In der Villa Zündfunke ging es vor allem um Austausch über Kunst.
Kunsthandwerker-MarktKünstler aus Leverkusen in

In der Villa Zündfunke fand am Samstag ein Kunsthandwerker-Markt statt.
Copyright: Violetta Gniß
Trotz des strahlenden Sonnenscheins sind die Straßen in Hitdorf am Samstagnachmittag wie leer gefegt. Viele hat es nach der Einweihung des Platzes am Hafen wohl in die Villa Zündfunke zum Kunsthandwerker-Markt verschlagen. Es ist die erste Ausgabe der Ausstellung, bei der zwölf Leverkusener Künstlerinnen und Künstler ihre Werke präsentieren. Die Räume sind überschaubar, sodass die Besucherinnen und Besucher sich den einzelnen Werken näher widmen und mit den Ausstellenden das Gespräch suchen.

Die Hitdorfer Künstlerin Fiona Statz stellte auf dem Markt ihre Werke aus.
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„Unterschiedlichkeit braucht ihren Raum“, sagt Susanne Wybrands dazu, die die Veranstaltung organisiert hat. Es war eine spontane Idee von ihr, sie wolle abbilden, welche „netten Künstler“ es in Hitdorf gebe, sagt das Vorstandsmitglied der Villa Zündfunke. Kunsthandwerk ist vielen in der Regel von Weihnachtsmärkten bekannt, doch die Kunst in der Villa Zündfunke wirkt so ganz anders als die vertrauten Motive und Formen von kommerziellen Märkten.
Die Anerkennung ist des Künstlers Brot – vor allem das der Hobbykünstler
„Wir haben darauf geachtet, dass die Leute nicht gewerblich unterwegs sind“, erklärt Wybrands dazu, „man kann sicherlich mit so einem Markt auch Geld verdienen, aber wir sehen uns in einer anderen Ecke.“ Der Markt solle die Kunst in den Vordergrund stellen und den Austausch darüber. Interessierte können zwar auch Werke erwerben, im Zentrum des Events steht allerdings etwas anderes: Es geht um die Wertschätzung und den Respekt für die Arbeit der Kunstschaffenden. „Die Anerkennung ist des Künstlers Brot – vor allem das der Hobbykünstler“, so Wybrands.
Dabei bereichern sich die Künstlerinnen und Künstler auch untereinander. „Es ist schön zu sehen, welche tollen Künstler es in Hitdorf gibt, von denen man nichts wusste“, sagt Fiona Statz, die drei Häuser weiter wohnt. Die angehende Grundschullehrerin fotografiert unter anderem Bodypainting, also bunt bemalte Körper. Es sei der Austausch mit den Menschen, die sie fotografiere, der sie daran reize. Ihre Werke haben dabei vor allem eine Gemeinsamkeit: Sie sind alle sehr farbintensiv. „Ich liebe die Sprengkraft von bunter Kunst“, schwärmt Statz.

Für Margret Oberthür bot der Markt die erste Möglichkeit, ihre Kunst auszustellen.
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Ebenfalls bunte Kunst, aber ganz anders interpretiert, stellt Margret Oberthür aus. Sie arbeitet mit Upcycling, also der Wiederverwertung gebrauchter Materialien. Dabei malt sie Archetypen wie Mann und Frau und erfasst auch Farben archetypisch in androgynen Gesichtern. „Ich möchte das Wesen der Farbe, die Seele der Farbe erfassen“, sagt die gelernte Sozialpädagogin. So kann man in dem Gesicht der Farbe Rot Blut Feuer, Früchte oder auch Liebe und Vitalität erkennen. Auf einem Papierbogen können Besucherinnen und Besucher auch ihre eigenen Gedanken zum Wesen der Farben teilen.
Ein paar Stände weiter stellt Ami Parikh ihre Mandala-Kunst aus. Notizbücher, Spiegel und Tassen verziert sie mit den bunten Mustern. „Mandala-Malen ist wie Meditation, weil die ganze Konzentration auf die filigranen Muster gerichtet ist“, erzählt die Lützenkirchenerin. Zwischen Holzschnitzereien, und wattig-weichen Engelfiguren, stehen zwei Freundinnen aus Hitdorf, die von den Kunstwerken fasziniert sind. „Wie kreativ die Leute hier sind – Wahnsinn“, sagen sie und: „Es sind so ungewöhnliche Sachen, das haben wir so noch nie gesehen – und das an jedem Stand.“
