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HitdorfSo attraktiv ist Leverkusens Rhein-Stadtteil geworden

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Der Männerchor 1846 Hitdorf am Hafengelände

„Am Brunnen vor dem Tore“ mit neuem Text, passend zum Anlass: Der Männerchor 1846 Hitdorf beging die Einweihung am Hafengelände überaus feierlich.

Der Hafenplatz in Hitdorf ist jetzt eingeweiht. Die gehörige Verspätung des Projekts tut der Freude keinen Abbruch.

Der Männerchor hatte „Am Brunnen vor dem Tore“ sogar mit einem neuen Text versehen. Das war auch angemessen, denn die Einweihung des neuen Hafenplatzes an der Rheinstraße ist wahrlich ein Grund zum Feiern. Am Samstag findet eine zehnjährige Planungs- und Baugeschichte ihr Ende. „Heute ist ein Feiertag für Hitdorf“, sagt deshalb Oberbürgermeister Stefan Hebbel am Vormittag. Der Hafenplatz habe gerade den letzten Schliff bekommen. Er ist abends beleuchtet. Auf den Schienentrassen wurden Sitzpodeste verankert, ein gepflastertes Band verdeutlicht die alte Bahntrasse. „So bezieht dieser Platz die historischen Elemente des ehemaligen Verladeplatzes geglückt in eine neue Nutzung für die Naherholung ein“, ergänzt der OB.

OB Stefan Hebbel und Rüdiger Scholz enthüllen die Infotafel über die ehemalige Bahnlinie in Hitdorf.

OB Stefan Hebbel und Rüdiger Scholz (links) enthüllen die Infotafel über die ehemalige Bahnlinie in Hitdorf.

Das Beste an diesem Platz, da sind sich alle einig, ist seine Lage: direkt am Rhein, umgeben von vielen historischen Häusern. Dass der Verladeplatz einst erhebliche wirtschaftliche Bedeutung hatte, ist allen bewusst, die am Samstag zur Einweihung kommen. Stefan Karl, der das Ressort Stadtplanung im Rathaus leitet, erklärt, wie der Umbau des Hafenplatzes mit dem Erneuerungskonzept für Hitdorf zusammenhängt: Es geht darum, Identität zu schaffen, den Ortskern vom Durchgangsverkehr zu entlasten und mit schöner gestalteten Plätzen die Aufenthaltsqualität zu verbessern. Das kommt nicht nur Hitdorferinnen und Hitdorfern, sondern auch Besuchern zugute.

2014, daran erinnerte Karl, wurde damit begonnen, das Integrierte Handlungskonzept in Hitdorf umzusetzen. Die Fitnessstationen an der Fährstraße wurden ergänzt; die Hitdorfer Straße wurde umgebaut, der Kirmesplatz aufgewertet und der Spielplatz am Buttermarkt entstand. Von elf Bauprojekten sei der Hafen das Wichtigste gewesen. Und das teuerste. Was man zunächst nicht ahnte: Die Kaimauer war derart marode, dass sie komplett neu gebaut werden musste. Das verzögerte das Projekt erheblich.

Mit Bildern aus der langen Planungsphase verdeutlichte der Stadtplaner, was alles zu tun war, bevor der Hafenplatz zu dem Treffpunkt werden konnte, der er nun ist. Peter Schein aus dem Vorstand des Vereins „Leben in Hitdorf“ lässt am Samstag keinen Zweifel an der Bedeutung des Orts: „Der Platz bietet neue Möglichkeiten, unter anderem für Veranstaltungen. Denn die Lage am Rhein ist einzigartig.“ Insgesamt habe das Integrierte Handlungskonzept „unser Dorf für die wachsende Anzahl von Einwohnern attraktiver und lebenswerter gemacht“, bilanziert Schein. Einen besseren Kommentar kann es am Tag der Städtebauförderung kaum geben.


In einem Stadtbahnmuseum in Hannover hat Rüdiger Scholz noch einen alten Waggon gefunden, der einst in Hitdorf eingesetzt wurde. Der CDU-Landtagsabgeordnete aus dem benachbarten Rheindorf fand heraus, dass der Wagen danach in Bremerhaven eingesetzt wurde.

Die Geschichte der Historischen Bahn in Hitdorf lässt sich an Informationstafeln am Hafen ablesen. Sie wurden von Scholz und OB Hebbel am Samstag enthüllt.