erschreckend unterwürfig, demütig, ohne Selbstbewusstsein. Das ideale Opfer, dem Mitleid und Fremdscham sicher sind. Hinzu kommt das Bühnenbild: Leopolds Wohnung ist ein schwarzer Kasten, eine Black Box, deren Wände sich bewegen und enger und enger um die Protagonisten ziehen. Ihnen die Luft abschnüren. Sie ersticken lassen.
Das Spiel mit der Angst
Es ist dieses Konzept der Angst, des Spiels mit der Angst, das „Tropfen auf heiße Steine“ zu einem Paradebeispiel des emotionalen, mitreißenden und erschütternden Theaters werden lässt und dass vor allem zu einem führt: Dass man glücklich und dankbar ist über die Tatsache, dass dieses Gastspiel nicht ob der Pandemie untergegangen, sondern nur ein wenig verzögert den Leverkusenern geschenkt worden ist. Zumal mit einem Regisseur, der indirekt auch seiner Heimatstadt Meriten beschert.
Das könnte Sie auch interessieren:


