Gut 77 Prozent sind bereits ausgenutzt. Dabei darf sich die Stadt inzwischen 1,5 Milliarden Euro von den Banken leihen.
FinanzenStadt Leverkusen nähert sich jetzt schon ihrer Kreditlinie

Das Jahr ist noch nicht alt, da hat sich die Stadt schon fast 800 Millionen Euro bei den Banken geliehen.
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Die Stadt könnte ihr Gewerbesteuer-Ziel auch dieses Jahr wieder nicht erreichen. In einer Mitteilung aus der Kämmerei geht Sascha Inderwisch – er führt gemeinsam mit Achim Krings die Geschäfte, solange in Person von Marc Adomat ein Interimskämmerer im Amt ist – derzeit davon aus, dass die Unternehmen nur knapp 122 Millionen Euro Gewerbesteuer an die Stadt überweisen werden. Prognostiziert waren allerdings 135 Millionen. Bisher seien nur gut 1,4 Millionen Euro tatsächlich auf den Konten der Stadtverwaltung eingegangen.
Besser sieht es bei der Grundsteuer B aus, also der Abgabe, die Hausbesitzer zu entrichten haben. Hier ist sogar mit etwas mehr zu rechnen, nämlich 40,5 Millionen Euro. Kalkuliert waren genau 40 Millionen.
Für das laufende Verwaltungsgeschäft hat die Stadt laut Kämmerei jetzt schon 1,1 Milliarden Euro an Krediten aufgenommen. Die Kreditlinie ist inzwischen auf 1,5 Milliarden für das gesamte Jahr angehoben worden. Im Vergleich zum Februar 2025 ist das wiederum eine enorme Verschlechterung: Damals hatte die Stadt 777 Millionen Euro bei den Banken geliehen. Und selbst das machte die Politiker im Stadtrat sehr nervös.
Alles zum Thema Uwe Richrath
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Lange wurde darüber debattiert, ob man einer Erweiterung des Kreditrahmens zustimmen soll. Die symbolische Schallmauer von einer Milliarde Euro sollte nicht durchbrochen werden. Die Kämmerei wollte sogar 1,2 Milliarden Euro, um bei etwaigen Umschuldungen flexibel reagieren zu können: Auch geringe Änderungen des Zinssatzes machen bei einer Verschuldung in dieser Größenordnung schnell große Summen aus.
Unterdessen geht die Debatte um die richtige Steuerpolitik weiter. Was die Organisation der Stadtfinanzen angeht, tritt man in der Stadtverwaltung auf der Stelle: Den Plan, die Kämmerei versuchsweise unter dem derzeitigen Vertreter Marc Adomat und dem Dezernat von Oberbürgermeister Stefan Hebbel aufzuteilen, hat die Bezirksregierung aus formalen Gründen vorerst nicht genehmigt.

