Der Sportpark Leverkusen will in den kommenden vier Jahren rund zehn Millionen Euro investieren, den Großteil davon ins Calevornia.
Leverkusener SchwimmbäderAuf das Calevornia kommen große Sanierungen zu

Die Außenbecken im Freibad des Calevornia sind 35 Jahre alt und müssen dringend saniert werden.
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Die Instandhaltung von Sportstätten und besonders Schwimmbädern ist teuer – wie teuer genau, listet das neue Weißbuch der Sportstätten auf, das der Sportpark Leverkusen veröffentlicht hat. Seit 1998 hat der Sportpark rund 32 Millionen Euro in Sanierung, Umbau und Neubau seiner Anlagen gesteckt. Der größte Teil davon wird für die Schwimmbäder benötigt. Für den Zeitraum 2026 bis 2030 veranschlagt der Sportpark weitere knapp zehn Millionen Euro an Investitionen – ohne den geplanten Neubau des Hallenbads Bergisch Neukirchen, der noch in Planung ist. Vor allem auf das Freizeitbad Calevornia kommen in den nächsten Jahren größere und kostspielige Sanierungen zu. Ein Überblick.
Calevornia
Das Freizeitbad Calevornia an der Bismarckstraße ist das finanzielle Schwergewicht unter den Leverkusener Bädern. Seit seiner Eröffnung im Januar 1998, gebaut als Ersatz für das frühere Hallenbad Bismarckstraße, hat der Sportpark im Schnitt jährlich investiert: von neuen Beckenbodenfliesen über Filter bis zu LED-Lampen. 2001/2002 wurde zudem die Parksauna grundlegend modernisiert.
2025 hat der Sportpark verschiedene Arbeiten am Calevornia durchgeführt, die aufgeführten Projekte summieren sich auf rund 130.000 Euro: Es wurden beispielsweise rund 40 Absperrklappen in der Badewassertechnik ausgetauscht, das Solebecken abgedichtet und die Chlordosieranlage erneuert. Das war allerdings erst der Anfang: Rund 100 weitere pneumatische Absperrklappen – seit mehr als 26 Jahren im Betrieb – sollen 2026 folgen, Kosten: 60.000 Euro.

Auch der Eingangsbereich soll modernisiert werden.
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Und dann kommt 2027: Mit geplanten 1,8 Millionen Euro ist dieses Jahr mit Abstand der teuerste Einzelposten in den Planungen des Weißbuchs. Allein die Erneuerung der Dachfläche der Rotunde inklusive Photovoltaik soll 550.000 Euro kosten, dazu kommen 385.000 Euro für den neuen Eingangs- und Kassenbereich, 270.000 Euro für die Sanierung des Freibad-Außenbeckens, 190.000 Euro für das Solebecken und 190.000 Euro für das Außen- und Tauchbecken der Parksauna. 2028 folgen weitere große Dach- und Lüftungssanierungen für zusammen rund 1,3 Millionen Euro.
In den Jahren 2026 bis 2030 will der Sportpark demnach rund 3,98 Millionen Euro in das Calevornia investieren. Insgesamt bescheinigt das Weißbuch dem Bad einen guten Zustand, vor allem die 35 Jahre alten Außenbecken und die Dachflächen seien aber dringend sanierungsbedürftig. Ob es während der Sanierungen zu Schließungen oder Einschränkungen für den Schwimmbetrieb kommt, geht aus dem Bericht nicht hervor.
Hallenbad Bergisch Neukirchen
Viele Fragezeichen stehen über der Zukunft des Hallenbads Bergisch Neukirchen. Das 1974 gebaute Bad ist das älteste des Sportparks, schon lange ist eine dringend nötige Sanierung geplant. Die wurde allerdings im Juli 2025 auf Anraten des Sportparks vom Stadtrat wieder zurückgenommen: Die Kosten für eine Sanierung drohten aus dem Ruder zu laufen, gleichzeitig könne man das alte Gebäude kaum auf moderne Energiestandards bringen, ein Neubau sei wirtschaftlicher.

Das Schwimmbad Bergisch Neukirchen soll neu gebaut werden.
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Dieser soll rund 18,7 Millionen Euro kosten. Bis zu 75 Prozent der förderungsfähigen Kosten könnten über das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten 2025/2026“ abgedeckt werden, hofft der Sportpark. Eine Entscheidung steht noch aus. Laut Bericht bliebe aber mindestens ein Eigenanteil von 10,7 Millionen Euro, den die Stadt erst noch durch ein Haushaltssicherungskonzept bringen müsste. Viele Unsicherheiten für das Schwimmbad, das vor allem von Schulen und für Schwimmkurse dringend benötigt wird. In der Zwischenzeit laufen am alten Bad lediglich die nötigsten Wartungen weiter, rund 30.500 Euro pro Jahr.
Hallen- und Freibad Wiembachtal
Vergleichsweise gut aufgestellt ist das Hallen- und Freibad Wiembachtal, das erst 2010 neu gebaut wurde. Das Weißbuch bescheinigt dem Bad einen guten Zustand. Größere Einzelinvestitionen sind bis 2030 kaum geplant: 2026 stehen mit der Neuverfliesung des Lehrschwimmbeckens (32.000 Euro) und einer neuen Mess- und Regeleinrichtung für die Chlorgasdosierung (15.000 Euro) zwei einmalige Posten an, danach bleibt es bei rund 47.500 Euro jährlichen Wartungskosten. Betriebs- und Personalkosten sind darin nicht enthalten.
Schwimmhalle Medilev
Die 2011 erbaute Schwimmhalle im Medilev am Klinikum, die der SPL langfristig angemietet hat, ist vom Aufwand her die genügsamste aller Anlagen: 16.000 Euro pro Jahr für Reinigung, Renovierung und Wasseruntersuchungen – mehr ist nicht vorgesehen, da das SPL als Mieter keine größeren Investitionspflichten trägt.
Nimmt man alle Bäder zusammen, fallen bis 2030 rund 4,5 Millionen Euro an geplanten Investitionen an – ohne den noch ungesicherten Ersatzneubau in Bergisch Neukirchen.

