Abo

KlinikumLeverkusens Krankenhaus will Straße zur Gustav-Heinemannn-Straße verbreitern

3 min
Diese Baustraße im Landschaftsschutzgebiet soll als Straße für den Rettungsdienst zum Klinikum ausgebaut werden.

Diese Baustraße im Landschaftsschutzgebiet soll als Straße für den Rettungsdienst zum Klinikum ausgebaut werden.

Bisher gibt es nur eine Baustraße zwischen der L290 und dem Klinikumsgelände. Die soll ausgebaut werden und dauerhaft bleiben.

Noch ist die Erweiterung und Neuordnung des Klinikumgeländes nur ein Plan, wenn auch ein bereits sehr konkreter. Doch ein wichtiger Baustein dieses Plans wird in wenigen Tagen bereits den Bauausschuss des Rates beschäftigen. Es geht um die Frage, wie Anlieferer, Rettungswagen und Klinikumspersonal künftig das Klinikgelände erreichen sollen. Die Klinikumsleitung, Dr. Anja Mitrenga-Theusinger, medizinische Geschäftsführerin, und André Schumann, kaufmännischer Geschäftsführer, hat bereits im Juli 2024 klargemacht, welche Lösung sie dafür favorisiert.

Die damals bereits eingerichtete, temporäre Baustraße, ein einspuriger Weg durch das Waldstück zwischen Gustav-Heinemannstraße, Dhünn und Klinikgelände, soll zu einer dauerhaften Wegeverbindung werden. Das ist auch weiterhin der Plan. Dafür muss der Flächennutzungsplan geändert werden. In der Begründung zur Änderung heißt es aber jetzt: „Die Ausgestaltung der Zufahrt soll so erfolgen, dass der Begegnungsverkehr von Lkw und Rettungswagen problemlos möglich ist.“ Anders ausgedrückt: Die bisher einspurige Baustraße wird zweispurig ausgebaut, damit sich Lieferanten-Lastwagen und Rettungswagen im Einsatz auf dem Weg durch den Wald nicht in die Quere kommen. Und dafür müssen vermutlich eine ganze Anzahl weiterer Bäume in dem Wald gefällt werden. Der Wald ist Teil eines Landschaftsschutzgebiets.

Im Flächennutzungsplan sollen für die Trasse 1800 Quadratmeter, die bisher als Wald ausgewiesen sind, künftig als Verkehrsfläche bezeichnet werden. Dort, wo die Trasse das Klinikum erreicht, soll an der Stelle eines bisherigen Gebäudes des Gesundheitscampus eine neue Rettungswache gebaut werden. Sie soll dauerhaft mit bis zu vier Rettungswagen besetzt sein. Die Wache wird nur etwa 150 Meter von der Gustav-Heinemann-Straße (L290) entfernt liegen. Die schnelle Anbindung an diese vierspurige, leistungsfähige Straße wird in den Ausschussunterlagen als essenziell für eine schnellere Erreichbarkeit verschiedener Stadtteile dargestellt.

Der Beginn der Baustraße am Klinikumsgelände

Der Beginn der Baustraße am Klinikumsgelände

Nur in welcher Richtung die liegen, da gehen die Aussagen in den Unterlagen ein wenig nebeneinander her. In der Begründung zur Änderung des Flächennutzungsplans heißt es: „Besonders für Einsatzziele im nördlichen Stadtgebiet wird durch die neue Anbindung eine deutlich verbesserte Erreichbarkeit mit kürzeren Fahrzeiten erreicht.“ Von den südlichen und östlichen Stadtteilen ist nicht die Rede.

In der Expertise eines Bonner Gutachterbüros für Bedarfsplanung von Rettungsdiensten wird dagegen darauf abgehoben, „dass von der potenziellen Rettungswache am Klinikum planerisch der gesamte Versorgungsbereich Süd und große Teile des Versorgungsbereichs Ost abgedeckt“ werden. Ein RTW, der von der neuen Wache am Klinikum durch den Wald über die Gustav-Heinemann-Straße zu einem Einsatz in Schlebusch fährt, würde für den Weg nicht mehr als sechs Minuten benötigen. Dasselbe würde aber auch für Einsätze in Küppersteg, Alkenrath oder Quettingen gelten, also nördlich und westlich des Klinikums. Darüber hinaus hätte die neue Rettungswache am Klinikum auch Auswirkungen auf die Lage in Steinbüchel. Die Rettungswache Am Steinberg müsste nicht erweitert werden.

Im Naturschutzbeirat löste das Ansinnen der Klinikleitung bereits vor zwei Jahren breite Ablehnung aus. In dem Waldgebiet gebe es einen schützenswerten Bestand an Eichen, hieß es damals in dem Gremium. „Wir können keinen Eichenwald mitten in der Stadt überplanen“, sagte der Nabu-Vorsitzende Hans-Martin Kochanek im Juni 2024. Doch genau dafür soll die Änderung des Flächennutzungsplans jetzt die Grundlage schaffen. Der Bauausschuss tagt am Montag, 21. September, ab 16 Uhr, im Rathaus in Wiesdorf.