Seit einem Jahr gibt es die Kinderpalliativstation „Zeitinsel“ am Klinikum Leverkusen. Der Bedarf übersteigt die Verfügbarkeit.
Ein Jahr Kinderpalliativstation72 Besucher auf Leverkusenes „Zeitinsel“

Das Leitungsteam der Kinderpalliativstation (v. l.): Frédéric Brandenburg, Simone Vogel, Dr. Dejan Vlajnic und Katja Dörr
Copyright: Klinikum Leverkusen
72 Patientinnen und Patienten zwischen drei Wochen und 26 Jahren – das ist die Bilanz der Kinderpalliativstation „Zeitinsel“ am Klinikum Leverkusen zum einjährigen Bestehen, das mit einem Geburtstagsfest gefeiert wurde.
Das Klinikum hatte die Station im August 2024 offiziell eröffnet. Der Betrieb startete etwa zwei Monate zuvor, am 7. Juli 2025. Behandelt werden Kinder und Jugendliche mit schweren oder lebensverkürzenden Erkrankungen. Die „Zeitinsel“ ist erst die dritte Einrichtung dieser Art in Deutschland. Und der Bedarf ist groß: Etwa 120 Anfragen für Aufenthalte gingen im ersten Jahr insgesamt ein, nicht allen konnte nachgekommen werden.
Die meisten Patienten kamen aus Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, vereinzelt auch aus Hessen und Baden-Württemberg. Häufig leiden die Patienten unter Lungen-, Herz- und Hirnerkrankungen, oft sind mehrere Organe gleichzeitig erkrankt.
„Dieses Konzept hat sich bewährt“
Die Station verfügt über sechs Zimmer. Patienten können bis zu sechs Wochen bleiben. In dieser Zeit werden ihre individuelle Situation analysiert, Bedürfnisse festgestellt und Maßnahmen entwickelt. Ein Team aus Medizin, Pflege und Therapie arbeitet dabei eng zusammen und bezieht die Familien ein.
„Besonders ist, dass wir alle Familien – also Eltern und Geschwister – eng einbinden“, betonte Dr. Dejan Vlajnic, Direktor der Klinik für Kinder und Jugendliche und ärztlicher Leiter der Station. „Dieses Konzept hat sich bewährt.“ Ziel der Behandlung ist es, belastende Symptome wie Schmerzen oder Luftnot zu lindern. Die psychologische Betreuung hat dabei einen hohen Stellenwert.
Vlajnic berichtete von positiven Rückmeldungen der Eltern: „Uns ist es in allen Fällen gelungen, das Leid der Kinder zu lindern und konkrete Hilfe zu leisten. Es unterstreicht, wie immens wichtig ein stationäres Angebot dieser Art ist.“
Finanzierung durch Spenden
Die Station ist auf Spenden angewiesen, da Krankenkassen wesentliche Bestandteile des Versorgungskonzepts nicht finanzieren. „Wir freuen uns, dass wir auf wohltätiges Engagement aus Leverkusen und darüber hinaus zählen konnten“, sagte Vlajnic mit Blick auf das erste Jahr.
Katja Dörr aus dem Stationsleitungsteam ergänzte: „Das große Einzugsgebiet zeigt den hohen Bedarf an hochspezialisierter Versorgung für Kinder und Jugendliche mit schweren oder lebensverkürzenden Erkrankungen.“
