Er fühlt sich um seinen Listenplatz geprellt - ist bei der Aufstellung alles sauber gelaufen? Bei der Bürgerliste behauptet man: Ja.
Bürgerliste LeverkusenGründungsmitglied Karl Schweiger ist stinksauer – und ausgetreten

Der Ex-Hitdorfer Karl Schweiger an der Fähre
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Karl Schweiger, einer der Gründer der Bürgerliste, ist enttäuscht aus dem Wählerverein ausgetreten. Vor der Kommunalwahl 2025 soll es zu einer Unregelmäßigkeit bei der Aufstellung der Wählerliste der Bürgerliste gekommen sein. Das behauptet Karl Schweiger. Er erinnert sich, er sei in der Aufstellungsversammlung der Bürgerliste von den Mitgliedern auf Platz 1 gewählt worden. Bei der Versammlung wird die Rangfolge derer festgelegt, die je nach der Höhe des Wahlergebnisses in den Rat einziehen. Es gäbe mehrere Zeugen dafür, sagt Schweiger.
Monate später, am Abend der Wahl, am 14. September 2025 sei ihm aber überraschend klargeworden, dass er aber nur auf dem dritten Listenplatz gestanden hatte. „Die Reihenfolge der vorderen Kandidaten muss zwischen der Aufstellungsversammlung und der Einreichung der Liste im Wahlamt umgestellt worden sein“, sagt Schweiger. Er vermutet, dass der Bürgerlisten-Vorstand das unter sich ausgemacht habe, ohne erneute Mitgliederversammlung. Die Liste führte jetzt Peter Viertel auf Platz eins an, gefolgt von Horst Müller auf dem zweiten Platz.
Diese Reihenfolge hatte die Bürgerliste vor der Wahl fristgerecht an den Wahlleiter bei der Stadtverwaltung gemeldet. Horst Müller ist der amtierende Vorsitzende der Bürgerliste. Er sagt: „Das ist korrekt gelaufen. Wir hatten eine zweite Versammlung.“ Zu der Versammlung sei fristgerecht eingeladen worden. Dass Schweiger von Platz eins der Liste auf den dritten Platz gerutscht sei und unerwartet nicht in den Rat eingezogen sei, habe mit einer Kontroverse um eine Kandidatin zu tun gehabt, und weil bekannt gewesen sei, dass er vorgehabt habe, aus der Stadt wegzuziehen. Dann hätte er sein Ratsmandat sowieso abgeben müssen.
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Leverkusen: Keine zweite Einladung an Schweiger?
Schweiger sagt, zu einer zweiten Versammlung habe er als Mitglied keine Einladung erhalten. Dass die Liste umgestellt werden sollte, sei ihm nicht bekannt gewesen. Am Dienstag nach der Wahl sei er zur Geschäftsstelle gegangen und habe das Protokoll dieser letztgültigen Versammlung einsehen wollen. Ihm sei gesagt worden, dass es dieses Protokoll nicht gebe. Er sei sofort und verärgert ausgetreten. „Ich hätte die Bürgerliste eigentlich niemals verlassen, aber ich bin wegen der Sache mit der Liste m Dienstag nach der Wahl ausgetreten.“ Schweiger sagt, außer ihm sei auch Barbara Trampenau ausgetreten.
Schweiger wurde bei einer kleinen Feier mit anderen aus dem Rat vom neuen Oberbürgermeister verabschiedet. Seit der Gründung der Bürgerliste 1994 saß er für den Verein im Rat, nach dem Rückzug von Erhard T. Schoofs 2023 wurde Schweiger Fraktionsvorsitzender.
Die Bürgerliste holte bei der Wahl am 14. September 2025 mit nur 2,2 Prozent ihr bislang schlechtestes Ergebnis bei Kommunalwahlen; nur die Kandidaten auf den ersten beiden Plätzen der Reserveliste zogen in den Rat ein, also Viertel und Müller.
Da Schweiger bald nach der Wahl aus Leverkusen-Hitdorf nach Monheim umgezogen ist, ändert sich am Ergebnis nichts, denn im Rat darf nur mitarbeiten, wer seinen ersten Wohnsitz in der Stadt gemeldet hat. Schweiger hätte also am Tag seiner Ummeldung auf das Ratsmandat verzichten müssen.
Dennoch ist Schweiger schwer verstimmt, lange galt er gemeinsam mit Schoofs als eines der Gesichter der Bürgerliste. Auch der derzeitige Vorsitzende Horst Müller leidet unter dem Zwist: „Ich vermisse den Karl.“
Das Kommunalwahlgesetz NRW sagt im Kapitel Wahlvorbereitung in Paragraf 17: Als Bewerber einer Partei oder einer Wählergruppe kann in einem Wahlvorschlag nur benannt werden, wer in einer Mitglieder- oder Vertreterversammlung im Wahlgebiet hierzu gewählt worden ist. Und weiter unten: Die Bewerber und die Vertreter für die Vertreterversammlungen sind in geheimer Wahl zu wählen.

