Leverkusen – Holz ist viel mehr als ein simpler Werkstoff, wenn man es nur in die richtigen Künstlerhände gibt. Genau das präsentiert die neue Ausstellung „Waldstücke“ der beiden Künstler Karl-Karol Chrobok und Paul Jonas Petry. Bis zum 21. November lassen sich fast 100 Werke rund um die Themen Holz und Wald in der Galerie des Opladener Künstlerbunkers bestaunen.
Während Chrobok mit Pleinairmalerei große Waldszenen und detaillierte Baumporträts abbildet, zeigt Petry mit seinen Skulpturen die Vielseitigkeit von Holz als Kreativwerkstoff. Dabei treten die Künstler in einen ganz besonderen Dialog: Obwohl ihre Werke unabhängig voneinander entstanden sind, spielen sie innerhalb der Ausstellung in Formen, Farben und Materialbeschaffenheit aufeinander an und kreieren so einen immersiven Rundgang durch die Galerie.
Zweimal wurden Termine verschoben
Diese Zusammenarbeit ist von der AG Leverkusener Künstler organisiert worden, die bereits zwei Mal einen Ausstellungstermin mit Chrobok wegen Corona verschieben mussten. Auf der Suche nach einem Ausstellungspartner für die jetzige Veranstaltung sind sie mit Petry, der neben seiner freischaffenden Künstlertätigkeit auch als Professor an der Alanus Hochschule unterrichtet, schnell fündig geworden. „Das war fast wie eine arrangierte Hochzeit, als wir die beiden hier zusammengebracht haben. Sie haben sich sofort toll verstanden, losgelegt und alles passte wie die Faust aufs Auge,“ berichtet Ellen Loh-Bachmann, Vorsitzende der AG Leverkusener Künstler.
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Holz ist für beide Künstler mit einem Aspekt des Zurückkommens verbunden. Petry hat sich zwischenzeitlich ganz von dem Werkstoff zurückgezogen, nachdem er seiner Tischlerausbildung folgend rund 500 Holztische hergestellt hat. Chobrok hingegen findet seine Inspiration in dem Kontrast und dem wiederkehrenden Pendeln zwischen Kölner Großstadtleben und erhabenen Naturbildern: „Im Atelier ist man manchmal eingeschlossen. Die Natur ist da etwas ganz anderes, sie tut mir gut.“
Seine kreative Herangehensweise beweist diese Empfindungen sofort: Chobrok hat in seinem Auto eine Art „fahrendes Atelier“, in dem er alle Materialien für seine malerischen Tätigkeiten mit in den Wald transportieren kann. So entstehen die farbenfrohen Ölwerke in ihren Grundzügen vor Ort – verfeinert werden sie aber in vielen Sitzungen im Atelier: „Wenn ich draußen realistisch anfange, stilisiere ich im Atelier. Die Natur ist mir wichtig, aber die Malerei eben noch wichtiger – schließlich bin ich ja Maler.“
Spannungsgeladene Mischung
Ähnlich stilisiert wirken auch die Skulpturen Petrys, die sich beliebig umdrehen und ausbalancieren lassen. Er faltet seine Objekte ins Format hinein und lässt sich dabei ganz auf das Material und seine Beschaffenheit ein: Meistens weiß der Künstler zu Beginn nicht, wie das Endprodukt aussehen soll.Die Zusammenführung zwei solch unterschiedlicher Künstler mit demselben thematischen Fokus sorgt für eine spannungsgeladene Mischung, die sogar den Kunstbunker selbst zu verwandeln scheint.
„Wir hatten schon so viele verschiedene Ausstellungen hier, aber mit diesem Zusammenspiel wirken die Räumlichkeiten irgendwie doch noch einmal ganz anders,“ so Loh-Bachmann. Wer sich dieses Format nicht entgehen lassen möchte, kann unter Berücksichtigung der 3G-Regeln und der Maskenpflicht einen Besuch im Künstlerbunker planen. Und wer weiß? Vielleicht sieht man die Bäume beim nächsten Waldspaziergang in einem ganz anderen Licht.




