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Ferien ohne KriegUkrainische Kinder zu Besuch in Leverkusen

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Die zehn- bis 14-Jährigen kommen aus Nikopol, Dnipro und Wolodymyr. Das sind  die  ukrainischen Partnerstädte von Leverkusen, Köln und Monheim am Rhein.

Die Zehn- bis 14-Jährigen kommen aus Nikopol, Dnipro und Wolodymyr. Das sind die ukrainischen Partnerstädte von Leverkusen, Köln und Monheim.

60 Kinder aus der Ukraine verbringen zehn Tage im Rheinland. Das Sommercamp soll ihnen eine Auszeit vom Krieg ermöglichen. 

Die unterschriebenen T-Shirts möchten die Kinder nicht mehr hergeben. Eigentlich werden sie nach den Ausflügen eingesammelt und gewaschen. Doch nach einer zufälligen Begegnung mit den Bayer-04-Profis Victor Boniface, Christian Kofane und Edmond Tapsoba in der Bay-Arena ist das keine Option mehr. Die Spieler haben auf den T-Shirts der Kinder unterschrieben. „Eigentlich sammeln wir die zum Waschen ein, aber die Kinder wollten sie nicht mehr hergeben“, sagt Daniela Neuendorf von Bayer. 

Unter dem Motto „Ferien ohne Krieg“ verbringen insgesamt 60 Kinder und Jugendliche aus der Ukraine zehn Tage im Rheinland. Die Zehn- bis 14-Jährigen kommen aus Nikopol, Dnipro und Wolodymyr. Das sind  die  ukrainischen Partnerstädte von Leverkusen, Köln und Monheim. Das Camp findet in zwei Gruppen statt.

Fußball, Schwimmbad und Experimente

Untergebracht sind die Kinder und Jugendlichen im Jugendgästehaus Große Ledder. Auf dem Programm stehen Fußballtraining bei Bayer 04, ein Besuch im Schwimmbad Hildorado, ein Ausflug in den Freizeitpark Phantasialand in Brühl und in den Wuppertaler Zoo. In den Bay-Labs können die Kinder bei naturwissenschaftlichen Experimenten selbst aktiv werden.

Annegret Bruchhausen-Scholich empfängt die Gruppe am Mittwoch im Leverkusener Rathaus. Sie vertritt Oberbürgermeister Stefan Hebbel. „Freiheit, Gerechtigkeit, Frieden – wir haben die gleichen politischen Ziele“, sagt sie. Die Verbindung zu den ukrainischen Städten sei mehr als eine formale Partnerschaft: „Eine Städtepartnerschaft bedeutet auch, füreinander da zu sein, wenn die Zeiten schwierig sind.“

Eine Stadt mitten im Kriegsgebiet

Die Verbindung zwischen Leverkusen und Nikopol besteht seit März 2023. Die Räte beider Städte beschlossen damals eine Solidaritätspartnerschaft. Eine formale Städtepartnerschaft wird angestrebt. 

„Vielen Eltern war es zu gefährlich, die Kinder aus der Stadt zu lassen“, sagt Daniela Neuendorf. Die Auswahl der Teilnehmenden erfolgte vor Ort gemeinsam mit dem Blau-Gelben Kreuz. Auch die Geschichte der Familien wurde geprüft. Alle Kinder, haben mindestens ein Elternteil, das im Krieg getötet wurde. „Die Kinder haben alle viel hinter sich“, sagt Lothar Dähn, der gemeinsam mit Olena Semenova für die Leitung des Projekts zuständig ist. Zu den Begleitern gehören, auch Psychologen und ein Kinderarzt. 

Für die Kinder sei es besonders wichtig, dass sie sich hier mit Gleichaltrigen austauschen können. Durch den fehlenden Schulalltag seien die meisten in ihrer Heimat sehr isoliert. „Hier erleben sie endlich wieder Dinge, die für uns selbstverständlich sind“, sagt Lothar Dän. Dazu gehöre etwa der Besuch in einem Einkaufszentrum.

Tetiana Sinitsyna übergibt ein Gastgeschenk an Annegret Bruchhausen-Scholich.

Tetiana Sinitsyna übergibt ein Gastgeschenk an Annegret Bruchhausen-Scholich.

Für die Organisatoren bleibt gleichzeitig die schwierige Frage, was passiert, wenn die Ferien vorbei sind. Denn anschließend kehren die Kinder in ihre Heimat zurück. „Natürlich stellt man sich die Frage, wie man damit umgeht, dass die Kinder zurück in eine lebensgefährliche Situation müssen“, sagt Lothar Dähn. „Aber dort sind ihre Mütter, ihre Geschwister, das ist ihr Zuhause.“ Das könnten die Kinder nicht einfach hinter sich lassen.

Für die Kinder ist es nicht nur Erholung, sondern ein Signal, dass sie glücklich sind.
Annegret Bruchhausen-Scholich, Zweite Bürgermeisterin Stadt Leverkusen

„Wir bedanken uns für euer Herz und eure Menschlichkeit“, sagt Tetiana Sinitsyna. Auch Annegret Bruchhausen-Scholich sieht in dem Aufenthalt mehr als nur eine Reise. „Für die Kinder ist es nicht nur Erholung, sondern ein Signal, dass sie glücklich sind“, sagt sie.

Anlässlich des zehnten Camp-Jubiläums unterstützen Bayer 04 Leverkusen, die Bayer AG und der TSV Bayer 04 das Projekt. Sie stellen und finanzieren Unterkunft, Logistik und Verpflegung sowie Eintrittskarten für gemeinsame Aktivitäten.