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Kölner StatistikEin Viertel mehr verunglückte Motorradfahrer – Polizisten berichten am Unfallort

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Am Abend des 25. Juli stießen auf der Alten Kölner Straße zwei Motorradfahrer  frontal aufeinander, beide starben noch an der Unfallstelle.

Am Abend des 25. Juli stießen auf der Alten Kölner Straße zwei Motorradfahrer frontal aufeinander, beide starben noch an der Unfallstelle.

Mehr Unfälle, mehr Opfer: Acht Monate nach einem tödlichen Unfall zog die Polizei an der Alten Kölner Straße Bilanz und zeigte, was hinter den Zahlen steckt.

Bernd Neese, Jasmin Yapca und Paula Siepe von der Polizeiwache Porz waren eigentlich zu einem anderen, deutlich harmloseren Verkehrsunfall unterwegs. Dann kontaktierte sie die Leitstelle und schickte sie auf die Alte Kölner Straße. „Als wir dort eintrafen, sind wir auf ein Chaos gestoßen“, sagt Neese.

Am Abend des 25. Juli stießen dort zwei Motorradfahrer, 20 und 28 Jahre alt, nach einem missglückten Überholmanöver frontal aufeinander, beide starben noch an der Unfallstelle. Neese, Yapca und Siepe waren die ersten Polizisten am Einsatzort.

Fast ein Viertel mehr verunglückte Motorradfahrer in Köln

Rund acht Monate später stehen sie wieder an der Alten Kölner Straße, direkt gelegen am Flughafen Köln/Bonn. Dort hat die Polizei am Mittwoch ihre Unfallstatistik für das Jahr 2025 vorgestellt. Mitgebracht hat die Polizei auch eines der völlig demolierten Unfallmotorräder – zur Verfügung gestellt von einer Angehörigen eines der Opfer.

Neben Neese, Yapca und Siepe sind auch Polizistinnen und Polizisten aus dem Unfallaufnahmeteam, der Sachbearbeitung, der Spurensicherung und des Opferschutzes vor Ort. Sie alle waren mit der Aufarbeitung des Unfalls auf der Alten Kölner Straße beschäftigt. Am Mittwoch sind sie dorthin zurückgekehrt, um zu schildern, welche Folgen ein solch dramatischer Vorfall für alle Beteiligten hat.

Jasmin Yapca, Bernd Neese und Paula Siepe (v.l.)waren die ersten Polizisten am Unfallort an der Alten Kölner Straße, wo zwei Motorradfahrer im Juli 2025 starben.

Jasmin Yapca, Bernd Neese und Paula Siepe (v.l.) waren die ersten Polizisten am Unfallort an der Alten Kölner Straße, wo zwei Motorradfahrer im Juli 2025 starben.

„Vor Ort waren an dem Tag nicht nur die beiden Todesopfer und die anderen Unfallbeteiligten, sondern auch Freunde und Angehörige, die in einer Haltebucht standen“, erzählt Siepe. „Zum Glück waren Feuerwehr und Rettungsdienst bereits da. Wir konnten gut zusammenarbeiten und uns auf das konzentrieren, was in dem Moment wichtig war: eine saubere Verkehrsunfallaufnahme. Nicht unbedingt für ein Strafverfahren, sondern vor allem, damit die Angehörigen am Ende Gewissheit darüber haben, was genau passiert ist und warum. Das ist das, was wir in dieser Situation am besten leisten konnten“, sagt Yapca.

Auf der Alten Kölner Straße am Flughafen, wo im Sommer 2025 zwei junge Motorradfahrer bei einem tragischen Unfall starben, erinnert unter anderem ein Kreuz an eines der Opfer.

Auf der Alten Kölner Straße am Flughafen, wo im Sommer 2025 zwei junge Motorradfahrer bei einem tragischen Unfall starben, erinnert unter anderem ein Kreuz an eines der Opfer.

Ganz bewusst habe man für die Vorstellung der Unfallzahlen keinen Konferenzraum gewählt, sagt Frank Wißbaum, Leiter der Verkehrsdirektion Köln. „Wir wollen zeigen, was solche Unfälle mit den Beteiligten machen – was hinter den Zahlen steckt.“

Mehr Unfälle mit E-Scootern in Köln

Insgesamt hat die Polizei 37.636 Unfälle im Jahr 2025 registriert, das sind drei Prozent mehr als 2024. Dabei zählte die Polizei insgesamt 5650 Verunglückte, 4,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Besonders stark ist der Anstieg bei Motorrädern: 334 verunglückte Motorradfahrerinnen und -fahrer hat es im vergangenen Jahr gegeben – 24 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Ähnlich stark ist der Anstieg bei Fahrern sogenannter Elektrokleinstfahrzeuge, also vor allem E‑Scootern: 460 Verunglückte, ein Plus von 28 Prozent. Auch die Zahl der verunglückten Radfahrerinnen und Radfahrer ist um 3 Prozent gestiegen (2117 Personen). Sie sind in absoluten Zahlen die am stärksten von Unfällen betroffene Gruppe der sogenannten ungeschützten Verkehrsteilnehmer. Die Zahl der verunglückten Fußgängerinnen und Fußgänger blieb fast gleich (609) im Vergleich zum Vorjahr.

Wir wollen zeigen, was solche Unfälle mit den Beteiligten machen – was hinter den Zahlen steckt.
Frank Wißbaum, Leiter Verkehrsdirektion Polizei Köln

Immerhin: Die Zahl der Verkehrstoten ist leicht zurückgegangen – 12 Menschen starben, drei weniger als im Vorjahr. Außerdem liegt die Zahl der Schwerverletzten mit 551 so niedrig wie seit zehn Jahren nicht. „Schwerverletzte bleiben oft lebenslang beeinträchtigt. Deshalb freut uns der Rückgang sehr“, sagt Wißbaum. „Auch der Rückgang der Verkehrstoten ist eine gute Nachricht. Aber insgesamt 15 Menschenleben in Köln und Leverkusen – das bleibt eine hohe Zahl. Das können und wollen wir nicht als polizeilichen Erfolg verbuchen. Unser Ziel bleibt: null Verkehrstote, auch wenn das wohl nie ganz erreicht wird.“

Besonders stark gestiegen ist die Zahl verunglückter Jugendlicher (plus 25 Prozent) und junger Erwachsener (plus 12 Prozent) – so wie die beiden Männer, die am 25. Juli auf der Alten Kölner Straße starben.

Der Leiter der Direktion Verkehr bei der Polizei Köln, Frank Wißbaum

Der Leiter der Direktion Verkehr bei der Polizei Köln, Frank Wißbaum

Die Bilder des Unfalls und der trauernden Angehörigen haben sich bei Neese, Yapca und Siepe eingeprägt. „So ein Unfall dauert Sekunden, aber er verändert das Leben für immer“, sagt Siepe. Schon einen Tag nach dem Unfall kehrten die drei zurück zur Alten Kölner Straße. Vor Ort trafen sie erneut auf Freunde und Angehörige, die Kerzen und Fotos der beiden Toten aufgestellt hatten. „Dort zu sein, mit ihnen zu reden, hat uns geholfen, das Geschehene zu verarbeiten“, sagt Yapca. „Es war wichtig, um einen Abschluss zu finden.“ Und auch den Trauernden habe der Besuch etwas geholfen, hoffen sie. Denn auch wenn die Rollen völlig andere waren: „So ein Unfall verbindet“, sagt Siepe.

Das weiß auch Opferschützerin Carolin Meutzner. Sie steht auch acht Monate nach dem Unfall noch mit der Mutter eines der Opfer in Kontakt. „Allmählich“, sagt sie, „findet sie zurück ins Leben – auch, wenn es von nun an ein völlig anderes Leben sein wird.“

Verkehrsdirektor Wißbaum richtet zum Abschluss einen einfachen wie effektiven Appell an alle Verkehrsteilnehmerinnen- und Teilnehmer, damit sich Unfälle wie jener auf der Alten Kölner Straße möglichst nicht mehr wiederholen: „Halten Sie sich an die Straßenverkehrsordnung.“ Das, so Wißbaum, könne Leben retten.