Mehr spezialisierte Hilfe für Kinder in Not: Ein neues Einsatzteam versorgt künftig junge Patientinnen und Patienten in Leverkusen und der Region.
Wenn jede Minute zähltKindernotarzt-Team in Leverkusen geht an den Start

Freuen sich über den Start des Kindernotarzt-Teams (v. l.): Dr. Anja Mitrenga-Theusinger (Medizinische Geschäftsführerin Klinikum Leverkusen), Dr. Dejan Vlajnic (Direktor der Klinik für Kinder und Jugendliche), PD Dr. Christoph Adler, Oberbürgermeister Stefan Hebbel, Eva Klein (Kinderärztin und Notfallmedizinerin), Manuela Weigelt (Fachkinderkrankenschwester), Thomas Kresse (Leiter Feuerwehr Leverkusen), Joachim von Beesten (Björn Steiger Stiftung) und Katharina Albanese (Notfallpflegerin).
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Im Kofferraum eines eigens ausgestatteten Einsatzfahrzeugs liegen kindgerechte Beatmungsgeräte, Spritzen und Überwachungsmonitore griffbereit verstaut. Samt Blaulicht auf dem Dach ist das Auto sofort einsatzbereit. Künftig soll es schwer erkrankte und verletzte Kinder schneller und hochspezialisiert versorgen, nicht nur in Leverkusen, sondern auch in der Region. Hinter dem Projekt stehen, das Klinikum Leverkusen, die Berufsfeuerwehr, sowie die Björn-Steiger-Stiftung.
Hilfe für junge Patientinnen und Patienten
Kindernotfälle unterscheiden sich deutlich von Einsätzen bei Erwachsenen. Genau hier setzt das neue Kindernotarzt-Team in Leverkusen an. Ab sofort rücken speziell ausgebildete Kinderärztinnen und Kinderärzte gemeinsam mit qualifizierten Pflegefachkräften zu Einsätzen aus.
Stationiert ist das Fahrzeug an der Zentralen Notaufnahme des Klinikums Leverkusen. Alarmiert wird das Team über die Leitstelle der Feuerwehr. Zum Einsatz kommt es zusätzlich zum regulären Rettungsdienst immer dann, wenn Kinder oder Jugendliche bis 14 Jahren betroffen sind und ein Notarzt benötigt wird. „Dieses Zweiergespann verfügt über das nötige Know-how für eine rasche und hochspezialisierte Erstversorgung von Kindern in kritischen Situationen“, erklärte Dr. Dejan Vlajnic, Direktor der Kinderklinik. Gemeinsam mit Michael Stunz und Dr. Christoph Adler hat er das Projekt angestoßen.

Die Geräte im Fahrzeug sind gezielt auf die Behandlung von Kindern und sogar Frühgeborenen abgestimmt.
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Das Team soll jedoch nicht nur in Leverkusen ausrücken. „Wir fahren nicht nur für Leverkusen, sondern für die ganze Region“, sagte Dr. Dejan Vlajnic. Kooperationen gebe es unter anderem mit Köln. Bereits während der Pilotphase sei das Team auch im Kreis Mettmann und im Rheinisch-Bergischen Kreis unterwegs gewesen. Insgesamt kam es bereits zu sieben Einsätzen.
Vergleichbare Kindernotarzt-Systeme gibt es in Nordrhein-Westfalen bislang nur vereinzelt, etwa in Düsseldorf und Dortmund. Mit Leverkusen kommt nun ein weiterer Standort hinzu. In der ersten Phase arbeitet das Projekt mit einem Team aus sieben Fahrerinnen und Fahrern und drei Ärztinnen und Ärzten.
Wir fahren nicht nur für Leverkusen, sondern für die ganze Region.
Besonders ist auch die Ausstattung des Fahrzeugs. Nach Angaben von Dr. Christoph Adler wurden viele Geräte gezielt auf die Behandlung von Kindern und sogar Frühgeborenen abgestimmt. Sie sind im Fahrzeug kompakt im Kofferraum verstaut und im Einsatz schnell griffbereit. So verfügt das Beatmungsgerät über spezielle Funktionen und kleinere Schlauchsysteme. Auch Medikamente können präziser dosiert werden als in der regulären Notfallversorgung.
Finanziert wird das Projekt von der Björn-Steiger-Stiftung. Sie übernimmt zunächst für zwei Jahre die Kosten für Anschaffung und Betrieb des Fahrzeugs. In der aktuellen Startphase ist das Team montags bis freitags zwischen 7.30 Uhr und 15.30 Uhr im Einsatz. Perspektivisch sollen die Einsatzzeiten erweitert werden.