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150 aus 150Peter Müller wurde mit K.-o.-Schlag gegen Ringrichter weltweit bekannt

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Der Kölner Boxer Peter Müller, genannt "de Aap" (= der Affe), schaut auf den Ringrichter Max Pippow, der K.o. auf dem Boden des Ringes liegt (1952).

Für seinen K.-o.-Schlag gegen den Ringrichter bekam Peter Müller eine lebenslange Sperre – die jedoch nach einem Jahr aufgehoben wurde.

Der Kölner Boxer war bekannt für seinen angriffslustigen Kampfstil. Wegen seiner gebückten Haltung erhielt er den Spitznamen „de Aap“.

Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 13. Teil der Serie geht es um den Boxer Peter Müller.

Bedeutung

1947 begann der gelernte Melker Peter Müller nach nur einem Jahr Amateurliga seine Profikarriere im Boxsport. Bis 1966 bestritt der Mittelgewichtler 176 Kämpfe in Deutschland und in den USA. 132 gewann er, davon 68 durch K. o. Bekannt war Müller für seinen angriffslustigen Kampfstil. Fünfmal siegte er im Kampf um die deutsche Meisterschaft, unterlag aber in Kämpfen um die Europameisterschaft.

Weltweit Furore machte er 1952 im Kampf um die deutsche Meisterschaft in Köln gegen Hans Stretz mit dem K.-o.-Schlag gegen den Ringrichter Max Pippow. Er erhielt eine lebenslange Sperre, die jedoch nach einem Jahr aufgehoben wurde. Kämpfe mit Müller versprachen volle Häuser, und die wollten sich die Veranstalter nicht entgehen lassen. Der Boxverband vergab ihm auch, 1967 erhielt Müller die Goldene Ehrennadel.


Peter Müller

Geboren: 24. Februar 1927 in Köln

Gestorben: 22. Juni 1992 in Köln


Wirken in Köln

Sein breites Kölsch und seine teils derbe Sprache machten Müller besonders in seiner Heimatstadt populär. Hier absolvierte er mehr als 50 Kämpfe. Wegen seiner gebückten Haltung erhielt der nur 1,65 m große Boxer den Spitznamen „de Aap“ oder auch „Müllers Aap“. Nach dem Ende der Boxkarriere führte er einen Obst- und Gemüseladen und war im Automatengeschäft tätig. In jungen Jahren ging manches Mal sein Temperament mit ihm durch, und er neigte zu körperlichen Attacken. Doch die Stadtgesellschaft vergab ihm alles.

Bemerkenswert

Der Boxer versuchte sich als Schlagersänger und veröffentlichte fünf Singles, unter anderem „Verrückte gibt es überall“ und „20 Schnaps – 20 Bier“. Zum 20-jährigen Bühnenjubiläum der Bläck Fööss 1990 im Volkstheater Millowitsch hatte Peter Müller einen Gastauftritt mit seinem Lied „Ring frei zur nächsten Runde“. Im Karneval sowie bei Veranstaltungen trat er als Büttenredner und in der Zeit seiner Sperre als Catcher auf.

Spuren in der Stadt

Zu seiner Beerdigung auf dem Südfriedhof kamen 4000 Menschen, darunter die Mitglieder der „Bläck Fööss“ und der „Höhner“. Auf Müllers Grabstein steht „Box-Champion“.


Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.