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KlinikreformKrankenhaus-Fusion in Leverkusen wird immer konkreter

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Klinikum Leverkusen: Krankenzimmer am Abend

Im Klinikum Leverkusen arbeitet man intensiv an einer Übernahme des Opladener Krankenhauses.

Die Stadt soll die Übernahme des Sankt Remigius durch das Klinikum absichern. Die Politiker im Finanzausschuss zögern noch.

Beim zweiten Mal soll es klappen. Nachdem die Gesellschafterversammlung des Klinikums die Übernahme des Sankt-Remigius-Krankenhauses beschlossen hatte, werden nun weitere vorbereitende Schritte gemacht. Der Finanzausschuss hatte am Montag eine Vorlage auf dem Tisch, in der die organisatorischen Fragen der Übernahme geregelt sind. Nächsten Montag soll sich der Stadtrat damit befassen. In dieser Sitzung wurde die Sache am Montagabend hinter verschlossenen Türen vom Finanzausschuss vertagt.

Warum die Führung des Klinikums mit den Geschäftsführern André Schumann und Anja Mitrenga-Theusinger eher auf das benachbarte Krankenhaus schaut als auf die insolvente Klinik in Wermelskirchen, wird nochmals deutlich gemacht: Dort hätte man erst einmal viel Geld für die Sanierung des Gebäudes und „die Beseitigung erheblicher Brandschutzmängel“ in die Hand nehmen müssen. Also in Steine investieren statt in Medizin.

Der „strategisch geeignetste Partner“

Für die Übernahme des Remigius-Krankenhauses dagegen spreche die räumliche Nähe, seine komplementären medizinischen Schwerpunkte und sein etablierter Ruf. Das alles mache das Opladener Haus zum „strategisch geeignetsten Partner für die Bildung eines leistungsfähigen kommunalen Krankenhausverbundes in Leverkusen“. Darüber hinaus eröffne eine Übernahme dem Klinikum Leverkusen „den erforderlichen Handlungsspielraum, um hochspezialisierte Leistungen auszubauen und bestehende Kapazitätsengpässe zu überwinden“.

Alexianer Remigius Krankenhaus in Opladen Bild: Ralf Krieger

Der Standort des Sankt-Remigius-Krankenhauses steht nicht zur Debatte.

Der Standort Opladen mit seinen 270 Betten – auch das wird deutlich gemacht – steht nicht zur Disposition. Die bestehenden medizinischen Schwerpunkte des Sankt Remigius – also Orthopädie, Endoprothetik, Wirbelsäulenchirurgie und Geriatrie – sollen gezielt weiterentwickelt und mit den Leistungsangeboten des Klinikums Leverkusen verzahnt werden, so der Plan.

Fusion passt zur Krankenhausreform

Die Fusion entspreche zudem den Zielen der Krankenhausreform in Nordrhein-Westfalen. Man verringere Doppelstrukturen, schärfe Spezialisierungen und sichere die stationäre Versorgung in Leverkusen langfristig. Das könne landesweit als Modell für die erfolgreiche Umsetzung der Krankenhausreform dienen und wäre damit förderfähig.

Dr. Anja Mitrenga-Theusinger, medizinische Geschäftsführerin, und André Schumann, kaufmännischer Geschäftsführer.

Dr. Anja Mitrenga-Theusinger, die medizinische Geschäftsführerin, und André Schumann, der kaufmännische Geschäftsführer des Klinikums treiben die Übernahme voran.

Mit seinem ersten Übernahmeversuch war das Klinikum 2023 gescheitert. Nach der Insolvenz der Kplus-Gruppe, zu der das Remigius-Krankenhaus damals gehörte, hatte die Geschäftsführung des städtischen Krankenhauses ihren Hut in den Ring geworfen. Seinerzeit sei aber „ein katholischer Träger bevorzugt“ worden.

Abstimmungen auf allen Ebenen

Davon ist jetzt offenkundig nicht mehr die Rede. Die Verhandlungen mit der Alexianer-Gruppe sind in vollem Gange, nachdem die Gesellschafterversammlung grünes Licht gegeben hat. Nach ersten Gesprächen Ende 2025 sind jetzt spezialisierte Berater hinzugezogen worden, um die wirtschaftlichen, technischen, rechtlichen und steuerlichen Fragen zu bearbeiten. Daneben laufen Gespräche mit der Kirchlichen Zusatzversorgungskasse, dem Laumann-Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales in Düsseldorf und der Bezirksregierung Köln.

Um die angestrebte Übernahme abzuschließen, braucht es allerdings noch politische Beschlüsse. Bisher ist eine Übernahme des Sankt-Remigius-Krankenhauses durch das Klinikum Leverkusen politisch gar nicht hinterlegt. Das soll sich nun ändern. Auch bei der Finanzierung ist die Stadt Leverkusen gefragt: Wie bei Investitionen im städtischen Klinikum üblich, soll sie eine Ausfallbürgschaft übernehmen.