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Wuppertal-HitdorfLeverkusener Yachtclub erhält zum 30. Mal die „Blaue Flagge“

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Menschen vor Yachtclub

Zum 30. Mal wird die Blaue Flagge an den Yachtclub Verein Wuppertal-Hitdorf e. V. verliehen.

Der Club und seine Mitglieder haben viel Geld investiert und sich an zahlreichen Umweltaktionen beteiligt.

Der Yachtclub Wuppertal-Hitdorf e. V. ist erneut mit der internationalen Umweltauszeichnung „Blaue Flagge“ geehrt worden. Auf dem Vereinsgelände an der Rheinstraße in Hitdorf kamen Vertreter aus Politik, Wassersportverbänden und Umweltorganisationen zusammen, um die Verleihung zu feiern. Für den Club ist es bereits die 30. Auszeichnung dieser Art.

Vorsitzender Roland Blum eröffnete die Veranstaltung mit einer humorvollen Erklärung zur Vereinsgeschichte. Warum der Club trotz seines Standorts in Leverkusen den Namen „Wuppertal-Hitdorf“ trägt, erklärte er so: „Die Wupper war leider nicht schiffbar – und im Bergischen werden die Menschen schon mit dem Regenschirm in der Wiege ausgestattet.“ Deshalb hätten die Gründer 1951 einen Ort „mit viel Wasser und viel Sonne“ gesucht und seien in Hitdorf fündig geworden. „Deswegen nennt man Hitdorf auch die bergische Riviera“, sagte Blum unter dem Applaus der Gäste.

Oberbürgermeister würdigt Ehrenamt

Leverkusens Oberbürgermeister Stefan Hebbel hob in seinem Grußwort insbesondere die Bedeutung des Ehrenamtes hervor. Vereinsarbeit werde zunehmend schwieriger, sagte Hebbel mit Blick auf Bürokratie und steigende Kosten. „Es gibt immer nur einen kleinen Teil, der die wichtige Arbeit im Vorstand übernimmt“, sagt der Oberbürgermeister. „Ich bin sehr dankbar für alles an ehrenamtlichem Engagement, das ich in Leverkusen antreffen darf.“

Zugleich lobte Hebbel die Umweltmaßnahmen des Yachtclubs. Die Mitglieder beteiligten sich an Müllsammelaktionen, haben Blumenwiesen entlang der Steganlage angelegt, ein Bienenhotel eingerichtet und würden ihre Boote mit umweltschonenden Farben streichen. „Die Blaue Flagge ist eine weltweit anerkannte Auszeichnung für Umweltkriterien, Sicherheit und Zugänglichkeit“, sagte Hebbel. Auch den Standort des Vereins hob er hervor: „35 Liegeplätze, ruhig gelegen und gleichzeitig nah am Ortskern – hier hat man wirklich kurze Wege.“

650.000 Euro investiert

Willy Dreckmann vom Seglerverband Nordrhein-Westfalen würdigte den Einsatz des Vereins für Umwelt- und Naturschutz. Besonders beeindruckt zeigte er sich von den Investitionen der vergangenen Jahre.

„Wir haben hier in den letzten sechs Jahren 650.000 Euro in die Steganlage und das Gebäude investiert“, sagte Dreckmann. Möglich geworden sei dies durch „brutales Engagement“ der Mitglieder sowie die Unterstützung aus Politik und Verein. Zugleich appellierte er an weitere Wassersportvereine, sich stärker am Umweltprogramm der Blauen Flagge zu beteiligen. „Umweltschutz geht uns alle an“, sagte Dreckmann. „Wir leben im Augenblick so, als hätten wir drei Erden.“ Geehrt wurde während der Veranstaltung außerdem Vereinsmitglied Adolf Spiel für 45 Jahre Mitgliedschaft. Die Ehrung hatte zuvor wegen seines 90. Geburtstags verschoben werden müssen.

Wassersport soll nachhaltiger werden

Dr. Marcus Schüler vom Deutschen Motoryachtverband erklärte, dass sich die Wassersportverbände bereits seit Jahrzehnten mit umweltfreundlicheren Technologien beschäftigen. „Wir tun einiges“, sagte Schüler mit Blick auf alternative Treibstoffe und neue Antifouling-Produkte für Bootsrümpfe. Ziel sei es, Emissionen zu senken und die Gewässer besser zu schützen. Zugleich betonte er die gute Zusammenarbeit zwischen Segel- und Motorbootverbänden. „Wir sind ja immer zusammen“, sagte Schüler.

„Die Blaue Flagge ist ein Versprechen“

Tobias Wanierke von der Deutschen Gesellschaft für Umwelterziehung bezeichnete die Blaue Flagge als weit mehr als nur eine Auszeichnung. „Die Blaue Flagge ist nicht nur eine Auszeichnung – sie ist ein Versprechen“, sagte er. Die Vereine seien Vorbilder für nachhaltige Entwicklung und Umweltbildung. Besonders wichtig sei es, junge Menschen einzubeziehen und Umweltprojekte sichtbar zu machen. „Tut Gutes und redet darüber“, appellierte Wanierke an die ausgezeichneten Vereine.

Er kündigte außerdem Veränderungen bei der Vergabe der Blauen Flagge an. Hintergrund ist eine neue EU-Richtlinie gegen Greenwashing. Deshalb werde die Auszeichnung in diesem Jahr erstmals für zwei Jahre vergeben.