Am Samstag, 18. April, beginnen die „Hautnah Konzerte“, die Urs Fuchs ins Leben gerufen hat.
Villa WuppermannLeverkusener Musiker will Kleinkünstlern eine Bühne bieten

„ZebraSommerwind“ geben ein Konzert in der Villa Wuppermann.
Copyright: „ZebraSommerwind“
Dass diese Idee sonst noch niemand hatte, wundert Urs Fuchs auch. Dabei bietet vor allem das Kaminzimmer in der Villa Wuppermann fast ideale Möglichkeiten für das, was dem Leverkusener Musiker, Produzenten und Komponisten vorschwebt: ein Raum für Kleinkunst in Leverkusen – unmittelbar und hautnah.
„Das darf nicht wahr sein“, habe er sich gedacht, als er herausfand, dass darauf offenbar noch niemand gekommen war. Deshalb hat er, nachdem er den Saal selbst für seinen 70. Geburtstag gebucht hatte, die Initiative ergriffen, sich mit der Leiterin der ehemaligen Schlebuscher Fabrikantenvilla, Melanie Schassan, in Verbindung gesetzt und sie gleich überzeugt. Fuchs findet nämlich, dass bei allen bestehenden und guten Konzertsälen, die es schon in der Stadt gibt, eine Sparte zu kurz kommt: die Kleinkunst jenseits vom Mainstream. Musik, die man sonst so nicht häufig, und schon gar nicht in größeren Sälen hört.
Singer/Songwriter mit eigenen Texten und eigener Musik zum Beispiel. Keine, die Musik nachspielen, sondern solche, die eigene Sachen schreiben. Und für die 70 bis 100 Zuschauerinnen und Zuschauer, die nach Fuchs’ Schätzung in den Saal passen, auch die beste Publikumsgröße ist.
Zum Auftakt „ZebraSommerwind“
Bei der Veranstaltungsreihe, die Fuchs jetzt in der Villa Wuppermann ins Leben gerufen und „Hautnah Konzerte“ genannt hat, ist er selbst meist aktiv mit dabei. Der 70-Jährige lebt mit seiner Frau in Schlebusch, vor neun Jahren ist er aus dem Westerwald zurückgekommen, nachdem er in den 80er-Jahren schon mal in Leverkusen gelebt hat. „Ich liebe diese Stadt“, sagt er.
Durch seine Musikertätigkeit wisse er, wovon er rede, wenn es um die Veranstaltungsbranche geht. Auch davon, dass gerade Kulturförderung in der Kleinkunst häufig auf der Strecke bleibe. Fuchs arbeitet seit 50 Jahren als Musiker, seine Hauptinstrumente sind Bass und Kontrabass. Aber auch Akustikgitarre, Klavier und Percussion beherrscht er. Zu seinen Referenzen zählen unter anderem Jon Lord (Deep Purple) und Anni-Frid (Frida) Lyngstad (Abba).
Den Auftakt der neuen Konzertreihe bildet das Trio „ZebraSommerwind“. Fuchs spielt darin mit seiner Frau Andrea Leonhardi und Thomas Kagermann zusammen. Sie haben sich dem „German Folk“ verschrieben. Den Begriff Volksmusik vermeiden sie bewusst, der wecke Konnotationen, die nicht passten.
Das Trio hat sich aber vor allem alte deutsche Volkslieder, von denen es nach Angaben von Fuchs und Leonhardi mehr als 300.000 gibt, vorgenommen. Und diese interpretieren sie ganz neu – „entstaubt und aufgefrischt“, so Leonhardi. Mit mehrstimmigem Gesang, mit Geige, mit Gitarre und Perkussion. Aber auch „zeitgenössische Lieder, neu aufgefasste Songs in Französisch, Englisch, Deutsch und extrem schmissigen Tanzmedleys“ gehören in ihr Repertoire. Und alle akustisch, ohne Verstärkung. Hautnah eben.
„Hautnah Konzerte“ mit „ZebraSommerwind“, Samstag, 18. April, 20 Uhr, Mühlheimer Straße 14, Villa Wuppermann, Kartenreservierung bei Urs Fuchs unter 0151/65617653, eine Karte kostet 25 Euro. Zweites Konzert der Reihe: „Joy4You“ am 17. Oktober.
