Abo

PflegeberufePräsidentin besucht Pflegedienst in Leverkusen

2 min
ARCHIV - 08.10.2025, Baden-Württemberg, Stuttgart: Ein Pfleger misst in einem Krankenhaus auf einer Station bei einem Patienten den Blutdruck. (zu dpa: «Statistik: Mehr Pflegeazubis im Südwesten tätig») Foto: Bernd Weißbrod/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Ein Pfleger misst bei einem Patienten den Blutdruck. 

Inhaber Ralf Fritzsche kritisiert bürokratische Anforderungen und wirtschaftlichen Druck.

Zum Internationalen Tag der Pflegenden hat Vera Lux, Präsidentin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK), den ambulanten Pflegedienst Fritzsche in Leverkusen besucht. Im Gespräch mit Pflegefachpersonen sowie Mitarbeitenden aus Verwaltung und Leitung informierte sie sich über den Alltag in der häuslichen Versorgung – und über das, was ihn so schwer macht.

Unterschiedliche Bedürfnisse

Ambulante Pflege ist dabei weit mehr als Altenpflege, das wurde im Gespräch schnell deutlich. Der Dienst begleitet Menschen mit sehr unterschiedlichen Bedarfen: ältere und jüngere Pflegebedürftige, Menschen mit chronischen Erkrankungen, körperlichen Einschränkungen oder komplexen sozialen Problemlagen. Fachlich anspruchsvoll, eigenverantwortlich – und zugleich getragen von Nähe und Vertrauen.

„Berufliche Pflegende ermöglichen jeden Tag, dass Menschen in ihrer eigenen Häuslichkeit versorgt werden können, dort, wo die meisten Menschen es sich wünschen", sagte Lux. „Wer Pflege stärken will, muss gerade die ambulante Pflege sehen, hören und ihr mehr Handlungsspielräume geben."

Wo diese Spielräume fehlen, schilderten die Mitarbeitenden konkret: fehlende Hilfsmittel nach Krankenhausentlassungen, überforderte Angehörige, bürokratische Verzögerungen – und selbst fehlende Parkplätze, die bei der Abrechnung im Minutentakt wirtschaftliches Arbeiten erschweren. Mehr Befugnisse für Pflegefachpersonen, etwa bei der Verordnung von Hilfsmitteln, sowie eine bessere Einbindung ins Entlassmanagement der Krankenhäuser könnten spürbar entlasten.

Inhaber Ralf Fritzsche brachte es so auf den Punkt: „Gute Pflege zu ermöglichen, bei all den bürokratischen Anforderungen und der Notwendigkeit, wirtschaftlich zu arbeiten, ist ein Balanceakt, der nur mit wirklich motivierten und hochprofessionellen Mitarbeitenden gelingt."

Der Internationale Tag der Pflegenden wird jährlich am 12. Mai begangen.