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Vertrauliche SpurensicherungWohin sich Opfer von Gewalt in Leverkusen wenden können

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Sichern eine vertrauliche Spurensicherung für alle Geschlechter nach jeglicher Gewalt zu: Cornelia Janzon (Oberärztin, v. l.), Gabriele Fries (Oberärztin), Andrea Ferwer (Frauennotruf), Cornelia Richrath (Gleichstellungsbeauftragte), Rita Apke (Sozialpsychiatrisches Zentrum) und Demet Incekara (Frauenberatungsstelle).

Sichern eine vertrauliche Spurensicherung für alle Geschlechter nach jeglicher Gewalt zu: Cornelia Janzon (Oberärztin, v. l.), Gabriele Fries (Oberärztin), Andrea Ferwer (Frauennotruf), Cornelia Richrath (Gleichstellungsbeauftragte), Rita Apke (Sozialpsychiatrisches Zentrum) und Demet Incekara (Frauenberatungsstelle).

Die neue Regelung gilt für alle Geschlechter und alle Arten von Gewalt.

Seitdem die neue Regelung in Kraft ist, sagt Andrea Ferwer vom Leverkusener Frauennotruf, spüre sie schon einen Anstieg der Fälle. Seit dem 1. März 2025 gilt eine Neuregelung des Paragrafen 132k des fünften Sozialgesetzbuches „Vertrauliche Spurensicherung“. Galt die Zusicherung einer kostenlosen, anonymen Spurensicherung bis dahin nur für Frauen, die Opfer von sexualisierter Gewalt geworden waren, haben inzwischen alle Geschlechter ein Anrecht auf eine vertrauliche Spurensicherung bei allen Arten von Gewalt.

In Leverkusen setzt das ein Netzwerk von verschiedenen Beteiligten um: der Frauennotruf als Beratungsstelle für von sexualisierter Gewalt betroffene Frauen, die Frauenberatungsstelle als Anlaufpunkt für von körperlicher Gewalt betroffene Personen, das Sozialpsychiatrische Zentrum für von sexualisierter Gewalt betroffene Männer sowie das Klinikum, wo nach Gewalttaten Spuren gesichert werden können.

59 Fälle in zehn Jahren in Leverkusen

Sie alle sind Anlaufstellen für Menschen, die Gewalt erfahren mussten. Vertrauliche Spurensicherung bedeutet unter anderem, dass nicht direkt die Polizei eingeschaltet wird. Außerdem werden die Spuren anonym in einer Datenbank der Rechtsmedizin in Düsseldorf gesichert, im „Intelligenten Gewaltopfer-Beweissicherungs- und -Informationssystem“. Fünf Jahre werden sie dort aufbewahrt. In dieser Zeit hat das Opfer die Möglichkeit, Anzeige zu erstatten. Die Daten bekommen eine eigene Chiffrenummer, sodass sie auch ohne den Namen der oder des Betroffenen zu finden sind.

Von 59 solcher Fälle in den vergangenen zehn Jahren berichtet Andrea Ferwer, denn die vertrauliche Spurensicherung gibt es schon seit einigen Jahren. Aber durch die neue Regelung würden es mehr. Rita Apke, die Geschäftsführerin des Sozialpsychiatrischen Zentrums, ist besonders gespannt darauf, ob sich dadurch mehr Männer melden.

Schon seit mehr als zehn Jahren gibt es in Leverkusen einen Runden Tisch gegen Gewalt an Frauen, der das Thema der vertraulichen Spurensicherung seit jeher begleitet. Auf den Internetseiten der jeweiligen Beratungsstellen sind Kontaktdaten hinterlegt. „Das Ganze kann nur funktionieren, wenn möglichst viele Menschen davon wissen“, sagt Ferwer. Denn klar sei auch: „Spuren müssen zeitnah gesichert werden“, die Opfer sollten wissen, wohin sie sich wenden können. Am besten unmittelbar nach der Gewalterfahrung, ohne zum Beispiel danach geduscht zu haben.


Wie die vertrauliche Spurensicherung funktioniert

Zunächst können sich Opfer in der Zentralen Notfallambulanz des Klinikums melden. Wichtig: zeitnah nach der Tat. Sollte der Verdacht auf K.-o.-Tropfen bestehen, müssen die Ärztinnen und Ärzte das wissen. Dann informiert ein Arzt oder eine Ärztin über den Ablauf der Untersuchung und befragt das Opfer zum genauen Tatgeschehen. Als Nächstes folgt die körperliche Untersuchung (Spurensicherung), Verletzungen werden fotografiert und Spuren (etwa DNA) gesichert. Dann werden die Daten in die Düsseldorfer Rechtsmedizin gegeben und bleiben dort fünf Jahre. Wer will, kann sich dann Beratung suchen und gegebenenfalls später Anzeige erstatten. (nip)


Die Anlaufstellen

Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt, Frauennotruf: Damaschkestraße 53, 51373 Leverkusen, 0214/2061598, info@frauennotruf-lev.de, www.frauennotruf-lev.de; Frauenberatungsstelle: Birkenbergstraße 53, 51379 Leverkusen, 02171/28320, kontakt@frauenberatungsstelle-leverkusen.de, www.frauenberatungsstelle-leverkusen.de; Sozialpsychiatrische Ambulanz: Kölner Straße 95, 51379 Leverkusen, 0214/833322, spa@spzleverkusen.de, www.spzleverkusen.de; Weitere Hilfen: Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen 116016, Hilfetelefon Gewalt an Männer 08001239900. (nip)