Bei der neunten Ausbildungsmesse im Kinder- und Jugendzentrum Megafon waren 46 Aussteller dabei.
AusbildungsmesseSo bereitet Burscheid Jugendliche auf das Berufsleben vor

46 Betriebe präsentierten sich unter anderem im großen Saal des Jugendzentrums.
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Kulsum Baluch ist schon mit einer klaren Vorstellung zur Ausbildungsmesse im Megafon gekommen: Sie möchte Pflegeassistentin werden. Nachdem sie sich viele Aussteller angeschaut hat, ist ihr das Klinikum Leverkusen besonders aufgefallen. „Die Messe ist eine coole und spannende Veranstaltung“, sagt sie, nennt aber auch einen Kritikpunkt: „Ich würde mir die Möglichkeit wünschen, mich vor Ort bewerben zu können.“ Das war am Samstag in Burscheid nicht möglich, ihre Bewerbung will sie aber dennoch an das Klinikum richten. Eine Anregung, die Stadt Burscheid und katholische Jugendagentur LRO vielleicht für ihr Jubiläum zur 10. gemeinsamen Ausbildungsmesse im kommenden Jahr aufnehmen können.
Denn dass sie weiter bestehen soll, ist für alle Beteiligten klar. Die Idee einer Ausbildungsmesse entstand nach einem Antrag der CDU-Fraktion im Burscheider Stadtrat. „Wir wussten aber, dass wir das als Stadt nicht alleine schaffen könnten, weswegen wir die Messe gemeinsam mit der KJA organisiert haben“, erklärt Bürgermeister Dirk Runge.
Eine langjährige Kooperation
Während der Eröffnung im Saal des Jugendzentrums erklärte Runge: „Für uns als Stadt ist diese Ausbildungsmesse eine unfassbar wichtige Angelegenheit“, er verwies vor allem auf die Handwerks- und Pflegeberufe, bei denen der größte Fachkräftemangel herrscht. Auch Thomas Fischer-Wesselmann, Geschäftsführer der katholischen Jugendagentur LRO, stellte die Bedeutung der Ausbildungsmesse heraus: Als KJA hätten sie das Ziel, Jugendlichen Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten.
Werner Schmitten, der für die Jugendsozialarbeit bei der KJA zuständig ist, organisiert seit Beginn die Ausbildungsmesse mit. Er findet es wichtig, dass die Berufe praxisnah vorgestellt werden, vor allem die Berichte und Meinungen von Auszubildenden würden sich nachhaltig bei den Jugendlichen einprägen.
Viele Aussteller aus unterschiedlichen Branchen
Das Motto dieser Ausbildungsmesse lautet „50 Chancen. Ein Tag. Deine Ausbildung“. Einige der angemeldeten 50 Aussteller allerdings fielen wegen Personalproblemen aus, es blieben 46 übrig, aus unterschiedlichen Branchen. Neben Handwerk, Pflege oder Verwaltung waren auch Berufskollegs und Hochschulen mit dualen Studienangeboten auf der Messe vertreten. „Auch sehr große Institutionen wie Polizei und Bundeswehr interessieren sich für diese Messe“, erklärte der Bürgermeister.
Praxisnahe Stationen vermittelten den Jugendlichen echte Berufseindrücke: Die Bundespolizei veranstaltete eine Fitness-Challenge, der Dachdecker-Betrieb Kantelberg ließ Interessierte eigene Dachziegel schlagen.
Gute Rückmeldung aus den Betrieben
Viele Betriebe sind glücklich über die Möglichkeit, sich vorstellen zu können. Anne Müller-Kantelberg vom Burscheider Dachdecker-Betrieb Kantelberg erzählte, dass ihre Branche unter extremem Fachkräftemangel leidet, obwohl sich viele für Ausbildungsberufe interessieren. Immerhin habe sie einige Praktikantinnen und Praktikanten über die Messe erreichen können.
Mit einem breiten Angebot verschiedener Ausbildungs- und Praktikumsmöglichkeiten war das Klinikum Leverkusen ins Burscheider Jugendzentrum gekommen: „Wir sind sehr breit aufgestellt“, sagte der Praxiskoordinator Danial Hutsch.
Miriam Horeis besuchte gemeinsam mit ihrem Sohn Oskar, der in der neunten Klasse ist, die Ausbildungsmesse. „Wir wollten erkunden, welche Möglichkeiten es gibt“, erklärte sie. Vor allem die Handwerksberufe wolle die Familie auf der Messe erkunden – hierzu gab es reichlich Gelegenheit.

