Paco Simic steht im Finale von „Deutschland sucht den Superstar“. Uns hat er erzählt, womit seine Kurzzeit-Heimat Köln ihn überzeugt hat.
Wofür ich Köln liebe„Die Stadt hat mich getragen“ – Was DSDS-Finalist Paco Simic hier über Heimat lernte

Paco Simic aus Bregenz in Österreich möchte am Wochenende die Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ gewinnen. Er hat rund sechs Wochen am Rhein verbracht.
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Ich bin in Bregenz aufgewachsen – am Bodensee, dort, wo Österreich an die Schweiz und an Bayern grenzt. Eine Stadt, in der jeder jeden kennt, in der die Berge so nah sind, dass man sie irgendwann nicht mehr beachtet. Bis ich im März in Köln aufgeschlagen bin, hatte ich in dieser Stadt vielleicht sechs Stunden Aufenthalt am Hauptbahnhof – einmal auf dem Weg nach Hamburg, das war’s. Jetzt, vier Wochen Köln und zwei Wochen DSDS-Loft später, frage ich mich, wie ich diese Stadt jemals wieder loslassen soll.
Nach drei Tagen mit Namen gegrüßt
Es sind nicht die Postkarten-Sachen, die’s gemacht haben. Der Dom ist beeindruckend, klar, aber er war’s nicht. Es war eher: die Frau in der kleinen Bäckerei, die mich nach drei Tagen mit Namen grüßt, ohne dass ich ihn ihr je gesagt hätte. Der Taxifahrer, der auf einer Fahrt in der Nacht „Liebe deine Stadt“ mitsingt, ohne zu wissen, wer ich bin oder woher ich komme. Die Kellnerin in einem Café in Ehrenfeld, die ungefragt nachschenkt, weil ich „so müd ausschau, Junge“.

Die aktuelle DSDS-Jury: Dieter Bohlen, Bushido und Isi Glück
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In Bregenz sind wir auch herzlich, aber leiser. Wir nehmen uns Zeit zu prüfen, ob wir jemanden mögen. In Köln habe ich gelernt: Hier wird zuerst umarmt und dann gefragt, woher du kommst. Das ist nicht dasselbe wie höflich sein. Das ist warm sein, ohne darüber nachzudenken.
Wenn plötzlich eine ganze Kneipe singt
Was mich aber wirklich umgehauen hat, war ein Moment in einer Kneipe in Ehrenfeld, irgendwann spätabends. „Mer losse d'r Dom in Kölle“ lief leise im Hintergrund – und plötzlich sangen drei Tische einfach mit. Niemand hatte darum gebeten, niemand hatte geprobt. Es war, als würde die Stadt sich selbst tragen, einfach so im Vorbeigehen. Ich bin Musikstudent. Ich kenne das Gefühl, wenn Töne im Raum kippen, wenn Stimmen sich übereinanderlegen, ohne Plan. Aber ich hab’ es selten so unbefangen erlebt wie in dieser Nacht.
Wir Vorarlberger sind heimatverbunden, das wissen wir alle. Aber Köln hat mir gezeigt, dass Heimat nicht heißt, dort geboren worden zu sein. Heimat heißt, dass dich eine Stadt mitschwingen lässt, auch wenn du nur etwas über einen Monat da bist.
Diesen Samstag stehe ich im DSDS-Finale auf RTL. Wenn die Stadt, die mich diese Wochen getragen hat, am Samstagabend noch einmal das Telefon hebt, würde ich diese Reise mit einem ganz besonderen Akzent abschließen. Danke, Köln. Mer halde zesamme.
Gastautor Paco Lazar Simic (23) aus Bregenz (Österreich) tritt am Samstag vor der DSDS-Jury auf und will die 22. Staffel für sich entscheiden. Er tritt an gegen Constance Dizendorf, Abii Faizan, Menowin Fröhlich und Tyrell Hagedorn.

