Der 28. September ist „Safe Abortion Day“ – ein Aktionstag für das Recht auf sicheren und legalen Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen.
AbtreibungLeverkusener Expertinnen sehen Versorgung von ungewollt Schwangeren in Gefahr

In Köln demonstrierten am 16. September 2023 Menschen für das Recht auf Abtreibung
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Auch wenn die Situation für ungewollt Schwangere in Deutschland lange nicht so schwierig ist, wie beispielsweise in den USA, wo einige Staaten das Recht auf Abtreibung jüngst wieder kassiert haben: Die Versorgungslage ist auch hierzulande besorgniserregend, sagen Verantwortliche der Leverkusener Beratungsstellen von „Pro Familia“ und Arbeiterwohlfahrt anlässlich des „Safe Abortion Day“ am 28. September.
Laut des umstrittenen Paragrafen 218 ist in Deutschland ein Schwangerschaftsabbruch zwar rechtswidrig, jedoch unter bestimmten Bedingungen straffrei. Eine Bedingung ist, dass sich die Schwangere mindestens drei Tage vor dem Eingriff hat beraten lassen. Ein großes Problem aber ist das Angebot: Zum einen sind die Methoden des Schwangerschaftsabbruchs bislang kein Bestandteil des Medizinstudiums, zum anderen dürfen Ärztinnen und Ärzte den Eingriff aus Gewissensgründen verweigern.
Zahl der Kliniken für Abbrüche sinkt
„In den letzten Jahren ist die Zahl der Ärztinnen und Kliniken, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen, bundesweit drastisch zurückgegangen“, sagt Pia Heck, Leiterin von „Pro Familia“ in Leverkusen. „Vor allem in ländlichen Gegenden müssen Frauen teilweise lange Wege und damit auch Kosten auf sich nehmen, um eine Praxis oder Klinik zu finden, in der sie einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen können.“ Das sei besonders problematisch, wenn vorhandene Kinder betreut werden müssen oder medizinische Komplikationen auftreten.
Um zu ermitteln, wie es um die Versorgungslage in Leverkusen bestellt ist, hat sich im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft Frauen und Gesundheit, die vom Gleichstellungsbüro koordiniert wird, eine Untergruppe gebildet. Diese hat einen anonymen Fragebogen an alle gynäkologischen Praxen in der Stadt versendet, etwa zwei Drittel haben geantwortet. „Danach gibt es erste Hinweise, welche Faktoren bei der Entscheidung, in diesem Arbeitsfeld tätig zu werden, eine Rolle spielen“, resümiert die Arbeitsgruppe.

Pia Heck und Bernd Bündgen von Pro Familia.
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Hier soll nun angesetzt werden, um das Angebot in Leverkusen zu sichern. Gemeinsam fordern die Beratungsstellen von AWO und Pro Familia in Leverkusen fordern zum „Safe Abortion Day“: Die Sicherstellung von qualitativ hochwertigen und niedrigschwellig verfügbaren Informationen, eine medizinisch sichere Versorgung und eine respektvolle, einfühlsame und fachlich qualifizierte Beratung. Mit der Befragung sollen Politik und Verwaltung für das Thema sensibilisiert werden, das viel zu sehr unter dem Radar der öffentlichen Wahrnehmung ablaufe.
„Unser langfristiges Ziel ist es, die wohnortnahe medizinische Versorgung von ungewollt schwangeren Personen in Leverkusen und die Wahlfreiheit zwischen der medikamentösen und der operativen Methoden sicherzustellen“, schließt die Arbeitsgemeinschaft.
