Der Bauunternehmer Gernot Paeschke äußert Verständnis, dass die Stadt die Miete seiner Kita nicht bezahlen kann.
Weinhäuserstraße in HitdorfStatt einer Kita könnte es Altenwohnungen geben

Das Ende der geplanten Paeschke-Kita, die hier am Ende an der Weinhäuser Straße gebaut werden sollte, ist besiegelt.
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Kommen jetzt Altenwohnungen in Hitdorf? Nach dem Aus der Kita Weinhäuserstraße überlegt der Investor Gernot Paeschke neu. Es sind allerdings erst einmal nur erste Ideen, auf die Feststellung legt Paeschke großen Wert. Dass dort aber gebaut werden soll, scheint für ihn festzustehen. Paeschke wollte an der Weinhäuserstraße in Hitdorf eine große Kita bauen. Zur sicheren Finanzierung sollte von der Stadt über Jahrzehnte eine garantierte Miete an den Investor fließen.
„Es gibt einen rechtskräftigen Bebauungsplan“, sagt Paeschke und das Grundstück gehört ihm. Dass er anstelle der Stadt einen privaten Betreiber findet, der die Kita von ihm mietet, glaubt er nicht.
Der B-Plan ermögliche den Bau einer sozialen Einrichtung, sagt Paeschke. Er könne sich vorstellen, dass dort etwas wie kleine und barrierefreie Wohnungen entstehen könnten. Paeschke: „Geförderte Wohnungen für behinderte und ältere Menschen fehlen an allen Ecken und Enden“, sagt Paeschke, „für Rentner ab 65 mit Wohnberechtigungsschein, kann ich mir vorstellen.“ Das könne ein zweigeschossiges Wohnhaus werden. Falls dafür etwas am Bebauungsplan geändert werden müsse, könne man das jetzt leicht mit dem Bauturbo-Gesetz ändern. Im Bebauungsplan ist ausdrücklich eine mehrgruppige Kita inklusive Erschließungsfläche und ein Naturerfahrungsraum eingetragen. Im Flächennutzungsplan steht eine Fläche für den Gemeinbedarf, einfache Reihenhäuser sind damit an der Stelle tabu.
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Paeschke sagt, er fände es in Ordnung, dass die Stadt von dem Vorhaben abgerückt sei. Oberbürgermeister Stefan Hebbel habe ihn angerufen und ihm erklärt, dass kein Geld dafür da sei. Paeschke: „Ich finde gut, dass Hebbel offen gesagt hat, wir können das nicht mehr bezahlen.“
Nur wenige Neubauvorhaben für Kitas waren von Anfang an so umstritten, wie die Kita Weinhäuserstraße. Es gibt eine Menge Hitdorfer, die gegen eine weitere Bebauung des Hinterlandes arbeiten. Die Initiative „Wem gehört Hitdorf?“ hatte sich gegründet. Susanne Stark hatte mit anderen gemeinsam den von der Stadt berechneten Bedarf an Betreuungsplätzen nachgerechnet. Deren Ergebnis: Die Zahlen stimmten nicht, die Stadt hatte mit einem deutlich zu hohen Kitaplätze-Bedarf kalkuliert. Ihre Ergebnisse hatten die Hitdorfer auch der Bezirksregierung zur Verfügung gestellt, die nach Erklärung des Haushaltsnotstands die Ausgaben der Stadt baufsichtigen muss.
„Wenn wir unseren Beitrag zum Ende des Plans beigetragen haben, dann ist das prima“, betont Susanne Stark. Das eigentliche Thema sei aber nicht der Kampf gegen die Kita gewesen, sondern gegen die weitere Bebauung des Hinterlandes bis hoch zur Langenfelder Straße. „Die Kita wäre ein Türöffner dafür gewesen“, erklärt Susanne Stark, „wir achten jetzt darauf, dass dort ein Abschluss, nicht ein Türöffner gebaut wird.“ Die einstigen Gegenpole scheinen sich jetzt anzunähern, denn Stark sagt: „Einzig sinnvoll kann hier wohl altengerechtes Wohnen sein.“

