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SelbsthilfegruppeWo an Krebs Erkrankte in Leverkusen Halt finden

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Christian Becker und Nicole Heising vor dem Haupteingang des Haupthauses des Klinikums Leverkusen

Christian Becker und Nicole Heising vor dem Haupteingang des Haupthauses des Klinikums Leverkusen

Im Klinikum trifft sich die Selbsthilfegruppe Krebs im Magen-Darm-Trakt und in der Bauchspeicheldrüse.

Es ist 16.45 Uhr. Im Klinikum Leverkusen geht es gerade etwas ruhiger zu. Nicole Heising, Ernährungsfachkraft, schließt ihr Büro ab und macht sich auf den Weg zum Besprechungsraum der Allgemeinchirurgie auf der dritten Etage im Haupthaus, der nur ein paar Meter weiter entfernt liegt. Kurz darauf kommt auch Christian Becker, Leiter der Selbsthilfegruppe Krebs im Magen-Darm-Trakt und der Bauchspeicheldrüse in Raum 48 an. Nach und nach treffen Menschen ein und lassen sich auf den bereits platzierten Stühlen nieder.

Jeder Teilnehmer der Selbsthilfegruppe wird persönlich begrüßt. Viele sind alte Bekannte, sind bereits seit 2024 mit dabei. Zwei sind heute neu. Eine regelmäßige Teilnehmerin fehlt heute und wird von einer Kameradin entschuldigt. Sie ist in Urlaub. Da die Urlauberin normalerweise eine andere Dame im Auto mit nach Hause nimmt, springt spontan eine andere Dame ein. Man hilft sich gegenseitig, teilt Freud und Leid.

Heute gibt es einen Grund zum Feiern. Jemand hat seine Chemotherapie abgeschlossen. Die Gruppe applaudiert. Becker macht sich an einer Kühlbox zu schaffen. Es ist warm, der Selbsthilfegruppenleiter hat Eis dabei und versorgt die Gruppe damit. Alle freuen sich und nehmen die unverhoffte Kühlung gerne entgegen. Eine Teilnehmerin benötigt die Kohlenhydratangaben. Sie wurde durch ihre Erkrankung zur Diabetikerin.

Hilfe im Dschungel der Vorschriften

Marc Sander und sein Kollege Christian Becker sind selbst ehemalige Patienten und wissen genau, was die Menschen fühlen, die den Weg zu ihnen finden und vor allem, was sie brauchen. Sander ist heute nicht dabei, er ist auf einem anderen Selbsthilfegruppentreffen, Kontakte knüpfen.

Die Gruppen unterstützen sich gegenseitig mit neuen Informationen und Tipps. Vieles ist kompliziert im Dschungel der Vorschriften, wenn es um Reha-Möglichkeiten oder Medikamente geht Nicole Heising und ihre Kollegin Nicole Janik unterstützen die beiden Männer nach Kräften. Gemeinsam stellen sie Themen zusammen, die für die Menschen wichtig sind, machen Termine mit Referenten und planen Aktionen.

Heute sind Pflegetrainerin Anjolu Mollenhauer von der Familienpflege und Anita Splett vom Entlassmanagement (Sozialdienst) des Klinikums zu Gast. Das Thema: Hilfsmittel, Reha-Antrag, Familiäre Pflege. Zunächst sprechen die Referentinnen, erklären, was sie tun und wann wessen Hilfe in Anspruch genommen werden kann. Rasch entsteht ein Gespräch.

Wir konnten ihm Mut zusprechen, ihm etwas Sicherheit geben und ihm den Weg etwas leichter zu machen.
Nicole Heising, Selbsthilfegruppe

Der eine oder andere wird mit wichtigen Erkenntnissen nach Hause gehen. In der Selbsthilfegruppe ist jede Person willkommen, auch Patienten, die nicht im Klinikum behandelt werden. Nach einer Stunde verabschieden sich die Referentinnen. Die Gruppe bleibt noch, um sich weiter auszutauschen.

Die Nähe der Menschen ist wichtig. Es ist etwas anderes, sich Ärzten anzuvertrauen oder Menschen, die ebenfalls betroffen sind. „Einer der Anwesenden kam noch vor seiner Chemotherapie zur Gruppe. Er war ängstlich und unsicher. „Wir konnten ihm Mut zusprechen, ihm etwas Sicherheit geben und ihm den Weg etwas leichter zu machen“, erinnert sich Heising. „Einer war immer da. Und er hat das großartig gemeistert.“

„Auch die Unterstützung durch die Ärzte und des Klinikums ist großartig“, erzählen Becker und Heising weiter. Die Wärme und Herzlichkeit im Raum ist fast greifbar ebenso der Herzenswunsch, zu helfen. Da schaut niemand auf die Uhr. Ein Treffen dauert eben solange es dauert. Die Gruppe hat vereinbart, nicht mehr auf die Uhr zu schauen. Neben den örtlichen Treffen werden auch kleine Aktivitäten geplant. „Wir haben schon mal eine gemeinsame Skulpturenwanderung gemacht“, erinnert sich Heising. „Und am Ende des Jahres gibt es eine Jahresabschlussfeier“, ergänzt Becker.

www.klinikum-lev.de/onkologisches-zentrum-leverkusen/selbsthilfe

Der Kontakt zur Selbsthilfegruppe im Klinikum Leverkusen finden Betroffene hier: www.krebs-selbsthilfe-lev.de