Die ehemals zwischen Leverkusen und Köln pendelnde Fähre „Fritz Middelanis“ ist von der Fährgesellschaft verkauft worden.
Hitorfer FähreDie „Fritz Middelanis“ dümpelt jetzt im Moselwasser

Fritz Middelanis, Abfahrt Hitdorf, Kölner Rheinufer im Hintergrund: Langel. Foto: Ralf Krieger
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Die Hitdorfer Fährgesellschaft (Rheinfähre Köln-Langel/Hitdorf) bekommt einen neuen Geschäftsführer. Der Leverkusener Rat hat als Nachfolger für Bernd Hibst den TBL-Vorstand Wulf Riedel bestimmt. Der Personalie muss auch noch die Anteilseignerin der Fähre, die HGK (Häfen- und Güterverkehr Köln) zustimmen. Der Geschäftsführer-Posten ist ein Minijob. Die Personalie hat der Stadtrat abgesegnet.
Der Hintergrund: Bernd Hibst hat seinen Job als Beamter in der Kämmerei der Stadt Leverkusen gekündigt. Er arbeitet jetzt in Wermelskirchen als Bürgermeister. Bei der Kommunalwahl errang er als Kandidat der CDU eine satte Mehrheit. Die Kölner Verwaltung und die Fährgesellschaft müssen jetzt auf ihn verzichten.

Letzter Standort bei Andernach: Die Fähre Fritz Middelanis auf der Plattform Marinetraffic.com Screenshot: Ralf Krieger
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Nicht nur der Geschäftsführer ist weg, auch die alte Leverkusener Fähre „Fritz Middelanis“ ist aus dem Hafen in Köln-Niehl verschwunden. Ein Stadtsprecher teilt mit, sie sei am 5. November aus Niehl abgeholt worden. Auf einer Schiffsradar-Plattform im Internet wird die „Fritz Middelanis“ einen Tag später zum letzten Mal vor Andernach lokalisiert. Aber das scheint nur das letzte Mal gewesen sein, dass eine Funkverbindung zu ihrem Positionssender bestanden hat. Schiffe teilen ihre Position über einen Transponder per Funk mit, ähnlich wie Flugzeuge. Die Hitdorfer Fähre sei an den Fährbetrieb der Familie Kolb in Briedern an der Mosel verkauft worden, die Schiffstouren anbietet. Über Monate hatte das Schiff zuvor defekt im Hafenbecken drei in Niehl gelegen.
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Fritz Middelanis: Von Leverkusen an die Mosel

Die Hitdorfer Fähre „Fritz Middelanis“ lag fast zwei jahre im Hafen in Köln-Niehl.
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Die alte Hitdorfer Fähre ist jetzt an der Mosel in Dienst gestellt worden, darf aber nicht als Fähre benutzt werden, schreibt ein Stadtsprecher, sondern dient als Schwimmplattform zum Arbeiten.
Als die „Fritz Middelanis“ in ihren letzten Monaten als Fähre zwischen Hitdorf und Langel unterwegs war, fiel sie sehr oft defekt aus. Wiederholt gab es Probleme mit der elektrohydraulischen Steuerung in den Antriebseinheiten. Die Fähre hatte vier Maschinen mit je einer Schiffsschraube, die unten aus dem Schiffsboden herausragen.
Besonders spektakulär war der letzte Ausfall im Dezember 2023, als die „Fritz Middelanis“ mit einem Antriebsschaden mit vier Fahrgästen steuerlos bis vor die Hitdorfer Hafenmole abgetrieben war.

Die letzte Überfahrt der „Fritz Middelanis“ endete am 5. Dezember 2023 manövrierunfähig vor der Hafenmole mit Wasserschutzpolizei- und Feuerwehrbeteiligung.
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Der Fährführer verhinderte womöglich ein Unglück, indem er geistesgegenwärtig vor der Mole zwei Anker ausrauschen ließ und so die Fähre sicherte. Ein Frachter schleppte die die „Fritz Middelanis“ nach Köln Niehl in den Hafen, wo sie fast zwei Jahre lang liegen blieb, bis zum Verkauf.
Der Antrieb der „Fritz Middelanis“ war defekt, aber der über 50 Jahre alte Schiffskörper, genannt Kasko, soll in einem guten Zustand gewesen sein. Es lag nahe, die „Fritz Middelanis“ zu verkaufen, damit sie weiter genutzt werden kann. Sie zu verschrotten, wäre ein Risiko gewesen, heißt es, denn alte Schiffe können Schadstoffe enthalten, man wisse nicht, welche Farben und Materialien verarbeitet worden sind.
Ersetzt wurde sie durch die gebrauchte Fähre „Sankt Michael“, zu der der Hitdorfer Heinz Brinkschulte, der 2025 starb, 100.000 Euro spendete.
Im Stadtrat wurde auch kurz darüber gesprochen, wie es um die künftige Zusammenarbeit zwischen Köln und Leverkusen in Sachen Fähre stehe. Die Gesellschaft gehört zur Hälfte Leverkusen und zur Hälfte der Kölner Stadttochter HGK. Die Ankündigung der Kölner, sich aus der Fährgesellschaft zu verabschieden und die Kosten alleine Leverkusen zu überlassen, ist bisher nicht vollzogen worden.


