In vielen Krankenzimmern in Leverkusen-Opladen bleibt es dagegen bei großer Hitze sehr warm.
Nach HitzewelleEs gibt Klimaanlagen im Remigius-Krankenhaus – im Verwaltungsgebäude

Im Haus der Geschäftsführung und Krankenhausverwaltung im Sankt-Remigius-Krankenhaus Opladen gibt es Klimaanlagen an der Hauswand.
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Im Sankt-Remigius-Krankenhaus hat man offenbar schon vor Jahren festgestellt, dass es zu warm zum Arbeiten ist. Es gibt dort nämlich doch eine Klimaanlage. Die Klimageräte hängen allerdings nicht auf den Stationen, die von der Hitze so stark betroffen waren, dass jetzt die Staatsanwaltschaft wegen einer erhöhten Sterblichkeit an den Tagen des 27. und 28. Juni 2026 ermittelt.
Drei Klimaanlagen findet man dagegen am Verwaltungsgebäude der Klinik. In einer E-Mail auf unsere Anfrage an die Geschäftsführung teilt diese am Dienstag, 21. Juli, mit: Von den Klimageräten, die „ehemals“ der Kühlung des IT-Servers und „einzelner Räume“ gedient hätten, sei keines in Betrieb, mindestens eins sei nicht funktionstüchtig. Am Freitag, 17. Juli, stand ein Service-Fahrzeug einer Siegener Kältetechnik-Firma neben dem Verwaltungshaus. Im Keller des Gebäudes soll ein Server stehen.

Klimaanlage am Verwaltungshaus des Alexianer Remigius Krankenhaus Opladen
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Unsere vertiefende Nachfrage vom Dienstag an die Unternehmenskommunikation der Alexianer-Krankenhausleitung blieb bis Redaktionsschluss am Donnerstag unbeantwortet.
Remigius-Krankenhaus: Zwölf Patienten starben
Unbekannt bleibt jetzt also, wann die Klimageräte zuletzt in Betrieb waren, besonders auch die Frage, ob gekühlte Räume im Verwaltungsgebäude am Tag der Hitzewelle wenigstens einzelnen Patienten zur Verfügung gestanden hätten. Dazu schreibt die Unternehmenskommunikation der Alexianer: „Eine Verlagerung der Patienten in das Verwaltungsgebäude ist nicht machbar. Das Gebäude ist in keiner Weise barrierefrei beziehungsweise hält auch nicht die notwendige Infrastruktur zu einer verantwortungsvollen Versorgung vor. Für die Versorgung besonders hitzegefährdeter Patientinnen und Patienten wurden die hierfür geeigneten klimatisierten medizinischen Bereiche des Krankenhauses genutzt. Hierzu zählen insbesondere Bereiche mit medizinisch erforderlicher Klimatisierung, beispielsweise Zentrale Notaufnahme, Intensivmedizin, OP und Endoskopie.“
Die Klimageräte scheinen älter zu sein, sie dürften von einer früheren Krankenhausleitung angeschafft worden sein, also nicht von den Alexianern, die das Sankt-Remigius-Krankenhaus erst Anfang 2024 von der katholischen „K-Plus-Gruppe“ übernommen hatten. Inzwischen steht erneut eine mögliche Übernahme des Remigius bevor – durch das städtische Klinikum.
An den zwei Tagen der extremen Hitzewelle Ende Juni waren im Remigius-Krankenhaus zwölf Patienten gestorben. In fünf Fällen hatten Ärzte natürliche Todesursachen angegeben. Die Staatsanwaltschaft Köln hat in den anderen sieben Fällen Todesermittlungsverfahren eingeleitet, um die Frage eines möglichen Fremdverschuldens zu klären. In drei dieser sieben Todesermittlungsverfahren warte man noch auf den abschließenden Obduktionsbericht, schreibt ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Allerdings seien diese Obduktionen nicht wegen des konkreten Verdachts auf Hitzetod angeordnet worden, sondern wegen anderer möglicher Todesursachen. Nach vorläufigen Ergebnissen habe sich in diesen drei Fällen kein konkreter Hinweis auf einen hitzebedingten Tod ergeben. Die restlichen vier Todesfälle sollen unauffällig sein, einer dieser vier Fälle werde aber noch genauer geprüft. Strafrechtlich relevante Versäumnisse des Personals im Zusammenhang mit der Hitzewelle gebe es nicht, also auch keine Ermittlungen gegen Verantwortliche.
Die Krankenhausleitung hatte dem „Leverkusener Anzeiger“ dazu gesagt: „Wir hatten insgesamt keine außergewöhnlichen Ausreißer, was Todesfälle angeht.“
Wir haben die gesetzlich vorgeschriebenen Personal-Untergrenzen immer eingehalten.
Die Lage in den von der Hitze besonders betroffenen Station unterm Dach muss schwer erträglich gewesen sein. Eine Klimaanlage gibt es dort nicht. Zudem soll dort mit einer Minimalbesetzung gearbeitet worden sein; Berichten aus der Belegschaft zufolge sollen sich Mitarbeitende deswegen auch krankgemeldet haben. Das hatte die Krankenhausleitung so kommentiert: „Wir haben die gesetzlich vorgeschriebenen Personal-Untergrenzen immer eingehalten.“
Als die Leverkusener Feuerwehr am Scheitelpunkt der Hitzewelle an dem betreffenden Samstag von den Problemen im Opladener Krankenhaus erfuhr, richtete die Stadtverwaltung einen Krisenstab unter Leitung des Beigeordneten Alexander Lünenbach ein, zu dessen Dezernat auch das Ressort Gesundheit gehört. Patienten mit besonderen Problemen wegen der Hitze wurden in andere Bereiche verlegt. Kranke ohne Kreislaufprobleme etwa habe man auf der heißen Station belassen.
Die Gegend des Sankt-Remigius-Krankenhauses ist im Klimaatlas NRW dunkelrot als tagsüber mit „extrem starker Wärmebelastung“ markiert. Nachts ist es nicht ganz so überhitzt: Dann hilft ein kühlendes Lüftchen, das aus dem Wiembachtal hinunter nach Opladen zieht.
Leverkusen hat einen Hitzekrisenplan
Die Stadt will die Bevölkerung besser schützen und die Infrastruktur widerstandsfähiger gegen hohe Temperaturen zu machen. Nach der extremen Hitzewelle mit Rekordtemperaturen Ende Juni hat die Stadtverwaltung ihren bestehenden Hitzeaktionsplan mit den Erkenntnissen des Krisenstabs zu einem neuen Hitzekrisenplan weiterentwickelt. Dieser wird nach Vorhersagen der gefühlten Temperatur und dem Nachtminimum ausgelöst. Wenn es schwül ist, bei einer Luftfeuchtigkeit über 60 Prozent, kann die Auslösung auch früher erfolgen.
Die Höhe der Warnstufe richtet sich nach der Wettervorhersage des Deutschen Wetterdienstes, der Zahl der Notaufnahmen wegen Hitze und der Rettungsdiensteinsätze. Die Personalverfügbarkeit im Rettungsdienst und die Einsatzfähigkeit der Infrastruktur (Krankenhäuser, Altenheime etc.) werden beachtet bei der Auslösung der Warnstufen.
Fünf Warnstufen – von erhöhter Aufmerksamkeit bis zur Krisensituation können ausgelöst werden. Unter 27 Grad wird nicht gewarnt. Stufe 1 gilt bei 28-31 Grad. Stufe 2, die Vorwarnung bis 34 Grad, dann Stufe 3, Hitzewarnung über 35 Grad. Wegen extremer Hitze gilt Stufe 4 ab 38 Grad oder wenn über mehrere Tage Stufe 3 galt. Schließlich Stufe 5: Krisensituation, wenn bei Stufe 4 plus erkennbare Übersterblichkeit oder Infrastrukturversagen eingetreten ist. Als Maßnahmen will man besonders gefährdete Personengruppen in Pflege- und Flüchtlingsunterkünften schützen, kühle Räume aktivieren und ein Hitzetelefon einrichten.
Der Plan soll kontinuierlich weiterentwickelt werden. Weiterführende Informationen zum Thema Hitze und dem Hitzeaktionsplan sind auch auf der städtischen Homepage zu finden.

