Der Fußballstar kam mit seiner Frau in das städtische Krankenhaus. Er will die „Zeitinsel“ langfristig unterstützen.
KinderpalliativstationKai und Sophia Havertz spenden an „Zeitinsel“ im Klinikum Leverkusen

Kai Havertz und seine Frau Sophia nahmen sich in der Kinderpalliativstation viel Zeit für Begegnungen mit schwerstkranken Kindern, hier am Bett des zweijährigen Lio.
Copyright: Klinikum Leverkusen
Fußballnationalspieler Kai Havertz ist mit seiner Frau Sophia am Mittwoch zu einem Besuch in die Kinderpalliativstation „Zeitinsel“ des Klinikums gekommen. Nach Angaben des Klinikums nahm sich der Profifußballer mehr als zwei Stunden Zeit für Begegnungen mit schwerstkranken Kindern und deren Familien sowie das Team auf der Station. Bereits Mitte Juli hatte das Klinikum mitgeteilt, dass Havertz, der von 2016 bis 2020 in der Bundesliga für Bayer 04 spielte, die Zeitinsel künftig unterstützen werde.
Der 27-Jährige, der heute für Arsenal London kickt, fühlt sich der Stadt immer noch stark verbunden. „In Leverkusen hat meine Reise begonnen, hier bin ich groß geworden und durfte den Fußball so leben, wie ich es bis heute tue. Umso schöner ist es für mich, dass ich hier mit meiner Stiftung etwas zurück geben kann“, sagte Havertz anlässlich seines Besuchs. Zeichen dieser Verbundenheit ist auch eine Spende in Höhe von 100.000 Euro für die Kinderpalliativstation, die Havertz gemeinsam mit seiner Schwester Lea Havertz von der Kai Havertz Stiftung in Form eines symbolischen Schecks überreichte. „Die Kinderpalliativstation Zeitinsel ist ein ganz besonderer Ort, der schwerstkranken Kindern und ihren Familien Geborgenheit, Zeit und Hoffnung schenkt. Diesen Ort heute gemeinsam mit meiner Frau besuchen zu dürfen, hat mich sehr bewegt und es macht mich sehr stolz, dass meine Stiftung hier nun langfristig unterstützen wird.“
Unter den Kindern, die Kai und Sophia Havertz kennenlernten, war auch der erst zwei Jahre alte Lio mit seiner Familie. Lio leidet am Joubert-Syndrom, einer genetischen Hirnkrankheit, die in seinem Fall auch Leber und Nieren betrifft. „Unsere Familien erleben täglich enorme Herausforderungen. Zu spüren, dass Menschen wie Kai und Sophia Havertz ihnen mit echtem Interesse und großer Wertschätzung begegnen, bedeutet ihnen sehr viel“, sagte Frédéric Brandenburg vom pflegerischen Leitungsteam der Zeitinsel nach dem Besuch des Ehepaars Havertz.
Das Team der Station will mit dem Geld einen multifunktionalen Musik- und Therapieraum einrichten. Außerdem sollen den kleinen Patientinnen und Patienten mit den Mitteln weitere Therapieangebote gemacht werden, die von den Krankenkassen gar nicht oder nicht vollständig bezahlt werden. Dazu zählen zum Beispiel tiergestützte Therapien mit Hunden oder Pferden.
Die Zeitinsel hat im Juli 2025 in einem Neubau samt geschütztem Garten ihren Betrieb aufgenommen. Ein multiprofessionelles Team aus Medizin, Pflege und Therapie versorgt dort Kinder und Jugendliche mit lebensverkürzenden Erkrankungen. Ziel ist die Linderung von Symptomen wie Schmerzen und Luftnot – und damit mehr Lebensqualität. Auch die Familien werden eng einbezogen und betreut.
Das Konzept ist auch für viele andere Angebote wie Musik- und Kunsttherapie oder die psychologische Begleitung von Eltern und Geschwistern auf Spenden angewiesen, weil die Krankenkassen als Kostenträger ausfallen. „Der Support durch Kai Havertz und seine Stiftung stärkt uns ungemein“, sagte Dr. Dejan Vlajnic, ärztlicher Leiter der Station und Direktor der Klinik für Kinder und Jugendliche. (ps, dre)
